Nvidias steiniger Weg zur ARM-Übernahme

Bildquelle: Pressefoto NVIDIA

Es soll die größte Übernahme in der Halbleiterindustrie aller Zeiten werden. Zum Kaufpreis von 54 Mrd. US-Dollar will der US-Grafikkartenhersteller Nvidia (WKN: 918422 / ISIN: US67066G1040) den britischen Chip-Designer ARM schlucken. Doch die Mega-Transaktion scheint nach wie vor nicht in trockene Tücher gebracht zu sein.

Übernahme immer noch nicht in trockenen Tüchern

Wie Insider der Nachrichtenagentur Reuters berichteten, wollen die Wettbewerbshüter der Europäischen Union die geplante Übernahme vertieft prüfen. Laut den Insidern hat Nvidia zwar Zugeständnisse angeboten, die EU-Wettbewerbsaufsicht habe aber keine Rückmeldungen von Mittwettbewerbern und Chip-Kunden eingeholt, was demnach darauf hindeuten soll, dass diese Zugeständnisse nicht ausreichen.

Nvidia will den britischen Chip-Designer ARM zum Kaufpreis von 54 Mrd. US-Dollar übernehmen. Doch der geplante Mega-Deal scheint noch immer nicht in trockene Tücher gebracht zu sein. (Bildquelle: Pressefoto NVIDIA)

Heftiger Gegenwind aus der Halbleiterindustrie

Vor einem knappen Jahr gab Nvidia bekannt, ARM vom japanischen Technologie-Investor Softbank Group (WKN: 891624 / ISIN: JP3436100006) erwerben zu wollen. In der Halbleiterindustrie stieß das Vorhaben auf kräftigen Gegenwind. Denn ARM hat bislang den Ruf, ein neutraler Player der Branche zu sein, der seine Chip-Entwicklungen den unterschiedlichsten Konzernen anbietet.

Zum Kundenkreis zählen beispielsweise auch Apple, Qualcomm und Samsung Electronics. In den meisten Smartphones der Welt und Millionen anderer Geräte sind lizenzierte ARM-Prozessoren verbaut. Eine eingehendere Untersuchung der EU-Wettbewerbshüter würde für Nvidia den zweiten Rückschlag bedeuten, nachdem zwei Monate zuvor die britische Wettbewerbsaufsicht („antitrust agency“) davor warnte, dass die Übernahme des wichtigsten britischen Tech-Konzerns dem Wettbewerb schaden und die Mittwettbewerber der Branche schwächen könnte.

Das Ende der vorläufigen Untersuchung der EU-Kommission ist für den 27. Oktober 2021 geplant. Laut den Insidern, die Reuters berichteten, dürfte im Anschluss eine viermonatige Untersuchung folgen. Nvidia versuchte bislang zu beschwichtigen, indem erklärt wurde, dass ARM weiterhin als neutraler Technologieanbieter fungieren wird.

Mögliche Übernahme dürfte sich in die Länge ziehen

Ob die Übernahme ernsthaft in Gefahr ist, lässt sich derzeit noch nicht einschätzen. In Großbritannien gab es beispielsweise von Anfang an großen Widerstand gegen den Deal, da ARM als britisches Tech-Juwel gilt, auch wenn das Unternehmen seit 2016 im Besitz von Softbank ist.

Auf der anderen Seite sollen laut Nvidia inzwischen wichtige ARM-Kunden wie Broadcom und MediaTek die geplante Transaktion unterstützen. Die Übernahme, sollte sie denn kommen, könnte aber wesentlich mehr Zeit in Anspruch nehmen als bisher geplant.

Nvidia ist operativ weiter auf Kurs

Gleichwohl dürfte sich der Erfolgskurs bei Nvidia fortsetzen. Der Konzern verzeichnet schon seit Jahren kontinuierlich steigende Umsätze. Die Corona-Krise sorgte für zusätzlichen Rückenwind, denn wegen der zeitweisen Lockdowns und dem verstärkten Trend zum Homeoffice ist die Nachfrage nach PCs und Notebooks kräftig gestiegen und damit auch der Bedarf nach den entsprechenden Grafikprozessoren und -karten.

Auch der durch die Corona-Pandemie nochmals verstärkte Gaming-Boom und die hohe Nachfrage nach leistungsstarken Grafikkarten bei den Minern von Krypto-Währungen wie dem Bitcoin sorgt bei Nvidia für glänzende Geschäfte, wie zuletzt auch das zweite Geschäftsquartal gezeigt hat, in dem der Umsatz auf Jahressicht um 68 Prozent auf 6,5 Mrd. US-Dollar gesteigert wurde.

Top-Empfehlung aus dem Technologiebereich

Das starke Geschäftswachstum in weiteren wichtigen Bereichen wie Rechenzentren, Künstliche Intelligenz oder dem autonomen Fahren dürfte bei der Nvidia-Aktie auch künftig weiteres Gewinnpotenzial eröffnen. Auf Zehnjahressicht legte der Aktienkurs im Schnitt um 55 Prozent jährlich zu. Nvidia ist deshalb eine Top-Empfehlung aus dem Technologiebereich.

Anleger, die auf eine Fortsetzung des langfristigen Aufwärtstrends bei der Nvidia-Aktie setzen möchten, können mit einem Long-Zertifikat (WKN: MA88G9 / ISIN: DE000MA88G94) gehebelt von Kursgewinnen profitieren.

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