Was ist der Unterschied zwischen Vorstandsvorsitzender und Vorstandssprecher?

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Jeder Aktiengesellschaft verfügt über einen Vorstand, der das gesamte operative Geschäft des Unternehmens leitet. In der Regel besteht dieser Vorstand aus mehreren Personen. Die Aufgaben sind dabei genau bezeichnet. Bei mehreren Vorständen gibt es in der Regel einen Vorstandsvorsitzenden, welcher dann gemeinhin als Unternehmenschef bezeichnet wird.

Gesetzliche Regelungen

Die Benennung eines solchen Vorstandsvorsitzenden ist aber keine Pflicht, sondern eine Kann-Regel (§84 Abs. 2 AktG). Dort heißt es:

Werden mehrere Personen zu Vorstandsmitgliedern bestellt, so kann der Aufsichtsrat ein Mitglied zum Vorsitzenden des Vorstands ernennen.

Welche Kompetenzen sich aus dieser Ernennung ergeben, hängt von der jeweiligen Satzung des Unternehmens ab. Meist hat der Vorstandsvorsitzende aber mehr Macht, als ein “normales” Vorstandsmitglied.

Nur einer spricht: Primus inter Pares

Im Gegensatz dazu gibt es auch den Titel Vorstandssprecher. Dieser vertritt lediglich als Primus inter Pares, also als “Erster unter Gleichen”, die gemeinschaftlich beschlossenen Entscheidungen des gesamten Vorstandes nach außen. In der deutschen Unternehmensgeschichte ist dieser Fall vor allem durch die Führung der Deutschen Bank bekannt. Erst vom 1. Februar 2006 an hatte Josef Ackermann mehr “Rechte” als seine Vorstandskollegen. Bis dahin waren seine Vorgänger an der Spitze der Bank lediglich Vorstandssprecher.

Damit näherte sich die Bank den internationalen Gepflogenheiten an, die meist eine zentrale Führung in Form eine Chief Executiv Officer kennt. Dass diese Fixierung auf ein personelles Aushängeschild nicht immer problemlos ist, hat der Fall Apple gezeigt. Hier wirkte sich die Krankheit, der folgende Rückzug und der spätere Tod des Firmengründers Steve Jobs immer wieder negativ auf den Kurs der Apple-Aktie aus.