Bildquelle: Pressebild E.ON UK

Als E.ON (WKN ENAG99) am 30. November 2014 eine großangelegte Aufspaltung verkündete, war der Jubel der Börsianer über den mutigen Schritt groß. Doch inzwischen ist viel von der anfänglichen Euphorie verlorengegangen. Angesichts der anhaltend herausfordernden Marktsituation für die großen europäischen Energieversorger bleibt es unsicher, ob die Düsseldorfer noch einmal für ein solches Stimmungshoch an den Aktienmärkten sorgen können.

Den jüngsten Tiefschlag mussten Deutschlands größter Energieversorger E.ON und sein Konkurrent RWE in Zuge ihres so genannten Atomstreits mit der Bundesregierung einstecken. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur Vereinbarkeit der Brennelementesteuer mit europäischem Recht  steht zwar noch aus, allerdings machte Generalanwalt Maciej Szpunar E.ON & Co wenig Hoffnung auf eine Rückzahlung bereits gezahlter Steuern in Milliardenhöhe. In einem am 3. Februar veröffentlichten Gutachten argumentierte er, dass sich aus der Besteuerung keine genehmigungspflichtige staatliche Beihilfe ergeben würde und eine Zustimmung vonseiten der EU-Kommission deshalb nicht benötigt wird. In der Vergangenheit folgte das Gericht meistens dem Rat des Gutachters.

Im April 2014 hatte das Hamburger Finanzgericht bereits den Anträgen der Atomkraftwerksbetreiber stattgegeben und die Hauptzollämter vorläufig zur Rückzahlung von insgesamt 2,2 Mrd. Euro an erstattenden Steuern verpflichtet. Da der EuGH in Luxemburg und das Bundesverfassungsgericht den Fall endgültig klären sollten, konnten die Versorger die Rückzahlung jedoch nicht ergebniswirksam verbuchen. Weniger offen ist dagegen die Zukunft der Kohle- und Gaskraftwerke in Italien. Am 12. Januar konnte E.ON den Verkauf an das tschechische Energieunternehmen (EPH) vermelden. Der Deal soll im zweiten Quartal des Jahres abgeschlossen werden, während eine mögliche Abgabe der verbleibenden Aktivitäten in Italien geprüft wird. Trotzdem ist der Konzernumbau damit noch längst nicht abgeschlossen.

Die verschiedenen Gerichtsprozesse, die sich mit dem Thema Atomausstieg befassen und die Anteilsverkäufe spielen für die Kursentwicklung der E.ON-Aktie eine wichtige Rolle. Zudem sind die Konjunktur und damit die Stromnachfrage sowie die Ukraine-Krise bedeutende Faktoren. Entscheidend dürfte jedoch sein, wie sich Anleger hinsichtlich der geplanten Abspaltung des Atom-, Kohle- und Gas-Geschäfts sowie des globalen Energiehandels und der Exploration & Produktion von dem Unternehmensbereich mit Erneuerbaren Energien, Energienetzen und Kundenlösungen positionieren werden. Einerseits werden auf diese Weise zwei Unternehmen geschaffen, die verschiedene Anlegertypen ansprechen. Zudem werden die enormen Risiken aus dem Rückbau alter Kernkraftwerke und der Beseitigung des Atommülls von den vielversprechenden Zukunftsaktivitäten in den Bereichen Ökostrom oder Kundenlösungen abgekoppelt. Andererseits besteht die Gefahr, dass die entstehenden Unternehmen zu klein sind, um im Wettbewerb zu bestehen.

Quelle: Guidants Aktien-Analysen
Quelle: Guidants Aktien-Analysen

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der E.ON-Aktie erwarten, könnten mit einem Wave XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DX7AM6) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 3,45, die Knock-Out-Schwelle bei 9,70 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem Wave XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DT3V3V, aktueller Hebel 3,08; Knock-Out-Schwelle bei 16,15 Euro) auf fallende Kurse der E.ON-Aktie setzen.

Stand: 09.02.2015/ Ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Direktor db x-markets
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Wendolin
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Wendolin

E.ON und RWE die Aktien von morgen? Bei den Versorgern ist festzustellen, dass die riesigen Reserven von Braunkohle leider nicht in der Bilanz stehen. Während bei Öl und Gas ständig die Vorräte bewertet werden, scheint dies bei den großen Versorgern nebensächlich? Es könnte gut sein, dass die Braunkohlen- Vorräte von RWE fast 1 Billion Euro wert sind. Bei E.ON wird besser nicht geschätzt. Wenn jetzt die Fundamentaldaten beider Unternehmen eingesehen werden, wird meistens von den geringen Schulden im Vergleich zu den tatsächlichen Bodenschätzen gesprochen. Hier sollten die Vorstandschefs beider Konzerne den Anlegern mehr die Wahrheit sagen. Es mag sein, dass… Weiterlesen »

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[…] Starker Tobak also. Doch irgendwie verwundert es auch, warum immer noch so viele Anleger an den Aktien von RWE und E.ON festhalten. Bessere Dividendenpapiere gibt es allemal. Während die RWE-Aktie in den vergangenen fünf Jahren rund 65 Prozent an Wert verloren hat, lag der Wertverlust bei E.ON bei etwas mehr als 50 Prozent. Dabei sieht es angesichts des Ökostrom-Booms nicht danach aus, als könnte die Wende gelingen. Selbst die zunächst bejubelten radikalen Abspaltungspläne bei E.ON scheinen erst einmal verpufft zu sein. […]