Den Äußerungen Jerome Powells zufolge, braucht es einen weiteren positiven Arbeitsmarktbericht, um bei der nächsten Sitzung des FOMC-Board, den Start des Tapering – also die Reduktion der monatlichen Anleihekäufe – endgültig zu beschließen.
Besserung in Sicht?
Hintergrund ist, dass per 6. September die während der Coronakrise ausgestalteten Zuschüsse der Zentralregierung in Washington zur Arbeitslosenunterstützung größtenteils weggefallen sind. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass ein Teil der über zehn Millionen offenen Stellen leichter besetzt werden kann. Möglicherweise mussten vorher viele US-Bürger Einkommenseinbußen im Vergleich zur Unterstützungszahlung hinnehmen.
Demzufolge müsste die Arbeitslosigkeit im September deutlich gesunken sein. Erwartet wird jedoch nur ein leichtes Sinken auf 5,1 Prozent nach 5,2 Prozent im Vormonat. Auch enttäuschte der Anstieg der privaten Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft im August mit 235.000 Stellen. Mit 470.000 Stellen im September, wird er zwar besser erwartet, läge damit aber weiterhin unter den 943.000 und 850.000 neu geschaffenen Stellen im Juni bzw. Juni.
Fehlende Dynamik
Wenn nicht zumindest diese Erwartung getroffen wird, kann kaum von einer positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt gesprochen werden. Die dann denkbaren Faktoren zum Erreichen des Vorkrisenniveaus wären fehlende Qualifikationen bzw. ein anderes Anforderungsprofil der Unternehmen oder coronabedingt fehlende Betreuungsangebote für Kinder. Derzeit ist auch keine dynamische Verbesserung in Sicht.
Die Anzahl der neuen Anträge seit Mitte August stagniert bei etwa 350.000 und die Folgeanträge bei gut 2,8 Millionen. Erneut enttäuschende Arbeitsmarktzahlen könnten daher dazu führen, dass die Reaktion an den Aktienbörsen positiv ausfällt – und zwar, wenn die Erwartung eines weiteren Aufschiebens des Tapering damit verbunden wäre.
Ein Kommentar von Carsten Mumm
Er ist Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel. Das Traditionshaus mit Sitz in Hamburg und München setzt auf qualifizierte und umfassende Beratung für vermögende Privatkunden, Unternehmer, Immobilienkunden und institutionelle Kunden.
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Bildquelle: Pressefoto Federal Reserve








