Bildquelle: Pixabay / MichaelGaida

Bisher herrschte in der deutschen Schieneninfrastruktur ein Investitionsstau. Doch das soll sich schon in Kürze ändern, denn im Januar 2020 beschloss der Bund, 86 Mrd. Euro in die Schieneninfrastruktur zu investieren, um die Bahn vom Sanierungsfall zum Hoffnungsträger für den Klimaschutz zu machen.

Profiteur des Milliarden-Infrastruktur-Programms

Zu den größten Profiteuren dieses Infrastruktur-Programms dürfte dabei Schaltbau (WKN: A2NBTL / ISIN: DE000A2NBTL2) gehören. Der Münchener Konzern ist nämlich gerade auf diesen Bereich spezialisiert und ist eigenen Angaben zufolge Weltmarktführer unter anderem in den Sparten Bahninfrastruktur, Schienenfahrzeug-Technik und Gleichstrom-Schalttechnik.

Erster Pilotauftrag an Land gezogen

Dass es sich bei dem Schieneninfrastruktur-Programm nicht nur um Zukunftsmusik handelt, sondern dass dieses bereits angelaufen ist, zeigt sich jetzt beispielsweise daran, dass die Schaltbau-Tochter Pintsch GmbH mit Sitz in Dinslaken jetzt den ersten Pilotauftrag im Rahmen des Schnellläuferprogramms „Digitale Schiene Deutschland“ von der Deutschen-Bahn-Tochtergesellschaft DB Netz AG erhalten hat.

Schienennetz-Kapazität soll kräftig ausgebaut werden

Mit diesem Programm verfolgt die Deutsche Bahn das Ziel, das gesamte deutsche Streckennetz mit neuer Leit- und Sicherungstechnik (ETCS – European Train Control System) und digitalen Stellwerken ausstatten. Geplant ist eine Kapazitätssteigerung des Schienennetzes von bis zu 20 Prozent zu erreichen. Laut Schaltbau ist ein wesentlicher Einflussfaktor hierfür neben der Verbesserung der Betriebsqualität die Pünktlichkeit im Gesamtnetz. Die Digitalisierung der Nebenstrecken sei hierbei ein kritischer Erfolgsfaktor.

Projekt soll im September 2020 abgeschlossen sein

Der Auftrag für die Pintsch GmbH umfasst unter anderem Stelleinheiten, Weichen, Bahnübergangssicherungsanlagen und den vollständigen Ersatz der bestehenden Stellwerkstechnik mit digitalen Schnittstellen zu Systemen und Feldelementen. Betroffen von den Umbaumaßnahmen ist dabei ein Streckennetz von rund 50 Kilometern, das sich von den bayerischen Bahnhöfen Grafling bis Bayrisch Einstein erstreckt („Zwieseler Spinne“). Die Funktionsfähigkeit soll im September 2023 hergestellt sein.

Wichtiger Meilenstein für Schaltbau

Schaltbau-Chef Dr. Albrecht Köhler erklärte, dass dieser Auftrag für Schaltbau einen wichtigen Meilenstein in der Umsetzung der Wachstumsstrategie darstellt. Laut Köhler positioniert sich der Konzern damit gleich zu Beginn der Digitalisierung des deutschen Bahnverkehrs auch als Technologieführer für die Digitalisierung von Nebenstrecken. Der entsprechenden Unternehmensmitteilung vom Dienstag zufolge werden darüber hinaus weitere Aufträge für digitale Bahnübergänge im Rahmen des Konjunkturprogramms Anfang nächsten Jahres erwartet.

Aktie wieder im Aufwind

An der Börse startete die Schaltbau-Aktie Anfang November eine neue Aufholbewegung, im Zuge der sich die Notierungen bis Mitte Dezember zeitweise in den Bereich der 30-Euro-Marke nach oben arbeiten konnten. Die Aktie notiert damit inzwischen wieder deutlich über der 200-Tage-Linie (26 Euro), was den übergeordneten Aufwärtstrend bedeutet. Das nächste Kursziel ist hier das 2020er-Jahreshoch vom Februar bei 37,50 Euro.

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