Jetzt ging es auf einmal ganz schnell. Seit dem 16. Dezember 2020 existiert der eigenständige Internetauftritt der Börsenredaktion der ARD nicht mehr. Damit verschwindet ein echtes Urgestein der Börsenberichterstattung im Internet und hinterlässt eine Lücke.

Offiziell wird der Abschied von boerse.ard.de als Fortschritt verkauft. Aber dies wird ja meistens versucht, wenn etablierte und geschätzte Produkte eingestellt werden. Künftig wird es nur noch ein gemeinsames ARD-Wirtschaftsressort auf tagesschau.de geben. Wir sind gespannt.

Aussagen wie: „Das Themenspektrum wird dabei erweitert: Der Fokus liegt künftig nicht mehr speziell auf Börsenthemen, sondern nimmt auf tagesschau.de die gesamte Wirtschaft und die Auswirkungen auf den Alltag stärker in den Blick.“ stimmen uns aber nicht gerade zuversichtlich, dass das Thema Börse und damit die wichtige und nachhaltige Geldanlage mit Sachwerten, sprich Aktien, auch zukünftig die Aufmerksamkeit erfährt, die sie bislang genoss und eigentlich auch zukünftig genießen sollte und müsste.

Gerade die Finanzberichterstattung braucht eine seriöse Meinungsvielfalt. Doch abseits von Wirecard-Skandal und Impfstoffaktien findet das Thema kaum Wiederhall in den breiten Medien. Schade!

Für uns als Herausgeber von marktEINBLICKE und Gründer von Die Börsenblogger (Warum 2017/18 aus „Die Börsenblogger“ marktEINBLICKE wurde lesen Sie hier) war die Börse ARD immer ein wichtiger Gradmesser für die Stimmung zu Aktien im Land. Unaufgeregt wurde dort nicht nur über Mainstream-Themen, sondern auch über die kleinen Storys am Rande des Parketts berichtet.

Gerne erinnern wir uns an das Jahr 2011 zurück, als wir beim ersten comdirect finanzblog award den Best Börsen Blog der ARD-Börsen-Redaktion auf den zweiten Platz verweisen konnten. Die Konkurrenz war damals eine andere, selbst etablierte Medien wie die F.A.Z. oder das Handelsblatt versuchten sich mehr oder minder erfolgreich am Thema bloggen und dementsprechend im Rahmen des Awards ausgezeichnet zu werden. Doch konnten wir damals mit unserer Begeisterung für Aktien und einem Low-Budget-Blog überzeugen.

Die Zeiten sind inzwischen andere – nicht nur wegen Corona. Dennoch wollen wir das, was wir bei ARD Börse über die Zeit schätzen gelernt haben (und auch bei uns Einzug gehalten hat), in Ehren halten:

Das unaufgeregte Berichten über die Börse und den Vermögensaufbau mit Aktien. Dieser ist, um es mit den Worten der Kanzlerin zu sagen, „alternativlos“. Und auch wenn die Regierung mehr oder minder absichtlich alles tut, die Geldanlage an der Börse zu komplizieren und zu benachteiligen, kann sie die Realität nicht ändern.

Sachwerte haben Bestand und trotzen den Negativzinsen. Wer etwas für seinen Ruhestand zurücklegen will und Vermögen aufbauen möchte, kommt an Aktien nicht vorbei. Von daher werden wir uns auch zukünftig mit Verve für die Aktienkultur im Land einsetzen und freuen uns auf die Zukunft. Keine Generation hatte es in dieser Hinsicht so einfach. Relevante Informationen sind überall verfügbar. Onlinebroker erlauben das zeitnahe Handeln von fast allem – egal ob deutsche Nebenwerte, amerikanische Blue Chips, Derivate, ETFs, Anleihen, usw. Sparpläne erlauben sogar den kontinuierlichen Vermögensaufbau mit kleinen Monatsbeiträgen – einfacher wird es sicher nicht mehr.

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage und eine ruhige Vorweihnachtszeit

Ihre marktEINBLICKE-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

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