In den letzten Tagen bekamen wir kaum zu fassende Bilder zu Gesicht. Das riesige Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ liegt vor der Insel Giglio seitlich im Wasser und droht jeden Moment zu versinken. Am Freitag ist das Kreuzfahrtschiff mit mehr als 4000 Passagieren an Bord auf einen Felsen aufgelaufen und daraufhin schlug es leck. Die Schuldfrage für das Unglück wird derzeit beim Kapitän des Schiffes gesucht, der das Schiff sogar vor vielen der Passagiere verlassen haben soll.

Das Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ wird von der italienischen Kreuzschifffahrtsgesellschaft Costa Crociere betrieben, welche wiederum eine Tochtergesellschaft des weltweit größten Kreuzfahrtunternehmens, der britisch-amerikanischen Carnival Corporation ist, welche weltweit über 100 Schiffe betreibt. Zu dem Konzern, dessen Hauptverwaltung sich in Miami befindet gehört auch die deutsche Nummer eins Aida.

Laut Unternehmensangaben soll sogar der Totalausfall des Schiffes versichert sein, allerdings wird das Schiff dem Unternehmen für eine beträchtliche Zeit nicht zur Verfügung stehen können, was zu entgangenen Gewinnen führen wird. Diese werden vom Unternehmen selbst auf 85 bis 95 Mio. US-Dollar geschätzt. Hinzukommen werden die Kosten, die aufgrund verschärfter Sicherheitsbestimmungen in der Kreuzschifffahrtsbranche in Zukunft auf das Unternehmen zukommen werden.

Die Aktie der Carnival Corporation reagierte erwartungsgemäß mit einem Kursrutsch auf diese negativen Nachrichten. Zwischenzeitlich gab der Kurs der Aktie in London um bis zu 30 Prozent nach, konnte sich im Tagesverlauf aber etwas erholen, so dass das Minus auf 18 Prozent reduziert werden konnte. Dennoch:

Dieser Schlag ist einer von vielen in den letzten Jahren, für die Carnival-Aktie. Diese hatte auch schon in den vergangenen Jahren eine raue See zu überstehen. Während der Finanzkrise, Ende 2008, gab die Aktie um bis zu 70 Prozent nach. Zwar gab es zwischenzeitlich eine leichte Erholung für den Aktienkurs, doch musste das Unternehmen im Jahr 2011 wieder einen deutlichen Wertverfall an der Börse erleben. Von einem Kurs von 47 US Dollar im Januar rutschte das Papier bis zum Dezember auf bis zu 33 US Dollar. Für diese Schwäche wurde vor allem ein hoher Ölpreis verantwortlich gemacht, nach dem sich die Profitabilität der Reedereien hauptsächlich richtet.

Neben den negativen Auswirkungen für die Aktie von Carnival, wurden auch Versicherungswerte nach unten gezogen, vor allem der Hannover Rück, die aufgrund dieser Havarie mindestens 10 Mio. Euro wird ausschütten müssen. Alles in allem dürften wir in den kommenden Tagen wohl weitere Abschläge bei der Aktie sehen, da man nicht weiß, was für juristische Schritte noch alles folgen werden… der eine oder andere wird wohl wieder versuchen, Kapital daraus zu schlagen und geht short….

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Carnival kehrt nach „Costa Concordia“-Unglück in die Gewinnzone zurück | Die BörsenbloggerBobTim Schäfer Letzte Kommentartoren
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Tim Schäfer
Gast

Guter Artikel. Danke dafür.

Abgesehen von dem Unglück: Diese Branche ist extrem kapitalintensiv. Was solche neuen Luxusliner kosten, geht auf keine Kuhhaut. Da ist eine Coca-Cola-Abfüllanlage sicherlich günstiger in den Herstellungskosten…

Bob
Gast

Interessante Auswertung.

Von solchen Papieren würde ich eh die Finger lassen – die nervösen Investoren reagieren bei einem vergleichsweise geringen Schaden gleich mit einer Weltuntergangsstimmung.

Für eine Hannoversche Rück sind die 10mio wohl eher ein Griff in die Portokasse.

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[…] wurden 30 Leichen geborgen. Zwei Menschen werden immer noch vermisst. In der Folge waren neben dem Carnival-Kurs auch die Buchungszahlen eingebrochen. Carnival betreibt weltweit über 100 Schiffe und kontrolliert […]