Apple zeigt Anlegern wie Börse geht

Bildquelle: Pressefoto Apple

Die extrem hohe Inflation bleibt an den Finanzmärkten weiterhin ein Dauerthema. Am Donnerstag vermeldete das Statistische Bundesamt, dass sich in Deutschland Waren und Dienstleistungen im Juli auf Jahressicht um 7,5 Prozent verteuerten. Das bedeutete zwar im Vergleich zum Juni (+7,6 Prozent) einen leichten Rückgang, eine nachhaltige Trendwende bleibt aber vorerst noch nicht in Sicht.

Auch in den USA sieht es nicht besser aus. Schätzungen nach dürfte die Inflationsrate hier im Gesamtjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr bei plus 7,68 Prozent liegen. Die hohen Preissteigerungen stellen auch Unternehmen vor große Herausforderungen. Zum einen, weil die Kosten für Rohstoffe, wichtige industrielle Vorprodukte und Energie belasten. Zum anderen, da der Geldbeutel bei den Verbrauchern immer enger sitzt, was zu mehr Kaufzurückhaltung verleitet.

Trotz aller Störfeuer: Apple bleibt auf Wachstumskurs

Ungeachtet der hohen Inflation und weltweiter Lieferkettenprobleme konnte Apple (WKN: 865985 / ISIN: US0378331005) wieder einmal mit starken Geschäftszahlen aufwarten. Im dritten Geschäftsquartal (per Ende Juni) legten die Konzernerlöse im Jahresvergleich um zwei Prozent auf 83 Mrd. US-Dollar zu. Dieses Ergebnis lag sogar leicht über den optimistischen Prognosen der Analysten, die einen Umsatz von im Schnitt 82,8 Mrd. Dollar erwarteten.

Das iPhone bleibt ein Kassenschlager

Maßgeblichen Anteil am Erlöszuwachs hatte wieder einmal das iPhone. Hier verbesserten sich die Erlöse im abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal gegenüber dem Vorjahr von 39,6 auf 40,7 Mrd. Dollar. Wie das Analyseunternehmen Canalys erklärte, konnte der US-Konzern im zurückliegenden Quartal wegen starker Verkäufe des iPhone 13 seinen Anteil am insgesamt um neun Prozent geschrumpften Smartphone-Markt ausbauen.

Die iPhone-Verkäufe machten dementsprechend fast die Hälfte des Gesamtkonzernerlöses aus. Apple-Finanzchef Luca Maestri erklärte, dass sich der allgemeine Wirtschaftseinbruch auf die Werbeeinnahmen, auf die Verkäufe von Accessoires (u.a. Kopfhörer und Airtags) sowie den Lautsprecher Home Pod auswirkt. „Glücklicherweise haben wir ein breites Portfolio, weswegen wir das navigieren können“, kommentierte Maestri.

Laut dem Finanzchef nehmen die lange Zeit gravierenden Lieferkettenprobleme ab. Diese würden aber bei den Mac-Computern und iPads weiterhin eine Rolle spielen. Dadurch seien Apple im abgelaufenen Quartal knapp 4 Mrd. Dollar an Einnahmen entgangen, das sei jedoch weniger als ursprünglich erwartet worden ist.

Die Macs und Macbooks erlebten zeitweise eine Sonderkonjunktur durch den Home-Office-Trend, hatten aber zuletzt Rückgänge verzeichnet. So verringerten sich die Mac-Erlöse im abgeschlossenen Quartal um knapp zehn Prozent.

Die Services-Sparte von Apple wird immer wichtiger

Das Services-Geschäft floriert nach wie vor. Inzwischen verbucht Apple 860 Millionen Bezahlkunden über die verschiedenen Plattformen (u.a. Apple TV+, iCloud+, Apple Music, iTunes Store), nach 825 Millionen im Vorquartal. Die Erlöse des Services-Sparte verbesserten sich im abgeschlossenen Quartal auf Jahressicht von 17,5 auf 19,6 Mrd. Dollar.

Unter dem Strich verzeichnete Apple im Zeitraum April bis Juni 2022 im Jahresvergleich einen Gewinnrückgang um 10,6 Prozent auf 19,4 Mrd. Dollar beziehungsweise 1,20 Dollar pro Aktie. Hier hatten Analysten im Vorfeld aber nur mit einem Gewinn von durchschnittlich 1,16 Dollar pro Aktie gerechnet.

Die Apple-Aktie bleibt charttechnisch aussichtsreich

An der Börse liegt bei Apple ein neues Kaufsignal in der Luft. Nachdem die Dow-Jones-Aktie im Juni auf 123 Euro korrigierte, arbeitete sich der Kurs inzwischen wieder bis auf zeitweise 158 Euro nach oben. Damit steht hier das Rekordhoch vom April bei rund 163 Euro im Fokus.

Ein Ausbruch nach oben würde ein starkes Kaufsignal bedeuten. Die weiteren Etappenziele wären dann die nächsten runden Marken bei 170 und 180 Euro.

Neue Allzeithochs sind bei Apple quasi vorprogrammiert. Denn schon seit vielen Jahren notiert die Aktie in einem übergeordneten Aufwärtstrend. Auf Zehnjahressicht beispielsweise steht hier ein beeindruckender Kursgewinn von im Schnitt 24 Prozent pro Jahr zu Buche.

Warren Buffett baut seine Apple-Beteiligung aus

Anleger, die auf weiteres Wachstum bei Apple setzen, sind übrigens in guter Gesellschaft. Denn Apple ist mit einem Anteil von mehr als 40 Prozent die größte Position im Portfolio der von Börsen-Legende Warren Buffett gegründeten und geführten Investment-Gesellschaft Berkshire Hathaway.

Buffett wird nicht müde, den Smartphone-Pionier immer wieder in den höchsten Tönen zu loben. Kein Wunder also, dass der Multi-Milliardär die jüngste Konsolidierung der Apple-Aktie zum Nachkauf im Volumen von 600 Mio. US-Dollar nutzte.

Wer das Einzelaktien-Risiko bei Apple vermeiden und auf die positive Kursentwicklung eines ganzen Aktienkorbs von amerikanischen und europäischen Unternehmen setzen möchte, kann sich einmal das folgende Index-Zertifikat (WKN: DA0AAT / ISIN: DE000DA0AAT4) auf den Titan 20 Index anschauen.

In diesem Index sind 20 Unternehmen enthalten, die sich an der Börse in den vergangenen Jahren besonders stark entwickelt haben und die auch von den Analysten positiv bewertet werden. Dazu zählen neben Apple unter anderem auch Visa, Microsoft, Novo Nordisk und T-Mobile US.

Bildquelle: Pressefoto Apple