Meta Platforms: Alles oder nichts

Bildquelle: Pressefoto Facebook/Meta

Für Meta Platforms (WKN: A1JWVX / ISIN: US30303M1027) ist das Marktumfeld derzeit alles andere als ideal, trotzdem geht das Unternehmen “formerly known as Facebook” mit dem Metaverse eine große Wette ein.

Aus “FB” wird “META”

Am 9. Juni 2022 ging für Meta Platforms eine weitere Ära zu Ende. Der Social-Media-Gigant hatte bereits Ende Oktober 2021 seinen Namen geändert. Aus Facebook war Meta Platforms geworden. Das Börsenkürzel “FB” blieb jedoch eine Weile erhalten.

Doch damit ist es nun auch vorbei. Zuvor wurde dieses Kürzel mit dem Unternehmen seit seinem Börsengang im Jahr 2012 sowie für viele Anleger seitdem mit einer erfreulichen Kursperformance verbunden.

An der US-Technologiebörse Nasdaq läuft Meta Platforms nun auch unter dem wesentlich passenderen Kürzel “META”. Ob es für den Konzern die richtige Entscheidung war, voll auf das Metaversum zu setzen, bleibt allerdings abzuwarten. Der Weg bleibt noch sehr lang.

Auch wenn man dies bei Konzernchef Mark Zuckerberg und bei Meta insgesamt nicht gerne hören wird – anders als Social Media oder das Internet, ist das Metaverse noch weit davon entfernt, im “Mainstream” anzukommen.

Nur wenige Deutsche können Metaversum erklären

Beim Digitalverband bitkom und der Initiative “Digital für alle” wollte man ganz allgemein wissen, wie gut sich der deutsche Ottonormalverbarucher in Sachen Digitalisierung auskennt. Es sollte unter anderem herausgefunden werden, wie vielen Menschen hierzulande Begriffe wie Quantencomputer, Kryptowährungen, Chat-Bots, Web3, Blockchain und eben auch Metaversum bekannt sind. Die Ergebnisse dürften Meta kaum gefallen.

Laut bitkom haben 75 Prozent der Deutschen noch nie vom Metaversum gehört. Während 15 Prozent den Begriff zwar schon einmal gehört haben, trauen sich nur 4 Prozent zu, ihn zu erklären, heißt es weiter. Dies muss für Meta allerdings noch kein Beinbruch sein. Schließlich gibt es Menschen, die selbst heutzutage noch mit dem Begriff Internet oder Social Media Probleme haben.

The next big thing

Wenn man Meatverse-Pionieren wie dem Risikokapitalisten Matthew Ball glauben schenken mag, steht das Metaversum am Beginn eines vorgezeichneten Pfades, ähnlich wie andere große  technologische Entwicklungen wie das World Wide Web oder Streaming-Angebote wie Netflix.

Während man viele Details nicht vorhersagen könne, würden laut Ball die Umrisse zukünftiger Lösungen lange auch vor der technischen Umsetzbarkeit verstanden und sichtbar sein. An einem solchen Punkt befinden wir uns seiner Ansicht nach im Fall des Metaverse.

Große Wette

Während sich viele Deutsche wenig bis gar nichts unter dem Metaversum vorstellen können, scheint eines sicher zu sein: Meta Platforms möchte in den kommenden Jahren enorme Summen in die Entwicklung des Metaverse stecken. Im Vergleich dazu ist die Namensänderung nur ein kleiner Schritt.

Es ist sind unter anderem diese hohen, erwarteten Ausgaben, die die Meta-Aktie bereits vor den allgemeinen Marktturbulenzen rund die Zins- und Inflationssorgen, die Technologie- und Wachstumswerte in besonderem Maße getroffen haben, unter Druck gebracht hatten. Im Geschäftsjahr 2021 hatte Meta bereits mit dem Bereich Reality Labs einen Verlust von mehr als 10 Mrd. US-Dollar eingefahren.

Dort sind die Hard- und Software sowie Inhalte rund das Thema Augmented- und Virtual-Reality zusammengefasst. In den kommenden Jahren dürften weitere Verluste angehäuft werden. Schließlich sind die Ziele ambitioniert. Im Jahr 2030 will der Konzern im Metaverse 1 Milliarde Nutzer begrüßen. Zudem soll sich eine ganze Wirtschaft entwickeln, die ein digitales Handelsvolumen von hunderten Milliarden US-Dollar generieren soll, während Meta dank der hohen frühen Investition auch First-Mover-Vorteile nutzen möchte.

Viele Herausforderungen

Anleger fragen sich derzeit jedoch nicht nur, ob sich die hohen Ausgaben für die Entwicklung des Metaverse für Meta Platforms rechnen werden. Sämtliche Technologie- und Wachstumswerte stehen derzeit angesichts der Zins- und Inflationssorgen unter Druck. Im speziellen Fall von Meta kommen zudem die seit geraumer Zeit vonseiten von Apple (WKN: 865985 / ISIN: US0378331005) verschärften Datenschutzrichtlinien al sBelastungsfaktor für die Geschäfte hinzu.

Zwischen den beiden Tech-Giganten ist so etwas wie ein Kampf um die Freiheit und Datensicherheit im Internet ausgebrochen. Seit einiger Zeit versucht sich Apple als eine Art Beschützer der Daten seiner Nutzer zu etablieren. Dies ist ganz besonders einem Unternehmen wie Meta Platforms, das mithilfe von Unmengen von Daten seiner User, versucht, gezielte Werbebanner zu schalten ein Dorn im Auge.

Darüber hinaus versucht Meta mit Reels immer mehr auf die Konkurrenz durch Tiktok zu antworten. Dort sind die Anzeigen aber laut Meta nicht ganz so lukrativ wie beispielsweise im Newsfeed der User. Und dann bleibt natürlich die allgemeine Marktstimmung. Aufgrund der erwarteten Leitzinserhöhungen wird am Markt eine Rezession befürchtet. Dies könnte wiederum dafür sorgen, dass Unternehmen ihre Werbebudgets zusammenstreichen.

Reichlich Kurspotenzial?

Es sind unter anderem solche Aussichten, die dafür gesorgt haben, dass die Meta-Aktie seit Anfang 2022 rund 50 Prozent an Wert eingebüßt hat. Eine nachhaltige Bodenbildung wollte sich zuletzt nicht einstellen. Trotzdem sind viele Analysten noch nicht bereit, das Handtuch zu werfen.

Analyst Brad Erickson von der Royal Bank of Canada nahm die Aussicht auf wohl sinkende Werbeausgaben der Unternehmen zum Anlass, das Kursziel für die Meta-Aktie von 240,00 auf 200,00 US-Dollar zu senken. Zumal er bei dieser Gelegenheit die Schätzungen für viele weitere Internetunternehmen wie Amazon oder Alphabet senkte.

Es bleibt allerdings im Fall von Meta bei der “Outperform”-Einschätzung. Bei Goldman Sachs traut man dem Papier sogar einen Sprung auf 290 US-Dollar (Rating: “Buy”) zu. Auch dort diente die Aussicht auf ein schwächeres makroökonomisches Umfeld als Anlass für eine pessimistischere Einschätzung in Bezug auf die US-Technologie- und Internetunternehmen.

Damit liegt Goldman Sachs aber genau auf dem Median-Kursziel von 290,00 US-Dollar, was aktuell einem Kurspotenzial von mehr als 70 Prozent entsprechen würde. Das höchste Kursziel (553,00 US-Dollar) würde derzeit sogar einem Kurspotenzial von mehr als 225 Prozent entsprechen.

FAZIT

Neben einem für Technologie- und Wachstumswerte ungünstigen Marktumfeld stellen sich rund um Meta Platforms viele weitere Fragen. Und dies nicht nur in Bezug auf die enormen Metaverse-Investitionen. Daher sollten Anleger vorerst abwarten, bis sich die Lag zumindest in Sachen Zinsen und Inflation beruhigt hat. Wer allerdings vom Metaversum überzeugt sind, kann auf eine Vielzahl von Anlagealternativen zurückgreifen.

Bildquelle: Pressefoto Facebook/Meta