Heidelberger Druck: Aktien-Turnaround nur eine Frage der Zeit!?

Bildquelle: Pressefoto HEIDELBERGER DRUCKMASCHINEN AG

Die Aktie der Heidelberger Druckmaschinen AG (WKN: 731400 / ISIN: DE0007314007) wurde in den vergangenen Monaten im Zuge der Korrektur an den Aktienmärkten mit in die Tiefe gerissen. Die wieder deutlich niedrigeren Kurse könnten hier aber schon bald neue Einstiegsgelegenheiten eröffnen.

Wechsel in die Gewinnzone

Dafür spricht jedenfalls die anhaltend positive operative Entwicklung des SDAX-Konzerns und starkes Wachstumspotenzial in einem Zukunftsmarkt. Wie Heidelberger Druck Anfang Mai berichtete, legte der Umsatz im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2021/2022 (per Ende März 2022) auf Jahressicht um 14 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro zu. Dabei gelang mit einem Nachsteuerergebnis von 33 Mio. Euro der Wechsel zurück in die Gewinnzone (Vorjahr: Verlust 43 Mio. Euro).

„In einem herausfordernden Umfeld sind wir in allen Kerngeschäftsfeldern gewachsen, sowohl bei den Umsätzen als auch im Ergebnis.“ (Dr. Ludwin Monz, Vorstandsvorsitzender)

Starkes Wachstum in der E-Mobilität-Sparte

Laut Heidelberger Druck wuchs im abgeschlossenen Geschäftsjahr prozentual am stärksten der noch junge Geschäftsbereich im Markt der Elektromobilität. Demnach zog die Nachfrage nach Ladestationen für Elektrofahrzeuge, den sogenannten Wallboxen, stark an und konnte beim Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um mehr als 120 Prozent auf rund 50 Mio. Euro zulegen. Eigenen Angaben nach ist das Unternehmen mit inzwischen über 165.000 verkauften Einheiten einer der großen Lieferanten in diesem Bereich.

Wegen der steigenden Nachfrage hat Heidelberg am Standort Wiesloch-Walldorf die Produktionskapazitäten kontinuierlich erhöht und bereits fünf Produktionslinien in Betrieb, wie der Konzern Mitte Juni bekanntgab. Geplant sei, die Zahl der Mitarbeiter von derzeit rund 100 in dieser Sparte weiter zu steigern. Außerdem soll die Erweiterung des internationalen Vertriebs von Ladelösungen weiter forciert werden.

„Die Identifikation und der Ausbau neuer Geschäftsfelder steht für Heidelberg absolut im Fokus. Mit dem Erfolg der Heidelberg Ladelösungen zeigen wir eindrücklich, wie wir durch Technologietransfer ein neues Geschäftsfeld erschließen und in kurzer Zeit eine sehr gute Marktposition erreichen können“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Dr. Ludwin Monz.

Eigenständiges E-Mobilität-Unternehmen gegründet

Wie das Unternehmen Mitte Juni verkündete, wurde das Geschäftsfeld der E-Mobilität vom Druckmaschinengeschäft gelöst und firmiert zum Start ins neue Geschäftsjahr seit dem 1. April als eigenständige Gesellschaft unter dem Namen Amperfied GmbH (www.amperfied.com). Mit dieser Maßnahme soll diese Sparte künftig noch schneller und flexibler weiterentwickelt werden.

„Mit der Gründung der Amperfied GmbH konzentrieren wir uns auf den Markt der Elektromobilität und wollen den erfolgreich eingeschlagenen Weg fortsetzen“. (Dr. Ludwin Monz, CEO)

Ziel des neuen Tochterunternehmens mit Sitz in Walldorf sei es, sich zum Technologieführer für eine emissionsfreie und lebenswerte Zukunft zu entwickeln und dazu die Mobilität und Energieversorgung aktiv zu gestalten. Wie Heidelberger Druck erklärte, soll mit dem Ausbau der Belegschaft in allen Bereichen, von der Entwicklung über die Fertigung bis hin zum Vertrieb, das künftige Wachstum der Gesellschaft weiter vorangetrieben werden.

Die Geschäfte bei Heidelberger Druck ziehen wieder kräftig an, wie die jüngsten Geschäftszahlen zeigen. Weiteres Wachstumspotenzial eröffnet sich im Bereich Ladestationen für E-Autos. (Bildquelle: Pressefoto HEIDELBERGER DRUCKMASCHINEN AG)

Neue Generation von Wallboxen in Arbeit

Geplant ist außerdem, im Herbst 2022 eine neue Generation an smarten Wallboxen vorzustellen. Unter dem Namen AMPERFIED Wallbox Connect soll dann eine Produktfamilie an vernetzbaren Ladesystemen verfügbar sein. Die Steuerung der Wallboxen erfolgt per App. Diese ermöglicht es, Diagnosen zu erstellen, wann und wie das E-Auto geladen werden soll.

Laut Heidelberg kann der Ladevorgang selbst auch direkt gestartet oder beendet beziehungsweise die Ladeleistung jederzeit reduziert oder erhöht werden. Außerdem sei auch zeitversetztes Laden möglich, um Kosten zu sparen. Heidelberg erklärte, dass die Autorisierung direkt an der Ladestation per RFID erfolgt und dass die Anbindung an ein Home Energy Management (HEMS) ebenfalls gegeben ist. Die wartungsfreien Ladesysteme seien für den Einsatz in Carports und Garagen sowie für den Außenbereich geeignet.

Bodenbildung abwarten

An der Börse kletterte die Heidelberger-Druck-Aktie im Januar 2022 auf ein Dreijahreshoch bei 3,14 Euro. Im Anschluss gingen die Notierungen in den Sinkflug über und brachen bis Mitte Juni auf zeitweise 1,57 Euro ein. Vorerst notiert die SDAX-Aktie damit im Abwärtstrend. Vor einem möglichen Einstieg sollten Anleger hier deshalb eine Bodenbildung abwarten.

Starke Auftragsentwicklung

Die Chancen für einen baldigen Turnaround stehen auf jeden Fall gut, da auch im laufenden Jahr mit starken Geschäftszahlen zu rechnen ist. So lag der Auftragsbestand per Ende März bei rund 900 Mio. Euro, was eigenen Angaben nach der höchste Wert seit über zehn Jahren war.

Positive Analysteneinschätzung

Optimistisch gestimmt ist beispielsweise auch Warburg Research. Das Analysehaus hat Mitte Juni die bisherige Kaufempfehlung für die Aktie von Heidelberger Druck bestätigt und das Kursziel von 2,50 auf 2,60 Euro angehoben.

Bildquelle: Pressefoto HEIDELBERGER DRUCKMASCHINEN AG