Die angeschlagene Baumarktkette Praktiker (WKN A0F6MD) hatte heute mal wieder eine Überraschung parat. In einer Pressemitteilung wurden die exklusiven Verhandlungen mit Anchorage Capital Europe LLP aufgekündigt und stattdessen neue Verhandlungen mit der österreichischen Semper Constantia Privatbank AG angekündigt.

Laut der Mitteilung will der der Vorstand so über ein von der Privatbank gestern vorgelegtes, neues Kreditangebot Verhandlungen aufnehmen. Anchorage hatte in den Kreditverhandlungen Nachforderungen gestellt, die trotz Entgegenkommens der Beteiligten nicht umfänglich erfüllt werden konnten, so Praktiker. Mit Semper Constantia wurde daraufhin bereits heute ein erstes Gespräch über das Kreditangebot und dessen Realisierungswahrscheinlichkeit geführt. Dieses ist offenbar positiv verlaufen. Praktiker erwartet daher, dass nunmehr ein Vertragsabschluss über die Super Senior Facility kurzfristig und zudem zu besseren Konditionen erfolgen wird. Damit wäre dann ein weiterer wesentlicher Schritt zur Realisierung des vom Vorstand und Aufsichtsrat beschlossenen Sanierungskonzepts erreicht.

Das ganze hört sich auf den ersten Blick gut an. Der abendliche Kurssprung zeigt dies deutlich. Dennoch bleiben noch viele Probleme ungelöst. Wie wir bereits im Juli im Beitrag Praktiker: Hoffen auf die Wende schrieben, bleibt das Hauptproblem des Ramscheindrucks vieler Märkte bestehen. Erst wenn die Max Bahr-Märkte in der Breite dauerhaft akzeptiert werden, hat Praktiker gegen Obi, Hornbach und Bauhaus eine Chance. Und dann muss auch die Profitabilität wieder in den Griff gekriegt werden. 20 Prozent auf alles, außer Tiernahrung, darf sich nicht auch auf die Bilanz auswirken.

Für den Kurs ist die heutige Einigung – so sie denn wirklich in trockene Tücher gebracht werden kann – ein Segen. Der SDAX-Titel kann sich mit dem 20 Prozent -Satz nach vorne nachhaltig vom Allzeittief absetzen. Damit ist der bisherige Abwärtstrend gebrochen. Kurzfristig sind also durchaus auch Kurse von 1,50 Euro und mehr drin. Doch muß die Euphorie am Markt auch bald mit wirklich guten Nachrichten untermauert werden. Dann sieht es auch für die Kursentwicklung der Praktiker-Aktie wieder besser aus.

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1 Kommentar auf "Praktiker versucht es mit einer Finanzierung Made in Österreich – Ist das der Durchbruch?"

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