Übergang in eine klimafreundlichere Welt

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Angesichts der wartungsbedingten Abschaltung der Pipeline Nordstream I fragen sich Viele, ob Russland in Zukunft weniger oder sogar kein Erdgas nach Deutschland liefern wird. Es wird befürchtet, dass eine schlechtere Versorgung der Unternehmen hierzulande mit Gas zu einer Rezession führen könnte. Außerdem hat es dazu geführt, dass die Themen Umwelt- und Klimaschutz hintenangestellt wurden.

Rückkehr der Atommeiler?

Wo es möglich ist, könnte die klimaschädliche Kohleenergie Gasknappheiten wettmachen. Selbst über eine Rückkehr zur Atomenergie wird hierzulande diskutiert. Beispielsweise sagte Christian Dürr, Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion, gegenüber der dpa: „Wir wollen nicht den Teufel an die Wand malen. Aber wir müssen uns auf ein Szenario einstellen, das weitreichende Konsequenzen für private Haushalte und die deutsche Industrie haben könnte. Kein Kubikmeter Gas sollte mehr verstromt werden müssen. Deswegen wäre es jetzt richtig, die Laufzeiten der Kernkraftwerke über den Winter hinaus zu verlängern.“

Um eine mögliche Energiekrise im Winter zu verhindern, sollen kurzfristig höhere Umweltbelastungen in Kauf genommen werden. Trotzdem führt langfristig kein Weg an der Energiewende vorbei. In vielerlei Hinsicht kann der Krieg in der Ukraine und die westlichen Sanktionen gegen Russland der Energiewende einen Schub versetzen. Schließlich zeigt sich, dass eine Unabhängigkeit von russischen Energielieferungen erreicht werden muss, während Erneuerbare Energien gleichzeitig die Chance bieten, das Thema Klima- und Umweltschutz voranzubringen.

Ambitionierte Klimaziele

Unabhängig von der Frage der Erdgaslieferungen aus Russland scheint die Energiewende, wenn auch manchmal langsam, voranzuschreiten. Viele Volkswirtschaften haben sich bis zum Jahr 2050 die Klimaneutralität vorgenommen, während die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg sowie Bewegungen wie Fridays-for-Future die Themen Klima- und Umweltschutz in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit gerückt haben. So kam es auch, dass sich die Weltpolitik im Zuge der Pariser UN-Klimakonferenz im Jahr 2015 auf ein globales Klimaschutzabkommen einigen konnte.

Dieses sieht unter anderem vor, dass die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf „deutlich unter“ 2 Grad begrenzt werden soll. Es soll sogar Anstrengungen für eine Begrenzung auf 1,5 Grad Celsius geben. Die Europäische Union (EU) möchte ihrerseits bis zum Jahr 2030 55 Prozent der Treibhausgase im Vergleich zu 1990 einsparen und 2050 die Klimaneutralität erreicht haben. Ob die unter der sogenannten EU-Taxonomie vorgenommene Einschätzung, das Erdgas und Atomkraft unter bestimmten Bedingungen nachhaltig seien, helfen wird, bleibt abzuwarten.

Bereits zuvor zeigte sich an dem Verhalten von Investoren, dass Aspekte des Umwelt- und Klimaschutzes bei ihren Anlageentscheidungen eine immer wichtigere Rolle spielen. Dieses Interesse macht sich nicht nur im Kauf der Tesla-Aktie bemerkbar. Das Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V. berichtet, dass Privatanleger ihre Investitionen in nachhaltige Geldanlagen 2021 im Vorjahresvergleich verdreifacht hätten. Der Wert sei um 230 Prozent auf insgesamt 131,2 Mrd. Euro angestiegen. Angesichts des zunehmenden Interesses ist es kein Wunder, dass immer mehr Finanzprodukte versuchen, diese gestiegene Nachfrage nach nachhaltigen Investments zu befriedigen.

Dekarbonisierung kommt voran

Seit Mitte Juni hat beispielsweise Franklin Templeton einen neuen MSCI China Paris-Klimafonds für europäische Anleger im Angebot. Dieser adressiert nicht nur Unternehmen, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen dabei helfen sollen, die Pariser Klimaziele zu erreichen. Er widmet sich auch ganz speziell dem chinesischen Markt. Schließlich bleibt die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt trotz der COVID-19-Delle auf Wachstumskurs und sollte dank Trends wie der wachsenden Mittelschicht auch in Zukunft Potenzial mitbringen.

Zudem gehört China derzeit dank seiner immer noch stark von der Kohleenergie abhängigen Wirtschaft zu den größten Emittenten von CO2. Gleichzeitig ist die Pekinger Regierung aber auch besonders eifrig dabei, dies zu ändern und der Wind- und Solarenergie sowie anderen nachhaltigen Energieformen den Vorzug zu geben. In diesem speziellen Fall wird der Franklin MSCI China Paris Aligned Climate UCITS ETF (WKN: A3DJVV / ISIN: IE000EBPC0Z7) die EU Climate Benchmark PAB und die MSCI China Climate Paris-Aligned Indizes abbilden und chinesische Aktienwerte mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung umfassen.

Laut Fondsanbieter Franklin Templeton wurde der Index für Anleger entwickelt, die den Übergang in eine klimafreundlichere Welt beschleunigen und physische Klimarisiken reduzieren wollen. Er soll chinesische Unternehmen übergewichten, die sich auf eine kohlenstoffärmere Wirtschaft umstellen und gleichzeitig eine vollständige Ausrichtung auf die Dekarbonisierungsziele des Pariser Klimaabkommens sicherstellen.

FAZIT

Unabhängig davon, ob die Entwicklungen rund um den Krieg in der Ukraine sowie die sich daraus ergebenden Folgen für die deutsche und europäische Energieversorgung die Energiewende aufhalten oder beschleunigen, dürfte diese langfristig unausweichlich sein. Entsprechend bleibt dieses Thema auch in der Anlegergemeinde wichtig, sodass auch Investmentvehikel wie der Franklin MSCI China Paris Aligned Climate UCITS ETF vermehrt aufgelegt werden sollten.

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