Und da ist die Bestätigung für alle, die immer behauptet haben, dass die Banken nichts, aber auch gar nichts aus der Finanz- und Wirtschaftskrise gelernt haben…

Der Finanzskandal um die britische Großbank Barclays (WKN 850403) und die Manipulation des Interbanken-Zinssatzes Libor bringt ihn zurück, den gierigen, überheblichen und skrupellosen Banker. Für Vorstandschef Bob Diamond hieß es jetzt seine Koffer zu packen, weil der „externe Druck“ und die Bedrohung für die Zukunft des Unternehmens zu groß geworden sind.

Der einzige Trost für Barclays dürfte sein, dass die Bank nicht als einzige an den Pranger gestellt werden wird, denn alle Banken sollen sich an der Manipulation der Referenzzinssätze beteiligt haben. Deshalb wird auch wegen des Kartellverdachts ermittelt.

Für Barclays bedeutete die Aufdeckung des Skandals und das bereits erfolgte Eingeständnis sowie das Akzeptieren der Strafzahlung vom umgerechnet rund 350 Mio. Euro einen weiteren Absturz des Aktienkurses, der wie im Falle der meisten Finanzinstitute unter der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008/09 sowie der Euro-Krise zu leiden hatte. Das Barclays-Papier büßte im Zuge des Skandals etwa 20 Prozent an Wert ein, wobei die Rücktritte von Bob Diamond und des Verwaltungsratschefs Marcus Agius zunächst mit einem Kursaufschlag von etwas mehr als 5 Prozent goutiert wurden.

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Quelle: comdirect

Dabei ergeben sich derzeit, nicht nur bei der Barclays-Aktie, sondern auch im gesamten Bankensektor günstige Einstiegsgelegenheiten, da die Kurse unter den vergangenen Krisen zu leiden hatten. Für ein solches Investment sollte man allerdings starke Nerven und Durchhaltevermögen mitbringen, denn bevor es für den Finanzsektor wieder aufwärts geht, könnten weitere Krisen oder noch nicht entdeckte Skandale das Bild eintrüben. Im Fall Barclays klingen ein 2012er-KGV von 5,3 und eine Dividendenrendite von 4,2 Prozent sicherlich verlockend, vorausgesetzt, dass die Anleger eine Verbesserung unter dem neuen Spitzenmanagement erwarten und die erwähnte Nervenstärke mitbringen.

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Christoph Scherbaum
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es gab einen interessanten Kommentar zu diesem Thema LIBOR. von Dr. Peter Hahn, Cass Business School „Übersehen wir die wahre Botschaft des LIBOR-Skandals? Sicher sollten wir unbarmherzig jene Menschen verfolgen, die manipuliert, missbraucht und veruntreut haben. Aber ist nicht das eigentlich Erschütternde an der Geschichte, dass ein Großteil des Finanzsystems auf einer völlig amateurhaften und veralteten Grundlage beruht? Dass der Londoner Interbankenzins seit 2007 ohne einen lebensfähigen Interbankenmarkt erstellt wird, ist ein wirklicher systemischer Risikofaktor, der uns alle angehen sollte. Die Libor-Lüge ist nur ein weiteres Beispiel dafür, wie Technologie es möglich macht, dass Banksysteme ein zu schnelles Wachstum verzeichnen,… Weiterlesen »