Bildquelle: markteinblicke.de

Der Erfolg von Musikstreaming-Dienste wie Spotify oder Apple Music ist in der ständigen Verfügbarkeit von Musik – egal welcher Herkunft, welches Genres oder welcher Qualität. Der Konsument bestimmt, was er hören will. Das führt zum schnellen Erfolg von Hitlieferanten, auch wenn etwa Superstar Adele sich nur auf Youtube verlässt und dort neue Rekorde feiert. Gleichzeitig haben aber auch kleine Künstler, speziell auch aus dem Independent-Bereich, die Chance international Gehör zu finden. An deren Lizenzrechten setzt das Geschäftsmodell des Musikdienstleisters SendR (WKN A1YDAZ) an. SendR hat heute Schlagzeilen mit einer großen Übernahme gemacht, nach der das Unternehmen schlagartig seinen Umsatz verdoppeln kann.

Konkret hat der Musikdienstleister die Übernahme von Phonofile, dem größten Digitaldienstleister Nordeuropas, gemeldet. Phonofile schließt sich unter dem Dach von SendR u. a. mit der finetunes GmbH, dem deutschen, digitalen Servicepionier im Bereich des Vertriebs digitaler Musikrechte, zusammen. Beide Firmen werden weiterhin unabhängig und eigenständig auf dem Markt agieren. Mit einem Katalog von über 120.000 Künstlern und mehr als 700.000 Titel ist finetunes eines der führenden unabhängigen Clearing-Häuser für die digitale Auswertung von Musikrechten. Phonofile wiederum ist der führende unabhängige Musikdigitaldienstleister Skandinaviens mit rund 2.000 Musik-Labels im Repertoire. Neben den klassischen Lizenzrechten bietet SendR eine Reihe von Zusatzdienstleistungen an, die von der Digitalisierung von Inhalten über Marketing- und Promotions-Lösungen bis hin zur Bereitstellung von Metadaten reicht.

Laut Henning Thieß, Executive Director von SendR, werden beide Unternehmen in ihren jeweiligen regionalen Territorien ihre jeweiligen Stärken nutzen. „Der Ausbau von neuen gemeinsamen Strategien und damit verbunden der Aufbau der weltweiten Präsenzen steht mittelfristig im Vordergrund der Übernahme. So können wir zukünftig aktiv in diesem Markt eine noch bedeutendere Rolle übernehmen“, heißt es weiter. Für die Musiklizenzgeber wird zudem die Reichweite im weltweiten Bereich erweitert. „Im weiterhin wachsenden Musikstreamingmarkt haben wir nunmehr die Größe erreicht, dass wir alle Facetten für unsere Künstler bzw. Lizenzgeber abdecken“, so Thieß weiter.

SendR ist ein kleiner, sehr marktenger Nebenwert 

Chart: Comdirect
Chart: Comdirect

Hinsichtlich des Kaufpreises wurde vorerst, bis zur vollständigen Integration in die Unternehmensgruppe, Stillschweigen vereinbart. Bekannt ist, dass rund 25 Prozent des Kaufpreises in bar und der andere Teil durch die Ausgabe neuer Aktien geleistet werden. Unabhängig von der heutigen Meldung, muss man sich im Klaren sein: SendR ist ein kleiner, sehr marktenger Nebenwert. An diese sollten sich nur erfahrene Anleger wagen.

Das hat auch dazu geführt, dass im vergangenen Sommer dubiose Newsletter-Anbieter die Aktie empfohlen haben, was sogar zu einer BaFin-Untersuchung führte. Marktmanipulationen wurden dabei bisher nicht festgestellt, zudem hat SendR jegliche Beteiligung daran ausgeschlossen. Seither hat sich bei SendR einiges getan – auch um das Vertrauen am Markt zurück zu gewinnen. Alles in allem sind solche Vorfälle immer ein Warnsignal, vorsichtig zu sein. Dennoch ist das Thema Musiklizenzen im Zusammenhang mit Streamingdiensten sehr spannend, so dass wir uns heute auch mal mit einer Nischenaktie beschäftigen. Ausführliche Bilanzzahlen und andere Informationen sind auf der SendR-Seite zu finden.

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