AT&S setzt auf die richtigen Märkte

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Die Aktie von AT&S (WKN: 922230 / ISIN: AT0000969985) gehörte in den vergangenen beiden Jahren zu den Höhenfliegern im österreichischen Börsenindex ATX. Seit dem Zwischentief vom März 2020 bei rund 9 Euro hat sich der Kurs, trotz der jüngsten Korrektur, bis heute rund verfünffacht.

AT&S weiter auf Wachstumskurs

Grund für die Kurs-Rallye ist, dass der Leiterplatten-Hersteller zu den großen Profiteuren des weltweiten Booms in der Chip-Industrie gehört. Und das zeigte sich wieder einmal in den jüngsten Geschäftszahlen von AT&S, die Anfang August verkündet worden sind. Der Umsatz legte im ersten Geschäftsquartal 2022/2023 (per Ende Juni) auf Jahressicht um 58 Prozent auf 503 Mio. Euro zu.

Wie AT&S erklärte, erwies sich als wesentlicher Treiber für die erfreuliche Entwicklung die robuste Nachfrage nach ABF-Substraten, die durch die zusätzlichen Kapazitäten in Chongqing, China, noch stärker bedient werden konnte.

Darüber hinaus soll auch weiterhin die Strategie zum Erfolg mitbeitragen, das Anwendungsportfolio bei mobilen Endgeräten zu verbreitern und das Geschäft mit Modulleiterplatten zu forcieren.

„Trotz schwieriger Rahmenbedingungen konnten wir einmal mehr zeigen, dass wir auf die richtigen Märkte gesetzt haben.“ (CEO Andreas Gerstenmayer)

Laut AT&S soll der Bereich Automotive die größte Steigerung verzeichnet haben. Demnach wäre aber eine noch bessere Entwicklung möglich gewesen, wenn es keine Engpässe in der Automobilzuliefererindustrie gegeben hätte.

AT&S verbucht deutlichen Gewinnsprung

Noch stärker fiel bei AT&S die Gewinnentwicklung aus. Der bereinigte Betriebsgewinn (EBITDA) machte im Zeitraum April bis Juni im Jahresvergleich einen Sprung um 183 Prozent auf 145 Mio. Euro nach oben. Damit konnten sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis Rekordwerte verbucht werden.

„Wir liegen strategisch und operativ weiterhin auf Kurs, um unsere kurz- und mittelfristigen Ziele zu erreichen. Für das Geschäftsjahr 2022/23 peilen wir einen Umsatz von rund 2,2 Mrd. Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 27 bis 30 Prozent an. Wenn unser Aufbau zusätzlicher Produktionskapazitäten in Chongqing, Kulim und Leoben weiterhin nach Plan läuft, werden wir schon im Geschäftsjahr 2025/26 einen Umsatz von 3,5 Mrd. Euro erreichen bei einer EBITDA-Marge von 27 bis 32 Prozent“, sagte AT&S-CEO Gerstenmayer zu den weiteren geschäftlichen Zielen.

AT&S ist europäischer Marktführer

AT&S ist im Jahr 1987 aus mehreren österreichischen, verstaatlichten Industrieunternehmen hervorgegangen. Seitdem ist das Unternehmen zu einem der weltweit führenden Leiterplatten-Herstellern und zum europäischen Marktführer in diesem Bereich aufgestiegen, der unter anderem Kunden aus den Branchen Mobilfunk, Automobilelektronik, Industrieelektronik und Medizintechnik beliefert.

Der Konzern verfügt über Produktionsstandorte in Leoben und Fehring in Österreich, Ansan in Südkorea, Nanjangud in Indien sowie Shanghai und Chongqing in China. Außerdem gibt es zahlreiche Vertriebsniederlassungen in Europa, Asien und in den USA. Dabei sind weltweit rund 10.000 Mitarbeiter für die AT&S Gruppe beschäftigt.

Ein Profiteur von Zukunfts-Trends

AT&S gehört als einer der führenden Leiterplatten-Herstellern schon seit vielen Jahren zu den größten Profiteuren von zukunftsweisenden Trends in der Elektronikindustrie wie beispielsweise der zunehmenden Vernetzung von Fahrzeugen, der „Maschine-zu-Maschine“-Kommunikation im Industrie-Segment („Industrie 2.0“) oder der steigenden Nachfrage nach mobilen Anwendungen wie unter anderem Smartwatches.

Hier liegt das nächste Kursziel

An der Börse markierte die Aktie von AT&S im Mai dieses Jahres ein neues Allzeithoch bei 57,30 Euro. Nach einem Rücksetzer bis zum Juli auf 42 Euro legten die Notierungen bis Anfang August auf zeitweise 46 Euro zu. Setzt sich die Kurserholung fort, könnte bald wieder das jüngste Rekordhoch in Angriff genommen werden.

mE-Fazit

Als Europas führender Leiterplatten-Hersteller profitiert AT&S von Zukunftstrends wie Industrie 2.0 und der zunehmenden Vernetzung von Fahrzeugen. Die hohe Nachfrage nach Computer-Chips und damit auch nach Leiterplatten schlägt sich bei AT&S in den jüngsten Geschäftszahlen und im sehr positiven Geschäftsausblick nieder. An der Börse dürften bei AT&S bald neue Rekordhochs folgen.

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