Die Klimafrage im Depot: Eine besonders elegante ETF-Lösung

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Die Suche nach Alternativen zu russischem Gas

Als es um Sanktionen gegen Russland im Energiebereich als Antwort auf den Krieg in der Ukraine ging, war man sich innerhalb der EU in Bezug auf einen Importstopp von russischer Kohle schnell einig. Irgendwie konnten sich die Mitgliedsländer dann auch noch auf ein Teil-Embargo bei den Lieferungen von Rohöl einigen.

Diese sollen zumindest auf dem Seeweg verboten sein, jedoch über Pipelines weiterhin europäische Kunden erreichen. In Sachen Erdgaslieferungen wird die Sache jedoch besonders schwierig. Schließlich ist Europa sehr stark von Erdgaslieferungen aus Russland abhängig.

In Deutschland versucht man nun so schnell wie möglich, Flüssiggasterminals auf die Beine zu stellen. Auf diese Weise kann das Gas auch mithilfe spezieller Tanker aus den USA, Katar oder Australien bezogen werden. Allerdings sind solche Lösungen nicht über Nacht realisierbar.

LNG ist ein wichtiger Bestandteil der künftigen Energiepolitik. Bildquelle: Chevron Australia Pty Ltd

Außerdem bedeuten sie, dass weiterhin fossiles Erdgas zum Einsatz kommt und die Energiewende auf diese Weise nicht vorangebracht wird. Weitaus eleganter wäre eine Lösung, die für Alternativen zu russischem Erdgas sorgt und gleichzeitig Teil der Energiewende ist. Solche Lösungen liegen bereits auf dem Tisch.

Investmentprodukte auf der Höhe der Zeit

Rahul Bhushan, Mitgründer des thematischen ETF-Anbieters Rize ETF, sagt: „Die IEA (Internationale Energieagentur) schlägt aktuell Sofortmaßnahmen vor, welche nicht nur die Abhängigkeit von russischem Gas verringern, sondern gleichzeitig die kurzfristige Widerstandsfähigkeit des EU-Gasnetzes verbessern und auch Verbraucherinteressen berücksichtigen.

Die Stärkung dieser Bemühung nach Unabhängigkeit bleibt nicht auf die Politik beschränkt, auch Investoren können dazu beitragen, die meisten dieser Ziele schneller zu erreichen.“ So würden laut Bhushan Investmentprodukte wie der Rize Environmental Impact 100 UCITS ETF (WRLD) in Unternehmen investieren, die einen Großteil der Forderungen längst umsetzen. Bhushan verdeutlicht, welche Unternehmen die IEA-Maßnahmen schon jetzt mit Hochdruck umsetzen würden:

Aussichtsreiche Unternehmen im Investment-Fokus

„2022 wird die Erzeugungskapazität Erneuerbarer Energie in der EU im Vergleich zu 2021 voraussichtlich um mehr als 100 Terawattstunden oder 15 Prozent steigen – mit Produktions- und Umsatzsteigerungen im gesamten wirtschaftlichen Umfeld.

  • Das italienische Unternehmen Prysmian S.p.A. beispielsweise entwickelt und konstruiert eine breite Palette von Kabeln für Anwendungen in der Energie- und Telekommunikationsbranche.
  • Vestas Wind Systems SE aus Dänemark entwickelt, fertigt und wartet weltweit Windkraftanlagen.
  • Auch Nordex (WKN: A0D655 / ISIN: DE000A0D6554) ist auf Windenergieanlagen spezialisiert, entwickelt und produziert jedoch auch Rotorblätter und Steuerungssysteme.
  • Die SMA Solar Technology AG aus Hessen (Deutschland) ist Hersteller von Wechselrichtern für solar erzeugten Strom und auf Photovoltaikanlagen spezialisiert.“

Großes Einsparpotenzial

Neben der Wind- und Solarenergie gibt es viele weitere interessante Bereiche. Laut Bhushan hält der Ersatz von Gaskesseln durch Wärmepumpen einiges an Potenzial bereit. „Wärmepumpen sind im Vergleich zu herkömmlichen Gaskesseln äußerst effiziente und kostengünstige Heizgeräte.

Eine EU-weite Verdopplung der Installationsraten würde zwar Investitionen in Höhe von 15 Mrd. Euro erfordern, aber dadurch könnten jährlich zwei Milliarden Kubikmeter Gas eingespart werden“, sagt Bhushan.

Damit nicht genug. Häufig wird unterschätzt, welches Potenzial in der Einsparung von Energie liegt. Bhushan verweist darauf, dass daher 15 Prozent des WRLD-Fonds auf Energieeffizienzlösungen ausgerichtet seien.

In diesem Zusammenhang nennt er Unternehmen wie Kingspan Group plc, ein globaler Akteur im Bereich Hochleistungsdämmung und Gebäudehüllentechnologien. Owens Corning Inc. stelle hingegen Baustoffe, Glasfaserverstärkungen und technische Materialien für Verbundsysteme her.

So ein Bild wollen die meisten Investoren langfristig  nicht mehr sehen. Bildquelle: Pixabay / stevepb

Nachhaltige Ziele für die Energiewende

Daneben beschäftigt sich der Rize Environmental Impact 100 UCITS ETF (WRLD) mit vielen weiteren Themen, die in Zusammenhang mit der Energiewende bedeutend sind. Der ETF investiert laut eigener Darstellung in die 100 innovativsten und wirkungsvollsten Unternehmen, die potenziell von der Entwicklung und Anwendung von Lösungen für die drängendsten Klima- und Umweltherausforderungen der Welt profitieren können.

Dazu werden führende und innovative Unternehmen in den Bereichen sauberes Wasser, Elektrofahrzeuge, Erneuerbare Energien und Wasserstoff, Energieeffizienz, Abfall und Kreislaufwirtschaft sowie naturbasierte Lösungen gezählt.

Der Indexfonds wurde entwickelt, um die sechs Umweltziele zu erreichen, die in der EU-Taxonomie für nachhaltige Aktivitäten festgelegt sind: (1) Eindämmung des Klimawandels; (2) Anpassung an den Klimawandel; (3) nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen; (4) Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft; (5) Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung; und (6) Schutz und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme.

mE-FAZIT

Mit Investmentvehikeln wie dem Rize Environmental Impact 100 UCITS ETF (WRLD) (WKN: A3CN9S / ISIN: IE00BLRPRR04) haben Anleger nicht nur die Möglichkeit, Umwelt- und Klimafragen im Rahmen ihrer Geldanlagen zu unterstützen. Mit der Suche nach Alternativen zu Erdgaslieferungen aus Russland ist ein besonders aktuelles Thema hinzugekommen.

Rize Environmental Impact 100 ETF
WKN A3CN9S
ISIN IE00BLRPRR04
Fondsgesellschaft Rize ETF
Auflegungsdatum 14.07.21
Fondsvermögen (Anteilklasse) 16,4 Mio. Euro
Fondswährung US-Dollar
Fondskategorie Aktien
Ertragsverwendung thesaurierend
Total Expense Ratio (TER) 0,55 Prozent
Geschäftsjahresende 31.12.

 

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