Seit gestern stehen auch Anleger des CS Euroreal vor der Frage: Pest oder Cholera? Verkaufe ich meine Anteile mit hohem Abschlag an der Börse oder warte ich und hoffe durch die Liquidierung des Fondsvermögens wieder an mein Geld zu kommen. Die Frage kann man nur vor dem zeitliche Hintergrund beantworten. Wer jetzt das Geld braucht, sollte, ja muss verkaufen. Wer Zeit hat, hofft auf eine solide Liquidierung der Vermögenswerte. So kurz die Antwort, so schlecht.

Konkret war, wie schon beim SEB Immoinvest, die nachhaltige Öffnung des Fonds aufgrund zu hoher Rückgabewünsche, die die zur Verfügung stehende Liquidität signifikant überstiegen, nicht möglich. Für eine bestmögliche Veräußerung der Vermögensgegenstände wurde die Auflösungsperiode auf knapp fünf Jahre festgelegt. Dabei sind halbjährliche Auszahlungen geplant. Eine erste Ausschüttung ist für das zweite Kalenderhalbjahr, spätestens mit der regulären Ertragsausschüttung im Dezember, geplant – heißt es bei der Credit Suisse. Weiter heißt es dort: „Während der Phase der Rücknahmeaussetzung konnte das Fondsmanagement die für Anteilscheinrückgaben zur Verfügung stehende Liquidität durch Immobilienverkäufe und Mittelzuflüsse von rund 1,25 Milliarden Euro aktuell auf rund 1,6 Milliarden Euro beziehungsweise rund 27 Prozent des Fondsvermögens erhöhen. Die Bruttoliquidität liegt bei rund 32 Prozent. Alle Verkäufe erfolgten auf oder über Verkehrswert.“ Die Zahlen stimmen zumindest nicht von vornherein negativ.

Wie ich bereits in meinem Beitrag Was bleibt von den offenen Immobilienfonds nach dem Ende des SEB Immoinvest übrig? (inkl. Update zu CS Euroreal) offenbart sich einmal mehr der Konstruktionsfehler der offenen Immobilienfonds:

Insgesamt hat das Vehikel “offener Immobilienfonds” klar gelitten. Anstatt Kleinanlegern auch die Möglichkeit zu geben, in sonst nicht zugängliche Immobilienbeteiligungen zu investieren, wurden sie eher um Teile des Vermögens gebracht. Letztlich ist hier aber der Konstruktionsfehler Schuld. Jederzeit Zugriff auf das Fondsvermögen zu versprechen, während das Geld langfristig in Immobilien steckt, kann auf Dauer nicht funktionieren. Dieses Problem wird nur durch Begrenzung bei der Anteilsrückgabe gelöst werden können. Eine teilweise Lösung könnte das Anlegerschutzgesetz bringen, das vorsieht, das die börsentägliche Anteilsrücknahme ausschließt und eine zweijährige Mindesthaltefrist einführt. Zudem sollen die Fonds verpflichtet werden, Anteile nur nach längerer Kündigungsfrist zurückzugeben. Dennoch besteht in Ausnahmesituationen weiterhin die Gefahr, dass offene Immobilienfonds zu Problemfällen werden. Denn auch wenn die Fristen länger werden: Wenn alle gleichzeitig rauswollen und die Immobilien nicht gleichzeitig verkauft werden können, hat der Fonds und damit der Anleger ein Problem.

Man kann nur hoffen, dass das Vertrauen in die derzeit noch vorhandenen Fonds länger anhält und es hier nicht zu weiteren Auflösungen kommt. Noch ein Hinweis an die bisherigen Anteilseigner der Fonds. Zahlreiche Anwälte versuchen derzeit wieder aus der Auflösung Kapital zu schlagen. Bevor man sich jedoch für teueres Geld juristische Beratung sucht, sollte man überlegen, ob eine Falschberatung – auf die es in Deutschland meist herausläuft – wirklich zutreffend ist. Sonst ist man am Ende nicht nur das Geld für den Fonds, sondern auch das für den Anwalt los. Wer sich jedoch tatsächlich falsch beraten fühlt, sei beispielhaft auf die Interessengemeinschaft CS Euroreal hingewiesen.

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Christoph Scherbaum
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und das Schöne: Beim BVI sind sie immer noch der Meinung, dass „Offene Immobilienfonds zeichnen sich durch eine geringe Volatilität aus, d.h. die Wertschwankungen sind im Vergleich zu Aktien- oder Rentenfonds weitaus geringer. Daher passen Offene Immobilienfonds gut als wertstabiles Element in jedes ausgewogene Anlegerdepot. Sie federn die Schwankungen anderer Assetklassen ab.“ Wer das noch glaubt…

Christoph Scherbaum
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kam gerade rein: Hahn Rechtsanwälte bieten kostenfreie Infoveranstaltungen und Hotline für Anleger von CS Euroreal und SEB ImmoInvest an Hamburg (ots) – Die offenen Immobilienfonds „CS Euroreal“ und „SEB ImmoInvest“ werden seit dem 7. beziehungsweise 21. Mai 2012 abgewickelt. Bei beiden Fonds sind insgesamt 550.000 Kapitalanleger mit mehr als zwölf Milliarden Euro investiert. „Zahlreiche Privatanleger wissen aktuell nicht, wie sie sich verhalten sollen. Sie fragen sich, ob es sich überhaupt lohnt, einen Anwalt mit der Geltendmachung von Schadensersatz zu beauftragen. Die Antwort darauf ist einfach: Es lohnt sich“, macht der Hamburger Fachanwalt Peter Hahn von Hahn Rechtsanwälte Partnerschaft geschädigten Anlegern… Weiterlesen »

Christoph Scherbaum
Admin

kam gerade rein: Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht bietet Interessengemeinschaft für Anleger. Urteile gegen Banken wegen Schadensersatz erstritten. Der SEB Immoinvest wird abgewickelt. Vermittelt wurde er von der SEB Bank (Santander) und der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG). Diese werden nun von der Anlegerkanzlei Dr. Stoll & Kollegen in Anspruch genommen. Gerichtsverfahren laufen. Auf die Anleger des SEB Immoinvest kommt nun die Jahre andauernde Abwicklung zu. Oder sie können andere Wege beschreiten, um sich von ihren Anteilen zu trennen. So können die Anteile des SEB Immoinvest trotz der Abwicklung weiterhin an der Börse verkauft werden. Allerdings müssen Anleger bedenken, dass bei… Weiterlesen »