Mit dem Inflationsgespenst durch 2022

Bildquelle: DDV, Lars Brandau

Vom berühmten Blick in die Glaskugel nehme ich gleich einmal von vornherein Abstand; ebenso wie von Schätzungen des Dax-Standes zum Jahresende.

Wenn es um einen soliden Ausblick geht, schauen wir wohl zunächst einmal zurück. 2021 lief an den Märkten bemerkenswert gut. Darüber hinaus wird nach wie vor immer neues Geld gedruckt, das wiederum aufgrund der Nullzinsen und des Anlagenotstandes investiert werden muss. Insofern lässt das durchaus den Schluss zu, dass auch 2022 ein Jahr auf sehr hohem Niveau werden dürfte.

Und gerade deshalb gilt für dieses Jahr dasselbe wie für alle anderen Jahre auch: Nämlich, dass der beste Schutz des Kapitals dessen Vermehrung ist. Konkret stellt sich also die Frage, wie offensiv Anlegende das Thema angehen wollen. Denn manch einer, der in der Hoffnung auf hohe Zuwachsraten investierte, erlitt Schiffbruch, weil sich die Risiken der Anlage als deutlich realer als die Chancen herausgestellt hatten.

Zu den meistbeachteten Themen der Anlegenden dürfte die weitere Entwicklung der Inflation zählen. So ganz überraschend kam die nicht; und mit großer Wahrscheinlichkeit kam sie auch, um zu bleiben. Was könnte man nach Jahren der ultralockeren Geldpolitik, der Null- und Negativzinsen auch sonst erwarten?

Zumindest reagieren die Märkte auf immer neue Hiobsbotschaften des sehr lebendigen Inflationsgespenstes bisher einigermaßen gelassen. Wir gewöhnen uns daran, dass die Tankfüllung 20,- Euro mehr kostet, die Lebensmitteleinkäufe teurer werden und die Energiepreise durch die Decke gehen.

Beim Aufbau und der Verwaltung des eigenen Vermögens entscheidet vielfach das Chance-Risiko-Profil über Investitionsentscheidungen. Passt das Produkt in den Portfoliokontext oder nicht; das ist die entscheidende Frage. Strukturierte Wertpapiere werden vermehrt zur „Verstetigung von Erträgen“ eingesetzt. Das erklärt sicher ein Stück weit das große Interesse an Teilschutz-Produkten, wie zum Beispiel Aktien-Anleihen. Vor allem auf Einzelwertebene bieten viele Zertifikate-Typen interessante Seitwärtsrenditen bei gleichzeitig hohen Risikopuffern. Erträge können somit zum Teil von der Marktentwicklung entkoppelt erzielt werden und – je nach Produkt – auch dann, wenn die Hausse an den Börsen ins Stocken gerät.

Um langfristig Vorne zu liegen, sollte das Depot breit allokiert sein. Wer im Rahmen der Möglichkeiten den Zugang zu strukturierten Wertpapieren gefunden hat, ist in dieser Hinsicht schon einmal gut beraten; nicht nur in 2022, sondern auch in allen anderen Jahren.

DDV, Lars BrandauEin Beitrag von Lars Brandau

Er ist seit Gründung des Deutschen Derivate Verbands (DDV) dessen Geschäftsführer und vertritt den DDV auch in den Arbeitsgruppen des europäischen Dachverbands EUSIPA. Der studierte Germanist und Politologe gilt als ausgewiesener Kommunikationsprofi. Zuvor war Lars Brandau unter anderem in verschiedenen leitenden Funktionen beim Nachrichtensender n-tv tätig; zuletzt als Chefmoderator. In dieser Zeit berichtete er als Reporter aus Kriegs- und Krisengebieten, kommentierte zahlreiche Landtags- und Bundestagswahlen und moderierte drei Jahre lang die Telebörse. Weitere Informationen unter: www.derivateverband.de

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