Alternative Investments: Vom florierenden CO2-Handel profitieren

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Das Thema Klimaschutz hat in den vergangenen Jahren verstärkt in die Finanzwelt Einzug gehalten. Immer mehr Anleger legen bei ihren Investitionen Wert auf Nachhaltigkeit. Dabei eröffnen sich inzwischen die unterschiedlichsten Möglichkeiten, den Klimaschutz und die Energiewende mit passenden Investments voranzutreiben. Ein Beispiel hierfür ist der Handel mit CO2-Zertifikaten, der Anlegern inzwischen über passende Derivate zugänglich ist.

Der CO2-Handel floriert wieder

Aktuelle Berichte zeigen, dass CO2-Zertifikate, deren Ziel es ist, die Emission von Treibhausgasen zu reduzieren, derzeit so gefragt sind wie vor Beginn der Corona-Krise. Die Pandemie hatte der europäischen Wirtschaft im Jahr 2020 einen kräftigen Dämpfer beschert, was den Ausstoß an Treibhausgasen zeitweise deutlich verringert hatte. Doch im Laufe des vergangenen Jahres hat sich diese Entwicklung gewendet.

Wie aus einem aktuellen Bericht der Deutschen Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt hervorgeht, haben die im EU-Emissionshandel erfassten deutschen Fabriken und Unternehmen 2021 wieder beinahe genauso viel Treibhausgase ausgestoßen wie im Vorkrisenjahr 2019.

Die rund 1.700 erfassten Anlagen emittierten 355 Millionen Tonnen Kohlendioxid oder vergleichbare Gase. Damit errechnete sich ein Anstieg um elf Prozent gegenüber 2020, wobei das Niveau von 2019 nur um etwa acht Millionen Tonnen unterboten worden ist.

Schnellere Abkehr von fossilen Energien muss vorangetrieben werden

„Der Wiederanstieg der Emissionen im Jahr 2021, dem zweiten Jahr der Pandemie, war erwartbar, jedoch nicht dessen Ausmaß“, kommentierte Dirk Messner, der Präsident des Umweltbundesamts. Laut Messner scheint damit der vor der Pandemie zu beobachtende Trend zu starken Senkungen des Ausstoßes an Treibhausgasen vorerst gestoppt zu sein.

Seiner Ansicht nach muss hier entschieden gegengesteuert und die schnellere Abkehr von fossilen Energien vorangetrieben werden. Messner zufolge gilt dies umso mehr angesichts des Ukraine-Kriegs und dem Versuch, bei Energielieferungen unabhängiger von Russland zu werden.

Ziel des Handels mit Emissionsberechtigungen ist es, den Umstieg von Kohle, Öl und Gas auf erneuerbare Energien attraktiver zu machen. (Bildquelle: Pixabay / scholty1970)

Anreize für den Umstieg auf erneuerbare Energien

Ziel des europäischen Emissionshandels ist es, die Treibhausgase in der Europäischen Union drastisch zu senken. Die Verursacher benötigen für jede Tonne CO2 oder jede Tonne eines äquivalenten Treibhausgases, die ausgestoßen wird, eine Berechtigung. In jedem Jahr sinkt dabei die erlaubte Gesamtmenge, weshalb die gehandelten Zertifikate tendenziell immer teurer werden. Dahinter steht die Idee, dass der Umstieg auf CO2-freie Produktionsanlagen bei steigenden Zertifikatepreisen immer attraktiver wird.

Der Versuch, in dieses System auch die Sektoren Gebäude und Verkehr zu integrieren, scheiterte Anfang Juni zunächst im Europaparlament. Doch die Verhandlungen über eine Reform und das weitere Vorgehen bei der Reduzierung der Anzahl an Emissionsberechtigungen laufen weiter.

Die Preise für Emissionszertifikate dürften weiter steigen

Da die Klimaziele in der EU sehr ehrgeizig sind, ist mit einer baldigen Ausweitung des CO2-Handels auf andere Bereiche zu rechnen und damit ebenso mit steigenden Preisen für die gehandelten Zertifikate. Da auf diese unterdessen auch ein entsprechender Future aufgelegt worden ist, der an der Terminbörse ICE gehandelt wird, gibt es auch für Privatanleger die Möglichkeit, mit passenden Derivaten von anziehenden Kursen zu partizipieren.

So können Anleger im CO2-Handel mitmischen

Eines dieser neuen Finanzprodukte ist das Index-Zertifikat (WKN: DA0ABC / ISIN: DE000DA0ABC8) auf den CO2 Index. Dieser Index bildet die Wertentwicklung der Emissionsrechte direkt ab und ermöglicht es Anlegern, ihr Depot mit einem spannenden Energiethema zu diversifizieren.

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