Bei der Nokia-Aktie (WKN 870737) läuft es weiterhin nicht rund. Nach der kurzzeitigen Erholung vergangenen Woche, geht es heute wieder deutlich nach unten. Konkrete neue Nachrichten gibt es zwar keine, aber es wachsen die Zweifel um die Zukunftsfähigkeit der Finnen. Da helfen auch keine superpositiven Analysen von Banken. Zwar besteht nach wie vor die berechtigte Hoffnung, dass durch die Zusammenarbeit mit Microsoft (WKN 870747) die Rettung gelingt, doch die Risiken sind nicht ohne. Der Kurs dürfte daher weiter auf der Stelle treten.

Nokia hat bei dem Versuch im lukrativen Smartphone-Markt wieder Fuß zu fassen alles auf eine Karte gesetzt. Dabei birgt die Zusammenarbeit mit Microsoft und die ausschließliche Nutzung von Microsofts Windows Phone bei den Lumia-Modellen auch erhebliche Risiken. Dies gaben die Finnen nun sogar im Zuge einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC selbst zu.

Generell sind für Erfolg und Misserfolg von Smartphones die verfügbaren Apps zu einem großen Teil verantwortlich. Da jedoch Windows Phone (weiterhin) ein Schattendasein gegenüber den marktbeherrschenden Systemen iOS von Apple (WKN 865985) und Android von Google (WKN A0B7FY) fristet, dürften sich entsprechend weniger App-Programmierer für Microsofts mobiles Betriebssystem interessieren. Was sich wiederum negativ auf die weiteren Lumia-Verkäufe auswirken würde, auch wenn diese nun auch in Indien erhältlich sind.

Über all dem schwebt zudem ein anderes Damoklesschwert: Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich Microsoft weiter in den Hardware-Bereich vor wagt und damit zum direkten Konkurrenten für Nokia wird. Schließlich hat Microsoft bereits einige PC-Hersteller mit der Vorstellung des eigenen Tablet-PCs Surface verärgert.

Während Analysten jüngst über die hohe Liquidität von Nokia schrieben, schaut der Kursverlauf ganz und gar nicht positiv aus. Laut Société Générale sollen die Finnen im vierten Quartal mehr liquide Mittel erwirtschaftet haben als allgemein angenommen. Wie das mit den 500 Mio. Euro zusammenpasst, die Nokia aufgrund der Windows Phone-Nutzung an Microsoft zu zahlen hatte, bleibt offen. So rechnet eben jeder anders – mit den gleichen Zahlen. Die Franzosen bewerten die Aktie derweil weiterhin mit „Buy“ und Kursziel 5 Euro. Zugleich bleibt die Aktie auf der „Premium List“. Das ist dann meiner Ansicht nach etwas übertrieben.

Klar: Nokia ist international ein heißer Turnaround-Kandidat – aber unter Premium-Aktie verstehe ich etwas anderes. Charttechnisch ist die Aktie nach dem Fall unter den GD100 einmal mehr belastet. Immerhin hält der langfristige Aufwärtstrend noch. Der GD200 verläuft bei rund 2,40 Euro. Erst unter dieser Marke wird es wirklich kritisch. Doch Aufwärtssignale sind auch nicht in Sicht. Aktuell sieht es eher nach einer langwierigen Seitwärtsbewegung entlang der 3-Euro-Marke aus. Da sind für Trader zwar immer mal ein paar Prozent drin, aber da muss man schon starke Nerven haben. Unter langfristigen Gesichtspunkten bieten sich aktuell sicher interessante Einstiegschancen, aber das schnelle Geld macht man wohl eher woanders.

4
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
4 Kommentar Themen
0 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
2 Kommentatoren
Nokia: Diese Sache mit dem 2000%-Potenzial… | Die BörsenbloggerWochenrückblick KW 11: Hochs in DAX & Co., Commerzbank und Telekom im Blick | Die BörsenbloggershaneLTorsten Letzte Kommentartoren
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei
Torsten
Gast

Das ist DIE Frage, die ich mir bei Nokia seit der Einführung der Lumia-Handys stelle. Warum nutzt man nicht auch Android? Zumal Nokia bereits über langjährige Erfahrung darüber verfügt, was es bedeutet, mit dem eigenen Betriebssystem hintendran zu sein (Symbian lässt grüßen). Dann in einer darart prekären Lage, in der sich Nokia befindet, wieder auf die 2te Reihe zu setzen, erschließt sich mir einfach nicht…

shaneL
Gast
shaneL

Wie das mit den 500 Mio. Euro zusammenpasst, die Nokia aufgrund der Windows Phone-Nutzung an Microsoft zu zahlen hatte, bleibt offen. So rechnet eben jeder anders – Richtig, bei Nokia rechnet und recherchiert jeder anders, ganz nach eigenem Gusto sprich Positionierung – ich würde empfehlen diesen Sachverhalt nochmals etwas gründlicher anhand der Originallquelle zu recherchieren – 500 Millionen entspricht dem prognostizierten Überschuss an Microsoft aus Bilanzierung gegenseitiger Zahlungen bis Ende der gegenwärtigen Vertragslaufzeit, bis dato ist Nokia Netto-Empfänger! Aber für einen kleinen Neben-Bash zur aktuell allerorten stattfindenden dümmlichen Diskussion um das letzte sec-filling oder völlig widersinniger Kritik an Nokias WF8-Fokussierung… Weiterlesen »

trackback

[…] Zusammenarbeit mit Microsoft (WKN 870747) die Rettung gelingt, doch die Risiken sind nicht ohne. Der Kurs dürfte daher weiter auf der Stelle treten. Trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes konnte die Österreichische Post (WKN A0JML5) […]

trackback

[…] Doch seit Jahresanfang wurden die guten Meldungen rar. Die Aktie schwenkte mangels Impulsen in eine leicht abwärtsgerichtete Seitwärtsbewegung […]