Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Während bei der Kryptowährung Bitcoin vor allem Gewinnmitnahmen und eine technische Gegenreaktion nach einer extremen Kursrallye stattfindet, fehlen an den Aktienbörsen derzeit neue positive Impulse.

Von konjunktureller Seite wurden die Schnellschätzungen der Markit-Einkaufsmanagerindizes für Dezember weitgehend bestätigt und signalisieren in der Eurozone weiterhin eine deutliche Produktionsausweitung im Verarbeitenden Gewerbe. Vor allem die deutsche Industrie profitiert von der dynamischen Exportnachfrage aus China.

ifo-Geschäftsklimaindex legt leicht zu

Dadurch werden auch andere Sektoren mitgezogen, etwa der industrielle Großhandel oder Transport- und Logistik-Dienstleister. Entsprechend konnte der ifo-Geschäftsklimaindex zuletzt trotz des verschärften und verlängerten Shutdowns in Deutschland leicht zulegen.

Im gleichen Zeitraum nahm in den USA sowohl im Verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor die Zuversicht der Unternehmen nur leicht ab, obwohl die Corona-Fallzahlen seit Wochen deutlich steigen. Die Erholung des US-Arbeitsmarktes dürfte trotzdem ins Stocken geraten sein. Entsprechend ist mit einer leicht höheren Anzahl an Neuanträgen auf Arbeitslosenunterstützung sowie einer kaum veränderten Arbeitslosenquote zu rechnen.

Börse schaut auf die Politik

Den bisher fehlenden positiven Impuls für weitere Aktienkurssteigerungen könnte in dieser Woche die politische Entwicklung bringen. Sollten bei der Stichwahl um zwei noch ausstehende Senatorenposten im US-Bundesstaat Georgia die demokratischen Kandidaten gewinnen, würde sich zwei Monate nach der US-Präsidentschaftswahl noch einmal eine entscheidende Stimmenverschiebung ergeben.

In diesem Fall entfielen im US-Senat jeweils 50 Sitze auf Demokraten und Republikaner. Im Falle einer Stimmengleichheit würde dann die Stimme der künftigen Vizepräsidentin Kamala Harris entscheidend sein und könnte dem neuen US-Präsidenten Biden einen größeren Spielraum bei der Umsetzung seiner politischen Vorhaben ermöglichen.

In diesem Fall könnte relativ schnell ein noch größeres Konjunkturpaket beschlossen werden, was den Aktienmarktnotierungen weiteren Auftrieb geben könnte. Der US-Dollar hingegen dürfte gegenüber dem Euro aufgrund der dann noch stärker steigenden US-Staatsverschuldung zunächst weiter nachgeben.

Ein Kommentar von Carsten Mumm
Er ist Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel. Das Traditionshaus mit Sitz in Hamburg und München setzt auf qualifizierte und umfassende Beratung für vermögende Privatkunden, Unternehmer, Immobilienkunden und institutionelle Kunden.

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Bildquellen: Donner & Reuschel / Pressefoto Deutsche Börse AG

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