Die US-Investmentbank Goldman Sachs (WKN 920332) muss auch weiterhin mit den Folgen der Euro-Krise kämpfen. Jedoch waren die negativen Auswirkungen der europäischen Probleme im zweiten Quartal nicht stark wie von den Analysten befürchtet.

Zwar wurde beim Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 10,8 Prozent auf 962 Mio. US-Dollar bzw. 1,78 US-Dollar verzeichnet, jedoch lagen die Analystenschätzungen zuvor im Schnitt bei einem EPS von gerade einmal 1,17 US-Dollar. In der gleichen Zeit verringerten sich die Umsatzerlöse auf 6,63 Mrd. US-Dollar, nachdem im Vorjahreszeitraum ein Umsatz von 7,28 Mrd. US-Dollar zu Buche stand. Dabei machte der Bank vor allem das schwächelnde Investmentbanking-Segment zu schaffen. Aufgrund der Euro-Krise und der Sorgen um die Weltwirtschaft konnte Goldman Sachs nicht von dem traditionell sehr lukrativen Geschäft mit Übernahmen und Börsengängen profitieren. Deshalb will sich das Finanzinstitut nun verstärkt auf das klassische Bankgeschäft konzentrieren, wobei Vorstandschef Lloyd Blankfein gegenüber dem „Wall Street Journal“ beteuerte, dass es keine Pläne gebe „Filialen zu errichten, Bankautomaten aufzustellen, Kreditkarten auszugeben oder einen Toaster zu verschenken.“ Das Interesse soll vielmehr der wohlhabenden Kundschaft gelten.

Von solchen Schwierigkeiten kann die Commerzbank (WKN 803200) derzeit nur träumen. Denn einmal mehr schickt sich die Aktie der zweitgrößten deutschen Bank den Weg zu einem so genannten Penny Stock anzutreten. Nachdem es zu Beginn des Jahres etwas Hoffnung gab und das Papier über der Marke von 2 Euro notierte, hat die Aktie seitdem erneut den Weg nach unten angetreten. Nun sollen laut eines Medienberichts Einschnitte im Privatkundengeschäft dabei helfen das krisengeschüttelte Institut wieder auf die Spur zu bekommen. Laut „Financial Times Deutschland (FTD)“ prüft der Vorstand, ob der größte Konzernbereich mit seinen rund 18.000 Mitarbeitern für das aktuell schwierige Marktumfeld richtig aufgestellt sei. Dieser Schritt würde die nächste Maßnahme in dem fällig gewordenen Konzernumbau bedeuten, bei dem die Bank bereits beschlossen hat, sich aus der Schiffsfinanzierung und der gewerblichen Immobilienfinanzierung zurückzuziehen.

Bei der Aktie des Unternehmens bleibt alles wie gehabt. Denn das Papier ist mit einem 2012er-KGV von 5 sehr günstig bewertet. Jedoch muss man als Anleger sehr starke Nerven mitbringen und gewillt sein lange zu warten, bis irgendwann womöglich wieder bessere Zeiten für die Commerzbank anbrechen.

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[…] auf das, was noch an anderer Stelle kommt. Die Coba-Zahlen werden am 9. August veröffentlicht. Die Commerzbank-Aktie könnte so gesehen bis dahin schon zum Pennystock verkommen sein. Ähnliche Artikel:Deutsche […]