Leifheit: Wie gewonnen, so zerronnen

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Der Haushaltswaren-Markenhersteller Leifheit (WKN: 646450 / ISIN: DE0006464506) konnte den Wachstumskurs im vergangenen Jahr fortsetzen, wie die Mitte Februar veröffentlichten Geschäftszahlen gezeigt haben. Allerdings wurde das zweite Halbjahr 2021 durch die hohen Rohstoff-, Fracht- und Energiekosten deutlich belastet.

Die angespannte Lage auf den Rohstoffmärkten und im Logistikbereich machte sich auch im ersten Quartal 2022 in der Geschäftsentwicklung bei Leifheit negativ bemerkbar. Leifheit-Aktionäre, die auf eine Entspannung der Lage im zweiten Quartal hofften, wurden enttäuscht.

Die Gewinne schmelzen dahin

Wie der Konzern Mitte Juli berichtete, wurde nach vorläufigen Zahlen im zweiten Quartal ein Betriebsgewinn (EBIT) in Höhe von -0,5 Mio. Euro verzeichnet, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein positives EBIT von 5,3 Mio. Euro zu Buche stand. Laut Leifheit wurde dementsprechend im ersten Halbjahr 2022 ein EBIT von 2,1 Mio. Euro verbucht, was auf Jahressicht einen Rückgang um knapp 85 Prozent bedeutete.

 

„Die Ergebnisentwicklung des Konzerns wird weiterhin von stark steigenden Material-, Fracht- und Energiekosten sowie anhaltenden Engpässen in den Beschaffungsmärkten belastet. Gleichzeitig führen die wachsende Inflation und die Unsicherheiten vor dem Hintergrund des Russland-Ukraine-Kriegs zu einer deutlichen Konsumzurückhaltung der Verbraucher.“

 

Leifheit zufolge lag der Umsatz im ersten Halbjahr 2022 bei 136,3 Mio. Euro, womit sich gegenüber dem außerordentlich starken Vorjahreszeitraum ein Minus von 12,5 Prozent errechnete (Umsatz Q2: 64,5 Mio. Euro, Q2 2021: 69,9 Mio. Euro).

Die Lage wird neu bewertet

Wie Leifheit erklärte, konnten Verkaufspreiserhöhungen und ein striktes Kosten-Management den enormen Anstieg der Beschaffungskosten nur teilweise kompensieren. Auf Grundlage der vorläufigen Geschäftsergebnisse des ersten Halbjahres 2022 und der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat der Vorstand eine Neueinschätzung der Erwartungen für das Gesamtjahr 2022 vorgenommen.

Nachdem bisher ein EBIT deutlich unter dem Vorjahreswert (2021: 20,1 Mio. Euro) prognostiziert wurde, wird nun konkret ein EBIT im unteren einstelligen Millionenbereich erwartet. Für 2022 rechnet der Vorstand jetzt mit einem starken, voraussichtlich aber noch im einstelligen Prozentbereich liegenden Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahreswert (2021: 288,3 Mio. Euro). Die vorherige Prognose sah nur einen leichten Rückgang der Erlöse vor.

Aktie im Sinkflug

An der Börse verzeichnete die Leifheit-Aktie in den vergangenen Jahren eine steile Berg-und-Tal-Fahrt. Nachdem sich der Kurs zwischen März 2020 und Mai 2021 verdreieinhalbfachte und ein Rekordhoch bei knapp 50 Euro markierte, brachen die Notierungen bis Mitte Juli 2022 zeitweise in den Bereich der 18-Euro-Marke ein.

Weiteres Korrekturpotenzial

Charttechnisch zeigen die Trendpfeile für die Aktie damit aktuell klar nach unten. Gut möglich ist, dass in Kürze das März-2020-Tief bei 14 Euro angesteuert wird. Dementsprechend ist der Titel zumindest kurzfristig ein Short-Kandidat.

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