Geschmacksexplosion – frische Kräuter geben den Kick

Frische Kräuter verleihen Speisen das gewisse Etwas. Bildquelle: BVEO

Kräuter liegen gerade hoch im Kurs. Ob Minze im Kaugummi oder Rosmarin in der Seife – aromatische Kräuter begegnen und fast überall im Alltag. Besonders in der Küche spielen sie neben Salz und Pfeffer eine wichtige Rolle, denn sie geben vielen Gerichten den besonderen Geschmacks-Kick und das spezielle Aroma.

Daher ist die Verwendung von Kräutern beim Kochen nicht nur bei Profi-, sondern auch bei Hobbyköchen beliebt. Neben den tollen Aromen steckt in dem grünen Superfood viel Gesundes, wie wichtige Vitamine, Spurenelemente und ätherische Öle, die gleichzeitig für unser Wohlbefinden sorgen.

Die Top-10-Kräuter in deutschen Privathaushalten

In den vergangenen 5 Jahren ist der Kräuterverbrauch in Privathaushalten stetig gestiegen: von 35,1 kg/100 Haushalte (2017) auf 40,0 kg/100 Haushalte (2021). Ganz vorn im Verbrauchs-Ranking liegt das Lieblingskraut der Deutschen: die Petersilie. Aber auch andere Kräuter erfreuen sich großer Beliebtheit. Diese heimischen Kräuter schmeckten den Deutschen im vergangenen Jahr 2021 am besten.

Die beliebtesten Kräuter der Deutschen. Grafik: marktEINBLICKE

Diese Kräuter muss man haben

Petersilie – Gewürz Nr. 1

Unter den Küchenkräutern ist die Petersilie in Deutschland an erster Stelle, denn sie kann vielseitig verwendet werden. Neben dem kräftigen Geschmack besitzt sie wertvolle Inhaltstoffe wie Chlorophyll und die wichtigen Vitamine A, B1 und B6, C und K.

Es gibt glatte und krause Petersilie, wobei die glatte Petersilie etwas milder im Geschmack ist und die krause Variante intensiver. Das Würzen mit Petersilie sollte nach dem Kochen erfolgen, denn mitgekocht verliert sie an Aroma und Vitaminen.

Petersilie wird verwendet für: Eintöpfe, Fleisch, Soßen
Petersilie passt zu: Dill, Kerbel, Schnittlauch, Oregano, Melisse

Krause Petersilie schmeckt intensiver. Bildquelle: BVEO

Schnittlauch – Verwandter der Zwiebel

Schnittlauch ist schon seit dem Mittelalter bekannt, wo es als Mittel gegen Zauberei und Melancholie, aber auch gegen Magenschmerzen eingesetzt wurde. Verwandt ist das grüne Kraut, das wegen seinem hohen Vitamin-C-Gehalt und den Mineralstoffen Kalium, Kalzium und Magnesium sehr gesund ist, mit der Zwiebel. Verarbeitet wird Schnittlauch am besten mit einem scharfen Messer zu kleinen Röllchen.

Schnittlauch wird verwendet für: Salate, Brotaufstriche, Fleischgerichte
Schnittlauch passt zu: Petersilie, Basilikum, Estragon, Kerbel

Brotaufstriche können mit frischen Kräutern zubereitet werden. Bildquelle: BVEO

Minze – die Artenreiche

Die Minze ist eine Kräuterart, die sowohl häufig als Tee verzehrt wird, aber auch zum Würzen von Speisen verwendet wird. Minze gibt es in vielen verschiedenen Sorten, die sich durch ihren Menthol-Gehalt unterscheiden. Manche Sorten schmecken erfrischend nach Pfefferminz, andere etwas milder. So kann frische Minze sowohl herzhafte als auch süße Speisen verfeinern und wird nebenbei gerne für Drinks verwendet.

Minze wird verwendet für: Getränke, Süßspeisen, Zucchini, Tomaten, Gurken
Minze passt zu: Basilikum, Petersilie, Chili, Kardamom

Von Minze gibt es viele Arten. Bildquelle: BVEO

Bärlauch – die Knobi-Alternative

Bärlauch ist eine Alternative zu Knoblauch, denn er ist mit der Zwiebel und dem Knoblauch verwandt. Der Vorteil von Bärlauch gegenüber Knoblauch ist sein milderer Geschmack mit weniger Schärfe, außerdem hinterlässt er keine Knoblauchfahne. Das Kraut enthält viele Vitalstoffe, ätherische Öle, Vitamin C, Sulfide, den Mineralstoff Magnesium und Eisen und Spuren des ansonsten im Knoblauch angesiedelten Allicin, das entzündungshemmend sowie antibiotisch wirken soll. Am besten soll Bärlauch roh genossen werden, damit er sein Aroma behält.

Bärlauch wird verwendet für: Brotaufstriche, Salat, Pesto, Marinade, Kräuterbutter

Salbei – der Ölige

Salbei wurde schon im Altertum gegen Erkältungsbeschwerden eingesetzt und schmeckt würzig-bitter und sehr aromatisch. Seine ätherischen Öle machen ihn sehr pikant und er hat ein starkes Eigenaroma.

Salbei wird verwendet für: Fleischgerichte mit Kalb, Schwein und Lamm, Schmorgerichte, Kartoffeln, Kürbisgerichte, Pasta
Salbei passt zu: Knoblauch, Thymian, Estragon

Salbei passt gut zu Fleischgerichten. Bildquelle: BVEO

Estragon – der Wermut-Verwandte

Estragon ist eine Pflanzenart in der Familie der Korbblütler. Er ist sehr aromatisch, mit einem dezenten Duft von Anis, was von seiner Verwandtschaft mit Wermut kommt. Wenn er frisch verwendet wird, entfaltet er sein volles Aroma.

Estragon wird verwendet für: Kräuteressig, Fleisch, Meeresfrüchte, Wild, Lamm, Gemüse, Sauce Hollandaise, Sauce Béarnaise, Kräuterbutter

Koriander – Supporter für Asia-Gerichte

Der eigentlich zur Familie der Karotten gehörende Koriander ist eines der beliebtesten Gewürze in der asiatischen Küche. Kaum ein Gericht kommt dort ohne das erdige, dezent minzig- und zitronig-frische Aroma des Korianders aus. Um das Aroma zu erhalten wird er am besten erst ganz zum Ende des Kochens zugegeben.

Koriander wird verwendet für: Zutat für Currymischungen, salzige Gerichte, Fisch und Meeresfrüchte, Bohnen, Reis, Kürbis und Wurzelgemüse
Koriander passt zu: Knoblauch, Basilikum, Minze, Petersilie, Zitrone, Chili

Koriander darf in der asiatischen Küche nicht fehlen. Bildquelle: BVEO

Microgreens – das Superfood

Microgreens sind etwas kleines Grünes. Hier wird ein Wachstumsstadium bezeichnet, denn wenn ein Samen austreibt, entsteht zunächst die Sprosse, die anschließend eine kleine Pflanze mit einem ersten Blattpaar ausbildet.

Das ist das sogenannte Microgreen oder zu Deutsch: der Keimling. Im Gegensatz zu Sprossen dürfen Microgreens also etwas länger wachsen und frische, grüne Blätter entwickeln. Sie gelten auch als Superfood mit gesundheitsförderlichen Eigenschaften, haben mehr Proteine, Spurenelemente sowie Vitamine. Kresse gehört beispielsweise zu den Microgreens.

Microgreens werden verwendet für: zum Streuen aufs Brot, Salat, Suppen, Rührei, Pasta, Aufläufe, als Pesto, im Smoothie

Kresse zählt zu den Microgreens. Bildquelle: BVEO

Rosmarin – der Nadelige

Er erinnert optisch an Tannenzweige und duftet herrlich. In den stark würzenden Nadeln stecken appetitanregende, ätherische Öle. Rosmarin ist ein vielseitiges, sehr aromatisches Kraut mit einer leichten Kampfernote. Beim Braten und Grillen lässt man gern ganze Zweige mit garen.

Rosmarin wird verwendet für: Fleischgerichte, Lamm und Wild, Fisch, Gemüse und Salate Rosmarin passt zu: Petersilie, Thymian, Knoblauch

Rosmarinzweige werden am besten im Ganzen mitgegart. Bildquelle: BVEO

Thymian – das Kraut der Provence

Thymian ist ein Muss in den berühmten Kräutern der Provence und auch in der italienischen Küche eines der verbreitetsten Kräuter. Er hat einen dezent bitter-scharfen Geschmack. Anders als bei vielen anderen Kräutern, ist das Aroma des getrockneten Thymians stärker als das des frischen.

Thymian wird verwendet für: Zucchini-, Tomaten- und Kartoffelgerichte, Suppen, Salate, Fleischspeisen, vor allem Lamm

Thymian passt zu: Oregano, Rosmarin, Salbei, Bohnenkraut

Thymian passt zu mediterranen Gerichten. Bildquelle: BVEO

Majoran – der Star am Mittelmeer

Er schmeckt süßlich-pikant und steckt in fast allen deutschen Würstchen und auch in der berühmten Leberwurst, kommt aber aus der Mittelmeer-Küche. Obwohl er mit dem Oregano verwandt ist, sollten sie nicht gemeinsam verwendet werden.

Majoran wird verwendet für: Bratkartoffeln, Pizza, Gyros, Fleisch, Suppen, Eintöpfe, Füllungen, fetthaltiges FleischMajoran passt zu: Zwiebeln, Knoblauch, Petersilie, Thymian

Basilikum – der Allrounder

Basilikum ist ein grünes, großblättriges Kraut, hat seinen Ursprung in Asien und gelangte als Königskraut nach Südeuropa in die mediterrane Küche, von wo aus es eine steile Küchenkarriere durchlief.

Der typische Duft erinnert an Nelken, Anis oder Zitrone, geschmacklich erinnert er an süßlichen Pfeffer und kann je nach Sorte variieren. Rund 40 Sorten Basilikum gibt es. Basilikum ist fester Bestandteil von Kräutermischungen wie „Kräuter der Provence“ oder dem „Bouquet garni“, einem traditionellen Kräuterbündel aus der französischen Küche.

Basilikum wird verwendet für: Gewürz in Pestos, Tomaten- und Pizzasoßen, in mediterranen Fleisch- und Gemüsegerichten

Basilikum passt zu: Koriander, Salbei, Rosmarin, Oregano, Thymian

Basilikum gehört zu den Kräutern der Provence. Bildquelle: BVEO

Dill – das Gurkenkraut

Dill ist ein auch als Gurkenkraut bekanntes Gewürz, das vor allem in der Küche Nordeuropas beliebt ist, aber auch in der orientalischen Küche eingesetzt wird. Er sollte nur kurz mitgekocht werden, da er sonst seine Vitamine A und C verliert. Das leicht süßliche Würzkraut erinnert etwas an Anis und Kümmel.

Dill wird verwendet für: Fischgerichte, Suppen oder Soßen
Dill passt zu: Petersilie, Schnittlauch, Senfkörnern

Kräuter aufbewahren: so geht‘s!

Zum Kochen eignen sich frische Kräuter aus dem Garten am besten. Sind sie jedoch einmal abgeschnitten und werden nicht ganz verbraucht oder sollen später verzehrt werden, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Kräuter möglichst lange haltbar zu machen:

Kräuter im Backofen trocknen

Die älteste Methode, um Kräuter aufzubewahren, ist das Trocknen, denn so halten sich frische Kräuter mit festen Blättern wie Thymian, Rosmarin, Majoran, Oregano, Salbei oder Petersilie bis zu 2 Jahre.

Wer einen Backofen benutzen möchte, legt die Stängel nebeneinander auf ein Backblech und lässt sie bei 30 Grad Ober- und Unterhitze und etwas geöffneter Backofentüre trocknen. Nach etwa 5 Stunden in einen luftdichten und blickdichten Behälter geben und nach Bedarf verwenden.

Kräuter an der Luft trocknen

Kräuter trocknen geht auch ohne Backofen, nämlich an der Luft. Dazu werden sie am besten kurz vor der Blüte geerntet, da sie dann das meiste Aroma haben, und danach am Stängel zu kleinen Sträußen zusammengebunden.

Anschließend werden sie kopfüber an die Decke zum Trocknen aufgehängt. Am geeignetsten sind dunkle Räume mit etwas Luft und mittlerer Temperatur. Etwa ein bis zwei Wochen später sind die Kräuter getrocknet.

Kräuter im Gefrierschrank aufbewahren

Einige Kräuter eignen sich nicht so gut zum Trocknen, wie zum Beispiel Basilikum, Schnittlauch, Dill oder Kresse, deshalb ist hier das Einfrieren die bessere Wahl. Dazu werden die Kräuter zerkleinert und bereits in kleine Portionen aufgeteilt, damit sie später portioniert aufgetaut werden können.

In einer Tüte oder einem Behälter werden sie dann im Gefrierschrank aufbewahrt. Praktisch ist das Einfrieren im Eiswürfelbehälter: Kräuter hineingeben, mit Wasser auffüllen und ab ins Gefrierfach. Beim Kochen können einzelne Kräuterpakete direkt verwendet werden.

Kräuter im Kühlschrank aufbewahren

Um die Kräuter nur 1-2 Wochen aufzubewahren, können diese im Kühlschrank frischgehalten werden. Man muss sie dazu etwas befeuchten, anschließend in Küchenpapier einwickeln und dann ins Gemüsefach legen.

Bildquelle: BVEO