Bildquelle: Pressebild Solarworld

Nach den enttäuschenden vorläufigen Zahlen hat Solarworld (WKN 510840) nun seine desaströse Quartalsbilanz bestätigt. Der zum Pennystock verkommene frühere TecDAX-Star dürfte daher seine Talfahrt weiter fortsetzen.

In einer kurzen Mitteilung von heute heißt es:

Die SolarWorld AG verkaufte in den ersten drei Monaten des Jahres weniger Solarstrommodule und Bausätze als im Vorjahresquartal. Die Absatzmenge belief sich im 1. Quartal 2013 konzernweit auf 109 (Q1 2012: 147) MW. Einen Rückgang verzeichnete das Unternehmen vor allem im Heimatmarkt Deutschland. Wesentliche Gründe waren das ungewöhnlich harte und lang andauernde Winterwetter sowie der anhaltende Restrukturierungsprozess der SolarWorld. Die insgesamt rückläufigen Absatzmengen und der fortdauernde Preisdruck führten dazu, dass auch der Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahresquartal sank. Einschließlich des Wafergeschäfts erzielte die SolarWorld AG einen Umsatz von 112,2 (Q1 2012: 170,5) Mio. €. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging auf -36,2 (Q1 2012: 26,6) Mio. € zurück. Das Konzernergebnis für das 1. Quartal sank auf -40,0 (Q1 2012: -0,3) Mio. €.

Wie lange es Solarworld in der Form noch gibt ist angesichts dieser Zahlen weiter offen. Es schwebt ja noch immer die Restrukturierung im Raum herum. Zuletzt lies die Gläubigerversammlung den Konzern weiter im Unklaren zurück. Nun sollen Anfang Juli gemeinsame Gläubiger-Vertreter für die weiteren Verhandlungen bestimmt werden. Es ist geplant, die notwendigen Beschlüsse der Hauptversammlung und der Gläubiger im August 2013 fassen zu lassen. Solarworld-Gründer und -Chef Frank Asbeck äußerte sich vergangene Woche optimistisch: „In den nächsten drei Monaten wollen wir alle Gespräche mit Gläubigern und Kapitalgebern konstruktiv zu Ende führen und damit eine gute Zukunft der SolarWorld gestalten.“ Doch damals hoffte er noch auf Strafzölle für chinesische Solarpanels – diese sind aber nach dem Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang kein Thema mehr für Deutschland (und damit wohl auch für die EU).

Während Anleihe-Gläubiger weiter auf eine Umwandlung in Eigenkapital hoffen können, dürften Aktionäre die Gekniffenen sein. Unsere Einschätzung von Anfang Mai ist dabei unverändert. Mehr dazu hier.

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