Bildquelle: UICC

Am 4. Februar findet der internationale Weltkrebstag, der „World Cancer Day 2021“ statt. Das diesjährige Motto lautet ein weiteres Mal „Ich bin und ich werde“ („). Mit diesem Motto soll jeder Einzelne zum Nachdenken angeregt werden:

Wer bin ich und was werde ich anlässlich des Weltkrebstages zur Bekämpfung von Krebs tun? Durch das positive Handeln von allen Menschen soll das gemeinsame Ziel erreicht werden – die Zahl der vorzeitigen Todesfälle durch Krebs bis 2030 um ein Drittel zu reduzieren.

Über den Weltkrebstag

Der Weltkrebstag wurde im Jahr 2000 ins Leben gerufen und ist eine globale Initiative, die von der Union for International Cancer Control (UICC) geleitet wird.

Die Unterstützer des Weltkrebstages arbeiten gemeinsam daran, sich eine Welt vorzustellen und zu schaffen, in der Millionen von Krebstoten verhindert werden und der Zugang zu lebensrettender Krebsbehandlung und -pflege für alle gleich ist. Dies soll gelingen, indem das weltweite Bewusstsein für Krebs geschärft, die Aufklärung verbessert und zu persönlichem, kollektivenm und staatlichem Handeln angeregt wird.

Bildquelle: Word Cancer Day / UICC

Großes Programm 

Jedes Jahr finden hierzu auf der ganzen Welt Hunderte von Aktivitäten und Veranstaltungen statt, bei denen Gemeinschaften, Organisationen und Einzelpersonen in Schulen, Unternehmen, Krankenhäusern, auf Marktplätzen, in Parks, Gemeindehäusern, an religiösen Stätten, auf der Straße und im Internet zusammenkommen, um das Bewusstsein für Krebs zu schärfen. Auch die Deutsche Krebshilfe ist mit von der Partie.

Was ist Krebs?

Krebs ist eine Krankheit, die auftritt, wenn Veränderungen in einer Gruppe normaler Zellen im Körper zu einem unkontrollierten, abnormalen Wachstum führen. Es bildet sich eine Geschwulst, die Tumor genannt wird. Dies trifft auf alle Krebsarten außer Leukämie (Blutkrebs) zu.

Wenn sie unbehandelt bleiben, können Tumore wachsen und sich in das umgebende normale Gewebe oder über den Blutkreislauf und das Lymphsystem in andere Teile des Körpers ausbreiten und das Verdauungs-, Nerven- und Kreislaufsystem beeinträchtigen oder Hormone freisetzen, die die Körperfunktionen beeinflussen können.

Bildquelle: National Cancer Institute

Krebs in Zahlen

Krebs ist die zweithäufigste Todesursache weltweit. Die International Agency for Research on Cancer (IARC) schätzt, dass jeder fünfte Mann und jede sechste Frau weltweit im Laufe ihres Lebens an Krebs erkranken und jeder achte Mann und jede elfte Frau an ihrer Krankheit sterben wird.

Dies entspricht einer geschätzten Zahl von 19,3 Millionen Neuerkrankungen und 10 Millionen Menschen, die im Jahr 2021 an Krebs sterben werden. Bis zum Jahr 2040 wird die Zahl der neuen Krebsfälle weltweit voraussichtlich auf 30 Millionen ansteigen.

Krebstodesfälle vor allem in bestimmten Ländern

Ungefähr 70 % aller Krebstodesfälle treten in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMICs) auf. Diese Länder sind am wenigsten in der Lage, die von Menschen mit Krebs benötigten Dienstleistungen zu erbringen oder die sozialen oder wirtschaftlichen Folgen dieser Belastung zu bewältigen.

Die wirtschaftlichen Gesamtkosten von Krebs belaufen sich auf 1,16 Billionen US-Dollar. Dies bedeutet einen Verlust an Produktivität und Haushaltseinkommen, eine Verringerung der Lebensqualität, Behinderung und letztlich einen vorzeitigen Tod.

Prävention und Früherkennung helfen

Bis zu 3,7 Millionen Menschenleben könnten jedes Jahr gerettet werden, wenn ressourcengerechte Strategien zur Prävention, Früherkennung und Behandlung umgesetzt würden.

Bildquelle: National Cancer Institute

Die Zahlen in Deutschland

Jedes Jahr erkranken in Deutschland 510.000 Menschen neu an Krebs, mit steigender Tendenz.

Über vier Millionen Menschen leben mit der Krankheit. Im Jahr 2030 wird die Zahl der Krebserkrankungen laut Experten ansteigen und es wird schätzungsweise jährlich 600.000 Krebsfälle geben.

Die Ursachen für Krebs

Der Hauptgrund für den Anstieg der Neuerkrankungen ist unter anderem die steigende Lebenserwartung, denn Krebs tritt häufig in einem späteren Lebensabschnitt auf. Die Zahlen zeigen, dass Krebs ein zentrales Gesundheitsproblem unserer Gesellschaft ist und bleibt.

Mindestens ein Drittel der häufigen Krebserkrankungen ist vermeidbar. 27 % der Krebserkrankungen stehen im Zusammenhang mit Tabak- und Alkoholkonsum, davon 22 % im Zusammenhang mit Tabak- und 5 % im Zusammenhang mit Alkoholkonsum. Genetische Mutationen spielen bei 5-10 % der Krebserkrankungen eine Rolle.

Krebs kann jeden treffen

Krebs kann jeden treffen, denn der Zufall spielt bei dieser Erkrankung eine wichtige Rolle. Experten schätzen, dass rund 40 Prozent aller Krebserkrankungen durch eine gesunde Lebensweise vermieden werden könnten. Dazu zählen unter anderem regelmäßige Bewegung, ein normales Körpergewicht, der Verzicht auf das Rauchen und ein vernünftiger Umgang mit UV-Strahlen. Auch Impfungen gegen krebserregende Viren können das Krebsrisiko senken.

Für jeden Einzelnen steht natürlich ein gesunder Lebensstil an erster Stelle, um das eigene Krebsrisiko zu minimieren. Es lässt sich aber niemals ganz ausschalten, da neben dem eigenen Verhalten auch genetische Faktoren und Umweltfaktoren eine Rolle spielen.

Bildquelle: Pixabay / silviarita

Krebs in COVID-19-Zeiten

Eine von der UICC, durchgeführte Umfrage bei über 100 ihrer Mitgliedsorganisationen in 55 Ländern ergab, dass fast drei Viertel der Organisationen Einkommenseinbußen von 25 bis 100 % hinnehmen mussten.

Eine Analyse der Umfrage ist in The Lancet Oncology erschienen. Dr. Cary Adams, CEO der UICC, sagte: „COVID-19 hat die Krebsbekämpfung weltweit beeinflusst und die Reaktion der Krebsgemeinschaft war außergewöhnlich, sogar heldenhaft. In diesem Jahr ist es mehr denn je angebracht, dass wir ihre Leistungen am Weltkrebstag feiern. Wir müssen mehr vorbeugen, früher diagnostizieren und sicherstellen, dass alle Menschen, die mit Krebs leben, Zugang zu der hochwertigen Behandlung haben, die sie brauchen.“

Bildquelle: NCC Korea

Über die Union für Internationale Krebsbekämpfung (UICC)

Die Union for International Cancer Control (UICC) ist die größte und älteste internationale Organisation zur Krebsbekämpfung.

Gegründet 1933 in Genf, hat die UICC über 1.200 Mitgliedsorganisationen in 172 Ländern. Sie genießt Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC) und unterhält offizielle Beziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO), zur Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), zur Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und zum Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC).

Die Mission der UICC ist es, die Krebsgemeinschaft in ihren Bemühungen zu vereinen und zu unterstützen, die globale Krebsbelastung zu reduzieren, mehr Gerechtigkeit zu fördern und sicherzustellen, dass die Krebskontrolle eine Priorität auf der globalen Gesundheits- und Entwicklungsagenda bleibt.

Sie verfolgt diese Ziele, indem sie weltweit führende Persönlichkeiten durch innovative und weitreichende Veranstaltungen und Initiativen zur Krebsbekämpfung zusammenbringt, Kapazitäten aufbaut, um regionale Bedürfnisse zu erfüllen, und Sensibilisierungskampagnen entwickelt.

Bildquelle: National Cancer Institute

Forschung ist die Hoffnung

Für Krebskranke steht die Hoffnung auf Forschung an allererster Stelle. Zum Glück ist in den letzten Jahren viel auf diesem Gebiet passiert. Die Entwicklung neuer diagnostischer Methoden und individueller Therapien haben die onkologische Medizin, wie wir sie bisher kennen, stark verändert.

Neben den klassischen Verfahren wie Operation, Strahlen- und Chemotherapie sind neue Methoden wie die Immuntherapie oder molekularbiologische Therapien aus der Krebsbehandlung nicht mehr wegzudenken. Zielgerichtete Therapien mit Antikörpern, Tyrosinkinasehemmern oder mTOR-Hemmern können einige Tumoren schon gezielt bekämpfen oder zumindest das Wachstum verlangsamen oder stoppen. Damit Krebs eines Tages eine heilbare Krankheit wird, sollte so viel Geld wie möglich für die Forschung bereitgestellt werden.

Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht!

Beim World Cancer Day sind alle dazu aufgerufen, eine persönliche Botschaft mit einem Foto auf den sozialen Medien unter den Hashtags #Weltkrebstag und #IchBinUndIchWerde zu teilen und ihren Beitrag zum World Cancer Day 2021 zu leisten. Das ganze Programm findet man auf der besagten Website.

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