Shop Apotheke: Das E-Rezept soll´s bringen

Bildquelle: Pressefoto Shop Apotheke Europe

Die Aktie von Shop Apotheke Europe (WKN: A2AR94 / ISIN: NL0012044747) verzeichnete in den vergangenen Jahren eine steile Berg-und-Tal-Fahrt. Nachdem der Kurs zwischen Januar 2020 und Februar 2021 von 43 Euro auf ein Rekordhoch bei 249 Euro regelrecht durch die Decke schoss, gingen die Notierungen in den Sinkflug über.

Zuletzt Negativ-Meldungen am laufenden Band

Dabei brach die Aktie bis zum März dieses Jahres 2022 zeitweise auf 65 Euro ein. Grund für den Absturz des einstigen Börsen-Highflyers waren immer wieder neue Negativ-Schlagzeilen. Dazu gehörten Verzögerungen bei der Einführung des E-Rezepts, Logistikprobleme, die für enttäuschende Quartalszahlen sorgten und das umstrittene deutsche Rabattverbot für Online-Apotheken.

Nachrichtentechnisch hellte sich die Lage bei Shop Apotheke Europe aber in den vergangenen Monaten wieder deutlich auf. Im März verkündete das Unternehmen zunächst starke Zahlen für das abgeschlossene Geschäftsjahr. So wurde 2021 erstmal in der bisherigen Firmengeschichte beim Umsatz die Marke von einer Mrd. Euro überschritten und ein neuer Rekordwert bei den aktiven KundInnen verzeichnet. Auch im Jahresauftakt-Quartal blieb die Kundenentwicklung sehr dynamisch.

Positive Entwicklungen beim E-Rezept

Vor allem die jüngsten Entwicklungen beim E-Rezept stimmen aber hoffnungsvoll, bei dem es in Deutschland zunächst einen Fehlstart gegeben hatte. Dafür sprechen neue Aussagen von der gematik GmbH, die 2005 von den Spitzenorganisationen des deutschen Gesundheitswesens gegründet wurde, um die Einführung und Weiterentwicklung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und ihrer Infrastruktur in Deutschland voranzutreiben.

Wie die gematik Mitte Juni dieses Jahres erklärte, zeigt ein Blick auf das Dashboard, dass seit dem 11. Juni 2022 über 30.000 E-Rezepte in Deutschland durch Apotheken beliefert worden sind. Diese sollen voraussichtlich bis Ende Juli dann auch von den Krankenkassen abgerechnet sein. Die gematik erklärte, dass damit ein zentrales Qualitätskriterium der Testphase zeitnah erreicht und der Übergang zur flächendeckenden Einführung des E-Rezepts geebnet wird.

„Es freut mich sehr, dass wir damit – noch vor der Zeit – die Weichen stellen, um ab September das E-Rezept in der Breite der Versorgung voranzubringen. Ein wichtiger Schritt, dem noch viele weitere folgen werden, schließlich beginnen wir gerade erst, das Potenzial des E-Rezepts zu nutzen. In Zukunft werden weitere Services rund um Arzneimittel sowie das digitale Einlöse-Prozedere hinzukommen, um Arzt- und Apothekengänge noch weiter zu erleichtern“, kommentierte der CEO der gematik Dr. Markus Leyck Dieken.

Das E-Rezept soll im September kommen

Wie gematik erklärte, werden mit dem Erreichen der Qualitätskriterien der bundesweiten Testphase ab dem 1. September 2022 die Apotheken in ganz Deutschland elektronische Rezepte annehmen. Demnach werden in Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe in Praxen und Krankenhäusern dann kontinuierlich hochlaufend E-Rezepte ausgestellt, mit dem Ziel, das E-Rezept flächendeckend zu nutzen. Auf dieses schrittweise Verfahren zur flächendeckenden Einführung hatten sich die gematik-Gesellschafter Ende Mai 2022 einstimmig geeinigt.

Im Nachbarland Österreich ist die Digitalisierung der Medikamentenabgabe bereits weiter fortgeschritten als hierzulande. Bereits jetzt werden Rezepte elektronisch an Apotheken übermittelt, allein in der vergangenen Woche wurden rund 1,2 Millionen Rezepte ausgestellt.

Deutliche Geschäftsbelebung wird erhofft

Online-Apotheken wie Zur Rose (WKN: A0Q6J0 / ISIN: CH0042615283) und Shop Apotheke Europe versprechen sich von der verpflichtenden E-Rezept-Einführung eine Geschäftsbelebung, da vor allem der Bereich mit verschreibungspflichtigen Medikamenten sehr großes Wachstumspotenzial eröffnet.

Großer Optimismus bei den Analysten

Nachdem die Aktie von Shop Apotheke Europe im März ein Tief bei 65 Euro markierte, konnten sich die Notierungen bis Mitte Juni zeitweise wieder bis knapp unter die 90er-Marke nach oben arbeiten. Charttechnisch bleibt die Lage vorerst noch angespannt.

Sollte aber in den kommenden Wochen die Rückeroberung der 200-Tage-Linie (110 Euro) gelingen, würde einer neuen, übergeordneten Aufwärtsbewegung nichts im Wege stehen. Das nächste Kursziel wäre dann das Zwischenhoch vom November 2021 bei 165,70 Euro.

Die Analysten sprechen für die Aktie von Shop Apotheke mehrheitlich Kaufempfehlungen aus und sehen großes Aufholpotenzial. Die Credit Suisse beispielsweise sieht das nächste Kursziel bei 147 Euro. Noch optimistischer ist Jefferies. Die US-Bank taxiert das Kursziel auf 201 Euro.

Bildquelle: Pressefoto Shop Apotheke Europe