Bildquelle: Pressebild Dominik Zehatschek/E.ON

Beide sind sie genug „abgestraft“ worden auf dem Parkett. Beide sind eigentlich eine Investition in die Zukunft – schließlich wird „Energie“ eine Megathema in den kommenden 30 Jahren sein. Ein Langfrist-Anleger sollte eine E.on-Aktie (WKN: ENAG99) und/oder das RWE-Papier (WKN: 703712) eigentlich im Depot haben. Wie sieht es aber für einen kurzfristigen Trade bei den Dax-Aktien aus?

E.on kann derzeit durch Gerüchte glänzen. Der Konzern stockt demnach einen südamerikanischen Zeitungsbericht zufolge seinen knapp 12%igen  Anteil an dem brasilianischen Versorger MPX Energia auf. Das Prozedere: Man erwerbe einfach die Hälfte des Anteils des deutschstämmigen brasilianischen Milliardärs Eike Batista, dem 53,9 Prozent von MPX gehören. Dann wird der Anteil von Eon auf 38,65 Prozent steigen, so der Bericht. Die Kosten: rund 730 Millionen Euro. Noch will sich E.On dazu nicht äußern – aber der Deal würde den Konzern weiter bringen. In einer Region, die in den kommenden Jahren weiter nach oben strebt.

Wenn man nun bedenkt, dass der Konzern seine Hausaufgaben hierzulande gemacht hat, dann sollte die Zukunft wieder besser aussehen. Als Anleger sollte man langfristig schauen. Kurzfristig sieht es bescheiden aus. Alle wichtigen Gleitenden Durchschnitte sind im roten Terrain – aber warum nicht genau jetzt in die Aktie rein? Ein Kursziel auf Sicht von 12 Monaten im Bereich 16-18 Euro sollte drin sein. Warburg Research hat jüngst die Einstufung für Eon nach endgültigen Zahlen für 2012 auf „Buy“ mit einem Kursziel von 17,00 Euro belassen. Bis zu diesem Kursziel wären es noch gute 30%. Nicht übel für so ne „langweilige Versorger-Aktie“.

Oder doch lieber RWE? Die Jungs haben immerhin charttechnisch derzeit die Nase vorne. Momentum und Bollinger Bänder sind positiv, ebenso die kurzfristigen GDs.  Und Gerüchte? Die gibt es auch!  Die BASF-Tochter Wintershall prüft nämlich anscheinend einen Kauf der Öl- und Gasfördersparte des Essener Energiekonzerns. Das bringt Fantasie mit sich. Sollte man meinen. Nicht jedoch für die Analysten von Nomura. Die haben das Kursziel für RWE im Zuge der aktuellen Zahlen von 32 auf 25 Euro gesenkt und die Einstufung auf „Reduce“ belassen. Begründung:  Dem Sektor drohe Gefahr von sinkenden Strompreisen und möglichen Dividendenkürzungen. Stimmt durchaus! Deshalb geht E.on beispielsweise seinen Weg in Südamerika. Außerhalb des Heimatmarktes.

Ein Blick auf den Chart-Vergleich:

Die Börsenblogger tendieren im direkten Vergleich aktuell zu einem Engagement bei E.on. Die Aktie ist zwar deutlich weiter von dem GD200  entfernt (auch wenn RWE mit einer Dividendenrendite von mehr als 6% und einem 2014er-KGV von 8 auftrumpfen kann – im Vergleich zu 5,65% und einem 2014er-KGV von knapp 10 bei E.on) – doch wie wir alle wissen: Billige Aktie müssen nicht unbedingt auch wirklich besser sein. Wer jedoch RWE schon im Depot hat – liegen lassen! Ihre Kinder werden die Papiere einmal mit Begeisterung verkaufen und ihre Ausbildung damit finanzieren. Das Gleiche gilt für E.on. Letztlich haben wohl beide ihre Chancen verdient und sind genug abgestraft worden.

Bildquelle: Pressebild Dominik Zehatschek/E.ON

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Paul Skon
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Paul Skon

Werte Blogger, habe mit Intersse den Artikel gelesen, auf welchen ich durch den Link in „finanzen.net“ geleitet wurde, wo ich zur Zeit die Beiden von Ihnen analysierten Versorger beobachte, mich aber noch nicht so recht entscheiden kann. Dabei wurde ich auf folgenden Link aufmerksam gemacht :“Capped Bonus Zertifikat auf RWE St von Commerzbank AG bis 19.12.2013 CZ4QZX“ und würde dazu gerne wissen, was Sie von diesem Invest halten. Darüber hinaus bin ich in ÖMV investiert, was ja letztendlich auch ein Unternehmen im gleichen Segment ist, auch wenn der Schwerpunkt zur Zeit mehr in die Exploration verlagert wird. Wie sehen Sie… Weiterlesen »

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[…] hatten es jüngst erst gehabt. Das Thema der lieben deutschen Energieversorger aus dem DAX. Nun hat die Schweizer Großbank UBS die Einstufung für RWE (WKN: 703712) auf “Sell” […]

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[…] Sowohl die E.ON-Aktie als auch das RWE-Papier haben derzeit aufgrund der jüngsten Kursstürze eine niedrige Bewertung aufzuweisen. Allerdings sollte ein Investment in die Versorgeraktien langfristig ausgelegt sein, denn beide Unternehmen sind immer noch dabei mit den Folgen des deutschen Atomausstiegs fertig zu werden. Während die Umstrukturierungen langfristig Früchte tragen können, sind Maßnahmen wie die der geplante Abbau von Arbeitsplätzen oder Investitionen in Erneuerbare Energien kurzfristig mit hohen Kosten verbunden. Wer sich für eine von beiden Aktien entscheiden will, wir tendieren derzet eher zu E.ON. […]