Bildquelle: Pressefoto ENCAVIS

Anleger, die auf der Suche nach aussichtsreichen Titeln aus dem Bereich der erneuerbaren Energien sind, sollten sich einmal die Aktie der Encavis AG (WKN: 609500 / ISIN: DE0006095003) näher ansehen. Denn die Papiere verzeichnen seit dem Jahr 2019 einen beeindruckenden Höhenflug, und es bestehen beste Chancen, dass sich dieser weiter fortsetzen dürfte, was den eher unbekannten deutschen Nebenwert zu einem grünen Geheimtipp macht.

Erwerb von fertigen Solar- und Windparks

Die Wurzeln des in Hamburg ansässigen Unternehmens Encavis (vormals: Capital Stage AG) reichen zurück bis ins Jahr 2001, in dem die Beteiligungen der Futura Capitalis AG in die seit 1998 börsennotierte HWAG Hanseatisches Wertpapierhandelshaus AG eingebracht worden sind. Nachdem das Unternehmen zunächst als Kapitalbeteiligungsgesellschaft aktiv war, das unter anderem Anteile an Solar-Unternehmen wie Conergy und Inventux Solar Technologies hielt, wandelte sich Encavis im Laufe der Jahre in einen Käufer und Betreiber von (Freiflächen-)Solarparks und (Onshore-)Windkraftanlagen.

Zum Konzern gehören heute 192 Solar-Parks und 86 Wind-Parks in zehn europäischen Ländern, die über eine Gesamtkapazität von mehr als 2,6 Gigawatt verfügen. Der Fokus liegt dabei auf den Erwerb von fertigen Solar- und Windparks, die bereits an das Stromnetz angeschlossen sind. So wurden beispielsweise in diesem Jahr vier Windenergieanlagen des Windparks Viertkamp im Landkreis Stade im Norden Niedersachsens erworben.

Neben dem Betrieb von Solar- und Windkraftanlagen-Parks bietet das Unternehmen über die Tochtergesellschaft Encavis Asset Management AG institutionellen Kunden maßgeschneiderte Portfolios und Fondslösungen für Investitionen in erneuerbare Energien an. Ein weiteres Geschäftsfeld von Encavis sind technische Dienstleistungen, die auf den technischen Betrieb und die Wartung von Solar- und Windkraftanlagen-Parks ausgerichtet sind.

Neuer Umsatzrekord voraus

In den vergangenen Jahren konnte Encavis die Umsätze immer weiter ausbauen. Dabei wurde 2019 mit einem Rekordumsatz von 274 Mio. Euro abgeschlossen, was ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutete. Der Gewinn legte um 173 Prozent auf 29 Mio. Euro zu.

Auch im laufenden Jahr 2020 steuert Encavis auf eine neue Umsatz-Rekordmarke zu. So wurden in den ersten neun Monaten bereits Erlöse von 234 Mio. Euro eingefahren, nach 223 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich wurde dabei ein Gewinn von knapp 65 Mio. Euro verbucht (Vorjahr: 70 Mio. Euro). Laut Encavis zeigt sich an diesen starken Geschäftszahlen, dass das Geschäftsmodell von der andauernden Corona-Pandemie nur geringfügig beeinträchtigt wurde. Encavis erklärte, dass die Marktposition als einer der größten unabhängigen Stromproduzenten Europas im Bereich der erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden soll.

Encavis will weiter wachsen

Gemäß der Wachstumsstrategie „>>Fast Forward 2025“ sollen die Erzeugungskapazitäten aus den zum Konzern gehörenden Erneuerbare-Enegien-Anlagen auf dann 3,4 Gigawatt verdoppelt und die wetteradjustierten Umsätze von derzeit 260 Mio. Euro auf etwa 440 Mio. Euro gesteigert werden. Außerdem wurde laut Encavis ein umfassendes Maßnahmenpaket geschnürt, mit dem in den kommenden fünf Jahren die spezifischen Kosten gesenkt und die Effizienz gesteigert werden soll. Ziel ist es dabei, die operative EBITDA-Marge langfristig auf einem Niveau von 75 Prozent und die Eigenkapitalquote über 24 Prozent zu halten. Zudem werden Unternehmensübernahmen in Erwägung gezogen.

Prognose bestätigt

An der im März 2020 veröffentlichten und im Mai und August dieses Jahres bestätigten Prognose wird weiter festgehalten. Demnach wird für 2020 ein moderater Umsatzanstieg auf mehr als 280 Mio. Euro angepeilt. Das operative Ergebnis EBITDA soll bei über 220 Mio. Euro liegen und der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei rund 130 Mio. Euro. Encavis zufolge würde das ein operatives Ergebnis je Aktie von 0,41 Euro bedeuten.

Höhenflug seit Anfang 2019

An der Börse ging die im SDAX notierte Aktie von Encavis nach einem zweieinhalbjährigen Seitwärtslauf Anfang 2019 in den Steigflug über. Zwischen Januar 2019 und Mitte Dezember 2020 haben sich die Notierungen mehr als verdreieinhalbfacht. Dabei wurden zuletzt neue Rekordhochs bei knapp über 20 Euro verzeichnet. Charttechnisch ist der Weg damit nach oben frei. Da die Aktie durch die steile Kletterpartie der vergangenen Monate inzwischen aber schon sehr heiß gelaufen ist (Abstand zur 200-Tage-Linie: 44 Prozent), ist kurzfristig mit Kursrücksetzern zu rechnen. Diese könnten sich dann gegebenenfalls zum wieder günstigeren Einstieg anbieten.

Dividendenrendite: 1,5 Prozent

Im laufenden Jahr wurde eine Dividende für 2019 von 0,26 Euro beschlossen (Auszahlung im Juni 2020), was die bereits achte Erhöhung der Dividende in Folge bedeutete. Aktionäre hatten dabei die Wahl, ob sie sich diese Dividende ausschütten lassen oder stattdessen neue Aktien im Verhältnis von 60,25:1 (für 60,25 bestehende Aktien erhält der Anleger eine zusätzliche neue Aktie) beziehen. Für das kommende Jahr 2020 wird eine Dividende für 2019 von 0,30 Euro je Stückaktie angestrebt. Damit errechnet sich hier eine Dividendenrendite von aktuell 1,5 Prozent.

Fazit

Ungeachtet der Corona-Pandemie konnte Encavis den Umsatz auch im laufenden Jahr 2020 wieder einmal steigern. Die hervorragende Geschäftsentwicklung schlägt sich auch in der Aktienentwicklung nieder. So wurden hier zuletzt neue Allzeithochs erreicht. Nach dem steilen Höhenflug sind hier kurzfristig Rücksetzer wahrscheinlich, die dann wieder eine günstige Einstiegsgelegenheit eröffnen würden. Die Aktie bleibt weiterhin aussichtsreich, zumal auch die Dividendenentwicklung überzeugen kann.

Anleger, die von der Fortsetzung der Kurs-Rallye bei Encavis überzeugt sind, können mit einem Long-Zertifikat (WKN: MA2GUM / ISIN: DE000MA2GUM9) gehebelt von Kurssteigerungen profitieren.

Bildquelle: Pressefoto ENCAVIS

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