Infineon: Es bleibt nicht einfach

Bildquelle: Pressefoto Infineon Technologies AG

Mit einem Minus von knapp 35 Prozent gehört die Infineon-Aktie (WKN: 623100 / ISIN: DE0006231004) seit Anfang 2022 zu den schwächsten DAX-Performern. Nun hatte der Halbleiterkonzern Neuigkeiten parat.

Inflations- und Zinssorgen treffen Tech-Werte

In der vergangenen Woche hat die US-Notenbank Fed die Leitzinsen zum ersten Mal seit langer Zeit gleich um 50 Basispunkte angehoben und damit nicht gerade zur Beruhigung der Märkte beigetragen. Die Inflations- und Zinssorgen belasten besonders die Technologiewerte. Entsprechend wenig überraschend fällt der Umstand aus, dass Infineon im Jahr 2022 bisher relativ schwach abgeschnitten hat.

Zumal Belastungsfaktoren wie der Russland-Ukraine-Krieg sowie die Lieferkettenprobleme hinzukommen. Letztere werden durch den rigorosen Kampf der chinesischen Regierung gegen jegliche COVID-19-Ausbrüche und neue Lockdowns in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt verstärkt. Trotz dieses schwierigen Umfeldes konnte sich Infineon behaupten.

Infineon hebt Prognose an

Auf Unternehmensseite freute man sich trotz globaler Unwägbarkeiten im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 (Ende März) über Zuwächse bei Umsatz und Segmentergebnis, während der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr erneut angehoben werden konnte. Das Segmentergebnis lag bei 761 Mio. Euro und die entsprechende Segmentergebnis-Marge bei 23,1 Prozent.

Für das laufende dritte Quartal (Ende Juni) rechnet das Management mit einem Umsatz von rund 3,4 Mrd. Euro bei einer Segmentergebnis-Marge von etwa 21 Prozent. Auf Gesamtjahressicht wurde die Erlösprognose von 13,0 Mrd. Euro auf 13,5 Mrd. Euro plus oder minus 500 Mio. Euro angehoben. Die Segmentergebnis-Marge soll im Mittelpunkt der Umsatzspanne voraussichtlich größer als 22 Prozent sein (zuvor etwa 22 Prozent).

Marktteilnehmer uneinig

Dank der über den Erwartungen liegenden Ergebnisse sowie der höheren Ziele zeigten sich Marktteilnehmer mit den Infineon-Zahlen zufrieden. Daher behielten die UBS-Analysten im Fall der Infineon-Aktie die “Buy”-Einschätzung sowie das Kursziel von 49,00 Euro bei. Auch bei Goldman Sachs lautet das Rating “Buy”. Das Kursziel liegt bei 42,50 Euro. Auch dort wird auf übertroffene Erwartungen und höhere Jahresziele verwiesen.

Bei JPMorgan reicht es dagegen lediglich zu einem “Neutral”-Rating. Die Analysten haben dabei unter anderem die Wechselkurse sowie die entsprechenden Marktreaktionen auf die Entwicklung des Euro-Dollar-Kurses im Blick. Bei Jefferies lautet die Einstufung sogar “Underperform” (Kursziel: 26,00 Euro). Grund ist ein erwarteter Abschwung im kommenden Jahr.

FAZIT

Neben dem schwachen Zinsumfeld für Tech-Werte dürfte den Halbleiteraktien auch eine befürchtete Konjunkturabschwächung nicht schmecken. Dafür profitieren Infineon & Co von langfristigen Trends wie der Digitalisierung sowie der zunehmenden Vernetzung in der Automobilbranche.

Anleger, die von einem Aufwärtstrend bei der Infineon überzeugt sind, könnten mit einem Long-Zertifikat (WKN: MD26NH / ISIN: DE000MD26NH7) gehebelt von Kurssteigerungen profitieren. Pessimisten setzen auf entsprechende Short-Produkte (WKN: MD35Q0 / ISIN: DE000MD35Q02).

Bildquelle: Pressefoto Infineon Technologies AG