Die Aktie des Software-Unternehmens CompuGroup Medical (WKN: A28890 / ISIN: DE000A288904) gehörte in den vergangenen Jahren zu den Höhenfliegern im TecDAX und im MDAX. Der aktuelle, scharfe Einbruch bei den Technologie-Aktien, der zuletzt immer stärker auf die Gesamtmärkte durchschlug, riss den E-Health-Anbieter aber nun mit in die Tiefe.
Die Aktie fiel zuletzt auf den tiefsten Stand seit dem April 2020 zurück. Momentan lässt es sich zwar noch nicht abschätzen, wie lange sich die Marktkorrektur noch fortsetzen wird. CompuGroup Medical dürfte sich aber in die Riege der Top-Performer einreihen, sobald die Börsen wieder nach oben drehen. Dafür spricht jedenfalls die anhaltend starke, operative Entwicklung des Konzerns.
Neuer Meilenstein beim Umsatz erreicht
Mitte Januar bestätigte CompuGroup Medical erneut die Prognose für das Geschäftsjahr 2021. Demnach wird weiterhin ein Anstieg des Umsatzes bis zu einer Spanne zwischen 1,00 und 1,04 Mrd. Euro erwartet. Damit würde erstmals in der bisherigen Firmengeschichte ein Milliardenumsatz erreicht.
Das bereinigte EBITDA dürfte laut der Pressemitteilung in einer Bandbreite von 210 und 230 Mio. Euro liegen, was einer Marge von 20 bis 23 Prozent entsprechen würde. Die vorläufigen Ergebnisse für 2021 sollen voraussichtlich Anfang März bekanntgegeben werden.

Cyber-Angriff erfolgreich gemeistert
Grund für die Verzögerung der Bekanntgabe, die eigentlich für den 3. Februar 2022 geplant war, ist ein Cyber-Angriff, der offenbar gut bewältigt wurde. CompuGroup erklärte, dass nach der Attacke am 20. Dezember 2021 alle wesentlichen Kundensysteme weiterhin nicht betroffen sind.
Demnach hat das Unternehmen entschlossen die Systeme, Mitarbeitenden und Kunden geschützt und gemeinsam mit allen relevanten öffentlichen Stellen und externen Experten eine Best-Practice-Lösung umgesetzt. So konnten die Geschäftsaktivitäten in allen wesentlichen Belangen eigenen Angaben nach fortgesetzt werden.
Laut CompuGroup wurden die regulatorisch erforderlichen Updates für die Produkte rechtzeitig vor Ende des vergangenen Jahres ausgeliefert. Das Unternehmen erklärte, dass es bis heute weder Beweise für eine illegale Extraktion oder Veröffentlichung von Daten noch einen Beweis dafür gibt, dass Daten von den Angreifern heruntergeladen worden sind. Demnach wurden vorsorglich die internen Systeme vorübergehend heruntergefahren, was zu der Verschiebung der Bekanntgabe des 2021er-Ergebnisse führte.
Sehr positiver Ausblick auf das neue Jahr
Außerdem nahm CompuGroup Medical Mitte Januar Stellung zur erwarteten Entwicklung im neuen Jahr 2022. Der Konzern erwartet ein weiteres Jahr mit starkem organischem Wachstum, das angetrieben wird durch die 2021 gestartete Investitionsinitiative.
Für 2022 werden Erlöse zwischen 1,075 und 1,125 Mrd. Euro avisiert. Das organische Wachstum läge demnach bei plus drei bis plus acht Prozent. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 235 und 260 Mio. Euro liegen (EBITDA-Marge: 21 bis 24 Prozent).
Laut dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Dirk Wössner wird für 2022 wegen der zahlreichen Digitalisierungsinitiativen im Gesundheitswesen weiterhin starker Rückenwind gesehen, wobei der Konzern auch von seiner Marktführerschaft profitieren wird.
Einer der Weltmarktführer im Bereich eHealth
Eigenen Angaben nach gehört CompuGroup Medical zu den führenden eHealth-Unternehmen weltweit. Die Software-Produkte des 1987 gegründeten und in Koblenz ansässigen Unternehmens kommen in Arztpraxen, Apotheken, Laboren und Krankenhäusern zum Einsatz und dienen CompuGroup Medical zufolge einem sichereren und effizienteren Gesundheitswesen. Dazu gehören insbesondere Informationssysteme und webbasierte persönliche Gesundheitsakten.
Zu den über 1,6 Millionen Nutzern zählen vor allem Ärzte, Zahnärzte, Apotheken und sonstige Beschäftigte in ambulanten und stationären Gesundheitseinrichtungen. CompuGroup Medical ist mit eigenen Standorten in 18 Ländern vertreten und beschäftigt rund 8.000 Mitarbeiter. Die Software-Produkte werden in 56 Staaten genutzt.
Aktie unter Druck
Nachdem die Aktie von CompuGroup Medical im September 2021 ein Zwischenhoch bei 83 Euro markierte, wechselten die Papiere in den Konsolidierungs-Modus. Im Sog des Tech-Aktien-Crashs wurde die Aktie zuletzt zeitweise bis unter die 60er-Marke nach unten gezogen, was den tiefsten Stand seit dem April 2020 bedeutet.
Sollte sich die Korrektur fortsetzen, könnte das März-2020-Tief bei 47 Euro getestet werden. Im Falle wieder steigender Kurse würde sich dagegen das nächste Kursziel auf das Top von Anfang Januar 2022 bei 73 Euro stellen.
Kursgewinn: +21 Prozent pro Jahr
Langfristig konnte die CompuGroup-Aktie überzeugen. Auf Zehnjahressicht legte der Kurs im Schnitt um 21 Prozent pro Jahr zu, und das trotz der jüngsten, scharfen Korrektur.
Von den Analysten gab es für die CompuGroup-Aktie in den vergangenen Monaten überwiegend Kaufempfehlungen. Die Baader Bank sieht das nächste Kursziel beispielsweise bei 72 Euro. Noch optimistischer ist die Berenberg Bank, die das nächste Etappenziel auf 88 Euro taxiert.
Anleger, die von einer baldigen Fortsetzung des langfristigen, steilen Aufwärtstrends bei der CompuGroup-Medical-Aktie überzeugt sind, können mit einem Long-Zertifikat (WKN: MA7UY6 / ISIN: DE000MA7UY66) gehebelt von Kursgewinnen profitieren. Skeptiker können dagegen zu passenden Short-Zertifikaten greifen (WKN: MD03FZ / ISIN: DE000MD03FZ4).
Bildquelle: Pixabay / fernandozhiminaicela









