Warum Mickey Mouse & Co ins Depot gehören

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In den vergangenen Jahren zeigten sich Anleger von den Vertretern im Bereich Online-Streaming geradezu begeistert. Die Corona-bedingten Lockdowns hatten die Euphorie zusätzlich angeheizt. Schließlich war klar, dass die Menschen sich zu Hause irgendwie beschäftigen mussten.

Dies geschah immer häufiger mit Netflix, Disney+, Amazon Prime oder Apple TV+. Die sich zuspitzende Konkurrenzsituation schien niemanden zu stören. Der Kuchen schien lange Zeit, groß genug zu sein. Doch inzwischen weht den Video-on-Demand-Anbietern ein stärkerer Gegenwind entgegen.

Netflix bringt Branchenkonkurrenten in die Bredouille

Netflix (WKN: 552484 / ISIN: US64110L1061) hatte eine wahre Lawine ausgelöst und andere Branchenvertreter in Mitleidenschaft gezogen. Im ersten Quartal 2022 musste Netflix zum ersten Mal seit über zehn Jahren einen Kundenschwund ausweisen. 200.000 weniger Abonnenten waren bei Netflix angemeldet als noch zum Ende des vierten Quartals 2021. Das Unternehmen rechnet damit, dass im laufenden zweiten Quartal sogar weitere 2 Millionen Abonnenten abwandern sollten.

Die Gründe sind reichlich vorhanden: Beispielsweise müssen viele Haushalte angesichts der hohen Inflation ihr Geld zusammenhalten und sich genau überlegen, welche Ausgaben am Ende tatsächlich noch sein müssen. Ein Abo bei einem der vielen Streaming-Dienste kann da schon einmal als überflüssig erachtet werden. Zumal die Pandemie mutmaßlich vorbei ist und man sich auch wieder außerhalb der eigenen vier Wände vergnügen kann.

Teurer Content

Der Absturz der Netflix-Aktie sorgte auch dafür, dass die Anteilsscheine von Disney (WKN: 855686 / ISIN: US2546871060) zuletzt ordentlich Federn lassen mussten. Seit Anfang 2022 liegt das Kursminus bei rund 32 Prozent. Dies lag jedoch nicht nur an der Schwäche der Netflix-Aktie oder dem von Unsicherheiten geprägten Gesamtmarktumfeld.

Disney hatte seinerseits für das März-Quartal zwar überzeugende Abonnentenzahlen geliefert, jedoch einen schwachen Ausblick gegeben. Für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2021/22 (Ende 2. April) wurden bei Disney+ 7,9 Millionen neue User begrüßt. Zudem dürften vielen Anlegern die hohen Kosten im direct-to-consumer-Bereich nicht gefallen haben.

Der dortige Verlust wurde in Q2 auf minus 887 Mio. US-Dollar ausgeweitet, nach minus 290 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Diese Kosten sollen im laufenden Juni-Quartal weiter ansteigen, da Disney zwar mit „altem“ Content wie Star Wars punkten kann, aber auch mit neuen Serien- und Filmproduktionen den Konkurrenzkampf aufnehmen muss. Konzernweit hatte Disney im abgelaufenen Quartal 19,2 Mrd. US-Dollar erlöst, ein Anstieg von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Hierzu hatte ganz besonders die Erholung des Geschäfts mit den Freizeitparks beigetragen, nachdem gerade dieser Bereich von den Corona-bedingten Kontaktbeschränkungen betroffen war. Die Parks sollten auch weiterhin von der Wiedereröffnung der Wirtschaft profitieren, allerdings besteht die Gefahr, dass eine Rezession diese Erholung zunichte macht.

Experten bleiben optimistisch

Trotz dieser Gefahr sind die Analysten bei Morgan Stanley der Ansicht, dass die jüngsten Zahlen Disneys Wachstumsmöglichkeiten untermauern würden. Aus Analystensicht hat das Unternehmen vor allem in zwei für das langfristige Wachstum wichtigen Bereichen überzeugt. Parks und Disney+.

Zudem wird der jüngste Rückgang des Aktienkurses als Einstiegsgelegenheit gesehen. Demnach würde der diesjährige Kursverlust von mehr als 30 Prozent implizieren, dass Marktteilnehmer dem Streaming-Geschäft Disneys überhaupt keinen Wert beimessen würden. Die jüngsten Erfolge im direct-to-consumer-Bereich zeigen jedoch, dass dies kaum der Fall sein kann. Daher bleibt es im Fall der Disney-Aktie bei dem Kursziel von 170 US-Dollar und einem „Overweight“-Rating.

Zwar drohe die schwächere Konjunktur, das Themenparkgeschäft zu belasten, während bei Disney+ immer noch einiges getan werden müsse, allerdings sehen die Analysten bei der Disney-Aktie aktuell ein Kurspotenzial von mehr als 60 Prozent. Bei KeyBanc-Analyst Brandon Nispel heißt es sogar, dass Disney weiterhin der einzige Wert sei, den er im Medienbereich besitzen möchte.

So seien die jüngsten Quartalsergebnisse im Vergleich zu den Konsensschätzungen sehr stark ausgefallen. Zudem wird auf die DTC-Produkte, relativ starke lineare Marken und die Fähigkeit, Inhalte und Erlebnisse mit den Parks zu verknüpfen, verwiesen. Diese Aspekte dürften aus Analystensicht über viele Jahre hinweg zu einem starken Wachstum führen.

FAZIT

Die Disney-Aktie geriet zuletzt stark unter Druck. Daran war jedoch der Medienkonzern nicht immer selbst schuld. Die Aussichten bleiben dank Disney+ sowie der Erholung der Wirtschaft positiv.

Long Mini Future auf The Walt Disney Company
WKN VV2E3U
ISIN DE000VV2E3U2
Emissionstag 12. Mai 2022
Produkttyp Hebelzertifikat
Emittent Vontobel

 

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