Bildquelle: Evotec AG

Die Evotec-Aktie (WKN 566480) profitierte kurzzeitig von Übernahmegerüchten und erfreulichen Halbjahresergebnissen sowie einer bestätigten Jahresprognose. Doch nachdem die Luft aus dem TecDAX-Wert bereits in den vergangenen Tagen raus war, sorgten nun Probleme bei einem Partnerunternehmen für einen regelrechten Absturz.

Das Hamburger Biotechnologieunternehmen gab nun bekannt, dass der US-Pharmakonzern Hyperion die Entwicklung des Diabetesmittels DiaPep277 stoppen wird und ein Markteintritt wahrscheinlich ausfällt. DiaPep277 ist eines der fortgeschrittenen Programme aus Evotecs Pipeline. Bei diesem Programm hat Evotec Anspruch auf Umsatzbeteiligungen und Meilensteine. Der Grund für den Entwicklungsstopp sei ein schwerwiegendes Fehlverhalten in Bezug auf die Studiendaten einiger Mitarbeiter bei einem von Hyperion übernommenen Unternehmen.

Evotec setzt zunächst einmal Wertberichtigungen in Höhe von 8,7 Mio. Euro an. Diese sollen jedoch nicht liquiditätswirksamen sein. Allerdings auch eine offene Forderung gegenüber den beiden Unternehmen in Höhe von 3,4 Mio. Euro ausfallen und damit die Jahresprognose gefährden. Damit zeigt sich einmal mehr, wie nah Erfolg und Misserfolg in der Biotechnologiebranche beieinander liegen. Auf der einen Seite lauern große Chancen. Denn die Pharmabranche ist auf die Innovationen aus dem Biotech-Sektor angewiesen, um auf die wachsenden Herausforderungen im Gesundheitswesen zu reagieren.

Quelle: Guidants Aktien-Analysen
Quelle: Guidants Aktien-Analysen

Gleichzeitig hat Evotec weiterhin eine vielversprechende Produkt-Pipeline und attraktive Forschungskooperationen vorzuweisen. Andererseits bergen negative Überraschungen wie ausgefallene Meilensteizahlungen erhebliches Risikopotenzial. Wer ganz mutig ist und nun auf steigende Kurse der Evotec-Aktie setzen möchte, könnte das Derivate-Produkt mit WKN DG1KTN ins Auge fassen. Shorties könnten wiederum einen das Derivate-Produkt mit der WKN DG1MSK interessant finden.

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Bildquelle: Evotec AG

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10 Kommentare auf "Evotec-Aktie: Mit negativen Überraschungen ist immer zu rechnen"

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mj1972
Gast

Interessant ist beim „Absturz“ von Evotec, wie die Investoren sprunghaft in andere Biotech-Werte gewechselt sind. Allen voran Paion, die mit Remimazolam einen „Blockbuster“ (so bezeichnet es CEO Dr. Söhngen) in der Pipeline haben. Der Kurs von Paion legte seit Montag (08.09.) in der Spitze rund 20% zu. Auch das Volumen sprang hier mit dem Evotec-Desaster enorm an.

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[…] heißt es auch zwei Tage nach der indirekten Gewinnwarnung abwarten und Tee trinken. Zwar ist das Diabetesmittel DiaPep277 definitiv vom Tisch, aber zu einer echten Gewinnwarnung ist bisher nach wie vor nicht gekommen. […]

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[…] dem unrühmlichen Ende für das Diabetesmittel DiaPep277 kann Evotec (WKN 566480) am Donnerstag mit einer positiven Nachricht aufwarten. Allerdings scheint […]

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[…] (WKN 566480) am Mittwoch in die Gewinnzone und setzt so die Erholung fort, die nach dem Skandal um das Diabetesmittel DiaPep277 und dem daraus folgenden Kurssturz […]

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[…] in Grenzen halten, solange immer noch ein Zahlungsausfall von bis 3,4 Mio. Euro im Zuge des Skandals bei einer Tochtergesellschaft des Evotec-Partners Hyperion aus den USA […]

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[…] die Aktie des Biotechnologieunternehmens am Mittwoch um mehr als 10 Prozent in die Höhe. Selbst der Skandal um das Diabetesmittel DiaPep277 scheint damit vergeben und vergessen zu […]

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[…] das Vertrauen in Evotec (WKN 566480) verloren. Schuld war insbesondere das unrühmliche Ende für das Diabetesmittel DiaPep277. Während sich bereits zum Jahresende das Blatt gewendet hatte, scheint das TecDAX-Unternehmen zu […]

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[…] vergangenen Jahr wurde dieses insbesondere mit dem unrühmlichen Ende für das Diabetesmittel DiaPep277 angekratzt. Ende 2014 und zu Beginn des neuen Jahres konnte das im TecDAX gelistete […]

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[…] Mithilfe solcher Meldungen schafft es Evotec immer mehr Vertrauen zurückzugewinnen, nachdem das unrühmliche Ende für das Diabetesmittel DiaPep277 im Vorjahr Anleger zum Grübeln gebracht hatte. Am Freitag reicht es für die Evotec-Aktie vorbörslich schon […]

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[…] mit dem französischen Pharmakonzern Sanofi (WKN 920657) eintüten und sich damit etwas für das unrühmliche Ende des Diabetesmittels DiaPep277 im Vorjahr rehabilitieren. Am Dienstagvormittag kommen auch die 2014er-Geschäftsergebnisse des […]