Bildquelle: Pressefoto Siemens

Heinrich von Pierer, „Mr. Siemens“, oder Joe Kaeser zeigen, welche Bedeutung Siemens (WKN: 723610 / ISIN: DE0007236101) nicht nur in Deutschland hat. Die Führung des Industrieriesen machte sie weltweit bekannt. Nun wurde es für Joe Kaeser Zeit, die Unternehmensführung abzugeben.

Frage nach der Performance

Der scheidende Siemens-Chef Joe Kaeser (Bildquelle: Pressefoto Siemens)

Im Zuge der am Mittwoch virtuell abgehaltenen Hauptversammlung übergab Kaeser das Zepter. Neuer CEO des DAX-Konzerns wurde Roland Busch. Allerdings wird über das Wirken Kaesers noch sehr lange diskutiert werden.

Zunächst einmal zu seiner Aktienkursperformance: Kaeser wurde am 1. August 2013 zum Siemens-CEO. Seitdem liegt die Siemens-Aktie rund 64 80 Prozent im Plus. Auf diese etwa siebeneinhalb Jahre gesehen liegt die Performance bei rund 6,9 8,2 Prozent p.a.

In der gleichen Zeit legte der deutsche Leitindex DAX um rund 68 Prozent oder etwa 7,2 Prozent p.a. zu. Damit gelang Kaeser eine knappe Outperformance. Wesentlich wichtiger könnten jedoch die Umbaumaßnahmen, für die er verantwortlich ist, gewesen sein. Diese sollen Siemens fit für die Zukunft machen.

Roland Busch steht seit der Hauptversammlung 2021 an der Spitze von Siemens. (Bildquelle: Pressefoto Siemens)

Auf eigene Faust

Kaeser verkaufte etliche Geschäftsbereiche, andere formte er in eigenständige Unternehmen um, an denen die Siemens AG Beteiligungen hält. So wurde unter anderem die Medizintechnik-Sparte im Jahr 2018 unter dem Namen Siemens Healthineers (WKN: SHL100 / ISIN: DE000SHL1006) an die Börse gebracht.

An dieser hält Siemens weiterhin eine Mehrheitsbeteiligung. Ebenfalls 2018 wurde der Bereich Mobility aus der Siemens AG herausgelöst. Diese Sparte agiert seitdem als eigenständige Siemens Mobility GmbH.

Elektrifizierung, Automatisierung & Digitalisierung im Fokus

Siemens‘ SWT-3.3-130 wind turbine with its 130-meter-rotor and rated at 3.3 megawatts has now passed type certification.

Die letzte große Transaktion bestand im April 2020 in der Ausgliederung der Energiesparte, die seitdem als rechtlich eigenständige Einheit unter dem Namen Siemens Energy (WKN: ENER6Y / ISIN: DE000ENER6Y0) operiert. Der Börsengang erfolgte hier im September 2020.

Ziel aller dieser Maßnahmen war es, Siemens stärker auf die Schwerpunkte Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung zu fokussieren. Dass der Konzernumbau inzwischen wenigstens einige Früchte trägt, zeigt sich nicht nur an den jüngsten Geschäftszahlen, sondern auch an der Aktienkursentwicklung.

Management traut sich mehr zu

Der DAX-Konzern konnte starke Ergebnisse zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020/2021 (Ende Dezember) präsentieren. Deshalb hieß es bereits, dass der bisherige Ausblick überprüft werden soll. Nun wurden die Ziele angehoben.

Bisher hatte sich Siemens für das laufende Geschäftsjahr lediglich ein moderates Wachstums der bereinigten Umsatzerlöse zugetraut. Jetzt sollen die Erlöse im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich zulegen. Der Ausblick für den Gewinn nach Steuern wurde auf 5,0 bis 5,5 Mrd. Euro (Vorjahr: 4,2 Mrd. Euro) angehoben. Bisher sollte es einen lediglich moderaten Anstieg geben.

FAZIT

Es wäre zu früh, ein Fazit des Wirkens von Joe Kaeser zu ziehen. Die Umbaumaßnahmen könnten sich als am Ende Erfolg erweisen. Kurzfristig sollte Siemens schon einmal die Aussicht auf eine Konjunkturerholung nach der corona-bedingten Delle Kurspotenzial bescheren.

Anleger, die von der Stärke von Siemens überzeugt sind, können mit einem Long-Zertifikat (WKN: MA3E2A / ISIN: DE000MA3E2A8) gehebelt von Kurssteigerungen profitieren.

Bildquelle: Pressefoto www.siemens.com/presse

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