Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Das Jahresende naht und vielleicht haben sich bereits viele Marktteilnehmer verabschiedet. Anders ist das geringe Volumen und die niedrige Schwankungsbreite nicht zu erklären, die wir in dieser Woche beim DAX gesehen hatten.

Ohne Feiertag diesmal und dennoch ohne große Volatilität präsentierte sich die vergangene DAX-Woche. Dabei waren die einzelnen Handelstage mit Schwankungen unter 100 Punkten im XETRA-Markt, bis auf den Montag, als sehr ruhig zu resümieren. Der Montag selbst war der letzte Handelstag des Novembers. Als erfolgreichster November der DAX-Geschichte schloss dieser Monat mit rund 15 Prozent ab und war damit auch der stärkste Monat in diesem Jahr.

Im Hoch erreichte der Index mit 13.445 Punkten den höchsten Stand seit Mitte September und verfehlte damit nur knapp das Septemberhoch. Das tiefe Eintauchen in die Widerstandszone war jedoch im Nachgang nicht mehr als ein Versuch der Bullen, diesen Bereich zu überwinden. Es misslang und an den Folgetagen fielen wir nicht nur an die Range-Kante der letzten Wochen zurück, sondern tauchten auch wieder in diese Range ein. Die anfänglichen Gewinne sind damit nicht nur geschmolzen, sondern haben im DAX für ein Wochenminus gesorgt. Zwar nur für 36 Punkte, doch vom Hoch aus betrachtet zog sich diese Bewegung einfach nach unten hin:

DAX-Wochenbewegung am dem Top
DAX-Wochenbewegung am dem Top

Ein ganz anderes Bild bot sich in den USA. Hier stieg der Dow Jones auf über 30.000 Punkte und schloss auf einem neuem Rekordhoch. Ebenfalls stark war der Nasdaq mit zeitgleichem Allzeithoch zum Wochenausklang.

Wer beide Märkte vergleicht, könnte frustriert sein. Immerhin laufen DAX und Dow gerade in den letzten Tagen auseinander:

Direkter Vergleich von DAX und Dow
Direkter Vergleich von DAX und Dow

Mittelfristig gleicht sich dies vermutlich wieder an, doch gerade die schlechten US-Arbeitsmarktdaten nähren die Hoffnung in den USA, hier ein schnelles weiteres Stimulus-Paket zu erhalten. Darauf freut sich der Markt. Im Gegensatz dazu leidet der Dollar und steigt der Euro – eine Situation, die für den exportlastigen Index eine Bremse darstellt.

Im Forum konnte man diesbezüglich eine niedrige Frustrationsschwelle herauslesen. Wie man das umgehen kann und warum Trading kein 12-Stunden-Job sein darf, hatte ich erst jüngst von Dr. Raimund Schriek in diesem Interview erfahren:

Welche Signale stehen im DAX in der neuen Woche an?

Übergeordnet sind wir mit den Notierungen unter 13.300 Punkten wieder in die Range eingedrungen, die uns seit einigen Wochen beschäftigte:

DAX-Range im Mittelfristchart
DAX-Range im Mittelfristchart

Hier droht ein Rückfall zur 13.020 im Extremfall. Dazu müssten jedoch die Tiefs der letzten beiden Handelstage unterschritten werden. Dort lege ich den Short-Trigger an und von dort startete am Freitag eine kleine Erholungstendenz.

Zusammen mit dem Abwärtstrend aus dem ersten Chartbild ergibt sich folgende Zuspitzung der technischen Lage:

DAX-Stabilisierung um 13.220 mit Freitgs-Move
DAX-Stabilisierung um 13.220 mit Freitgs-Move

Schwenkt das Momentum damit wieder um und erobert die 13.300 zurück, wäre der Trigger für ein Aufschließen an die GAP-Kante vom Dezemberstart gelegt und darüber ggf. auch das Erreichen der 13.420 wieder einzukalkulieren:

DAX-Signale für neue Woche
DAX-Signale für neue Woche

In beiden Szenarien würde ich erst das Signal abwarten, da die relative Schwäche vom DAX zu den anderen Aktienmärkten nicht zu übersehen ist. Sollte sich das Bild in den USA nach der jüngsten Rekordfahrt eintrüben, könnte der DAX sehr schnell wieder zur Unterseite der Range tendieren.

Mit Blick auf die jeweilige Vorbörse gebe ich vor 8.00 Uhr meine Marktmeinung gerne via E-Mail weiter. Registrier Dich bei Bedarf über meinen Blog.

 

Am Montag schauen wir vornehmlich auf die Daten zur Industrieproduktion aus Deutschland. Sie werden 8.00 Uhr vermeldet und bilden im Wirtschaftskalender den wichtigsten Montagstermin.

Dienstag schauen wir dann gespannt auf das BIP und die Leistungsbilanz in Japan und 11.00 Uhr auf das BIP aus Europa. Parallel wird 11.00 Uhr die ZEW-Umfrage zur Konjunkturerwartung in Deutschland und Europa veröffentlicht. Am Nachmittag sind mit der US-Arbeitsproduktivität und den US-Lohnstückkosten zwei weitere Kennzahlen vorhanden.

Der Mittwoch steht gleich am Morgen im Zeichen der Deutschen Handelsbilanz. Am Nachmittag tagt noch die Bank of Kanada.

Mit Blick auf die Notenbanken ist der Donnerstag spannend. Hier legt die EZB ab 13.45 Uhr das weitere Vorgehen fest und erörtert in der Pressekonferenz ab 14.30 Uhr ihre weitere Strategie der Geldpolitik. 14.30 Uhr sind zudem die US-Verbraucherpreise und die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenunterstützung relevant.

Für den Freitag sollte man sich die Verbraucherpreise aus Deutschland 8.00 Uhr und die US-Erzeugerpreise 14.30 Uhr genauer ansehen. 16.00 Uhr schliesst dann das Uni Michigan Verbrauchervertrauen den Zahlenreigen dieser Kalenderwoche aus ökonomischer Sicht ab.

Alle Prognosen dieser Termine finden Sie in dieser Tabelle auszugsweise vor:

Wirtschaftstermine für die KW50
Wirtschaftstermine für die KW50

Damit wünsche ich uns im heutigen Handel viel Erfolg. Dein Andreas Bernstein (Bernecker1977)

Schauen Sie gerne für weitere Meinungen in den Trading-Chat

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  Risikohinweis: Der Handel mit Finanzprodukten ist risikoreich. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren. Diese Analyse ist keine Handelsempfehlung und enthält lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.

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