Twitter-Übernahme durch Elon Musk: Das steckt hinter dem Mega-Deal

(Bildquelle: Pressefoto Twitter)

Diese Nachricht ist ein echter Paukenschlag: Der beliebte Kurznachrichten-Dienst Twitter (WKN: A1W6XZ / ISIN: US90184L1026) steht vor der Übernahme durch den derzeit reichsten Menschen der Welt, dem Gründer und Chef von Tesla (WKN: A1CX3T / ISIN: US88160R1014) Elon Musk.

Wie jüngst bekannt wurde, gab der Twitter-Verwaltungsrat den Widerstand gegen Musks Übernahme-Offensive nach nur wenigen Tagen auf und stimmte der geplanten Transaktion zu. Der Tech-Milliardär musste um das zu erreichen noch nicht einmal sein Gebot erhöhen.

Überzeugend genug war offenbar schon, dass Musk Finanzierungszusagen über 46,5 Mrd. US-Dollar anbot. Wenn jetzt auch noch genügend Twitter-Aktionäre ihre Anteile an Musk verkaufen, kann dieser die Kontrolle über Twitter übernehmen.

Musk muss die 50-Prozent-Schwelle überwinden

Elon Musk ist bereits im Besitz von rund neun Prozent aller Twitter-Aktien. Um die Kontrolle zu übernehmen, müsste die 50-Prozent-Schwelle überschritten werden. Denn anders als bei vielen anderen Tech-Unternehmen halten die Gründer und Top-Manager bei Twitter keine Aktien mit ausreichend Stimmrechten, um die Kontrolle über das Unternehmen absichern zu können.

Tesla-Chef will die Meinungsfreiheit stärken

Geplant ist von Seiten Twitter und Musk, die Übernahme bis Ende des Jahres unter Dach und Fach zu bringen. Laut eigenen Aussagen geht es Musk bei dem Deal nicht darum, Geld zu verdienen, sondern darum, die Meinungsfreiheit auf der Nachrichten-Plattform zu stärken. Und das sei Musk zufolge nur möglich, wenn Twitter von der Börse geht. Laut dem Tesla-CEO ist Twitter mit Redefreiheit wichtig für die Demokratie und minimiere die Risiken für die Zivilisation.

In jüngster Vergangenheit klagten bei Twitter über eine angebliche Zensur vor allem die Gruppe derer, gegen deren Beiträge wegen falscher oder irreführender Informationen zur Corona-Pandemie vorgegangen wurde. Außerdem griffen Anhänger von Ex-Präsident Donald Trump Twitter immer wieder an, die nicht ohne weiteres behaupten können, Trump sei die Wahl im Jahr 2020 gestohlen wurde. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass aus diesen beiden Lagern überwiegend Zustimmung zur geplanten Twitter-Übernahme kam.

Es gibt auch kritische Stimmen

Doch es gibt auch kritische Stimmen. Laut der Bürgerrechtsorganisation ACLU (American Civil Liberties Union), bei der Elon Musk Mitglied und wichtiger Förderer ist, ist es gefährlich, so viel Macht einer Person in die Hand zu legen.

Trump wurde bei Twitter ausgeschlossen, nachdem er sich für seine Anhänger solidarisch zeigte, die am 6. Januar 2021 das Kapitol in Washington erstürmt hatten. Bisher erklärte Twitter, dass es für ihn keinen Weg zurück auf die Plattform gibt. Musk könnte dagegen eine andere Auffassung vertreten. Eigener Aussage nach findet er generell vorläufige „Timeouts“ besser als dauerhafte Ausschlüsse.

Kommt es tatsächlich zur geplanten Übernahme, muss Elon Musk die Schulden bedienen, die für den Deal aufgenommen werden müssen. Musk gab Zusagen für Kredite im Volumen von 25,5 Mrd. US-Dollar bekannt und will zusätzlich Aktien im Wert von 21 Mrd. US-Dollar einbringen.

Musk ist mit einem geschätzten Vermögen von 257 Mrd. US-Dollar der derzeit reichste Mensch auf diesem Planeten. Allerdings setzt sich sein Vermögen vor allem aus Tesla-Aktien und Anteilen an seiner Weltraumfirma SpaceX zusammen, weshalb für die Twitter-Übernahme Kredite notwendig sind.

Finanziell ein gewagtes Unterfangen

Ob sich die Übernahme für Musk in finanzieller Hinsicht lohnt, ist fraglich. Twitter erzielte 2021 einen Umsatz von 5 Mrd. US-Dollar, wobei unter dem Strich ein Verlust von 221 Mio. US-Dollar eingefahren wurde. Das zeigt, dass es bislang nicht gelang, die Geschäfte auf Profitabilität zu trimmen, was beispielsweise bei Facebook ganz anders ist.

Eine Vision von Musk ist es, ein Abo-Modell bei Twitter einzuführen, das die Unabhängigkeit von großen Konzernen besser absichern soll als das derzeitige Werbegeschäft. Fraglich ist, ob es genug Nutzer gibt, die bereit sind, für die Twitter-Nutzung auch zu bezahlen.

Mangelnde Profitabilität und schwache Kursentwicklung

Die mangelnde Profitabilität bei Twitter zeigt sich auch in der bisherigen Kursentwicklung. Die Aktie bewegte sich seit dem Börsengang im Jahr 2013 unter hohen Kursschwankungen mehr oder weniger nur seitwärts. Das erklärt auch, warum trotz der jüngsten Aufwärtsbewegung seit dem IPO nur ein mickriger Kursgewinn von im Schnitt vier Prozent pro Jahr zu Buche steht.

Tesla-Aktie im steilen Aufwärtstrend

Ganz anders sieht die Kursentwicklung dagegen bei Tesla aus. Dank immer stärker werdender Geschäftszahlen notiert die Tesla-Aktie seit Ende 2019 in einem steilen Aufwärtstrend. Seit dem Start dieses Höhenflugs konnte sich der Kurs zeitweise mehr als verachtzehnfachen. Neue Rekordhochs bei der Tesla-Aktie dürften in Kürze folgen.

Anleger, die auf eine Fortsetzung der steilen Aufwärtsbewegung bei der Tesla-Aktie setzen möchten, können mit einem Long-Zertifikat (WKN: MA8NMZ / ISIN: DE000MA8NMZ1) gehebelt von Kursgewinnen profitieren.

Bildquelle: Pressefoto Twitter