Lohnt sich jetzt wieder Festgeld?

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Nicht nur bei den Baugeldzinsen sind die vergangenen Wochen dynamisch gewesen. Auch bei der Verzinsung von Tages- und Festgeld hat sich etwas getan. Feiert womöglich ein Sparklassiker ein Comeback?

Laut Heike Marie von Rothenscheide, Geschäftsführerin der Zinsplattform ” Mono” werden angesichts der Zinsentwicklung klassische Geldanlagen wie Tages- und Festgeldkonten im Zuge der Zinswende attraktiver.

So hätten erste Banken die Zinsen besonders für kurze, aber auch für mittlere Laufzeiten erhöht. Eine Dynamik, die sich aus Sicht des Vergleichsportals im Laufe des Jahres sogar beschleunigen könnte, so die Expertin.

Die Trendwende beim Festgeld ist eingeläutet

Sie geht davon aus, dass zwei Prozent und mehr Zinsen für ein zweijähriges Festgeld bald möglich sein könnte. Auch das Verbraucherportal biallo sieht eine Trendwende eingeläutet. Der Biallo-Festgeld-Index – eine Zusammenschau von mehr als 50 Festgeld-Angeboten – ist demnach von seinem Rekordtief Mitte April bei 0,13 Prozent auf nunmehr 0,20 Prozent geklettert.

„Wir gehen davon aus, dass sich der Aufwärtstrend bei den Festgeldzinsen in den nächsten Wochen noch beschleunigen wird, spätestens wenn die EZB im Juli zum ersten Mal seit 2011 die Leitzinsen anhebt”, sagt Horst Biallo, Geschäftsführer des gleichnamigen Verbraucherportals.

Bei der Festgeld-Anlage die Treppenstrategie nutzen

Verbraucher könnten nun die sogenannte Treppenstrategie nutzen, so der Rat der Mono-Sprecherin. Das bedeutet: Wer sparen möchte, legt nicht das ganze Sparvermögen auf ein einziges Festgeldkonto, sondern teilt es mit unterschiedlichen Laufzeiten auf mehrere Konten auf. Das schafft Flexibilität.

„So bleiben Anleger bei weiteren Zinserhöhungen der EZB flexibel, indem sie den jeweils freiwerdenden Betrag dann zu wahrscheinlich noch besseren Konditionen anlegen können“ sagt Horst Biallo.

Tages- und Festgeld sind wieder im Aufwind. Für die langfristige Geldanlage abseits der Börse ist Termingeld jedoch nach wie vor nicht geeignet. Bildquelle: Pixabay / geralt

Creditplus Bank hat derzeit das beste Festgeld-Angebot

Das beste Festgeld mit deutscher Einlagensicherung kommt laut Biallo aktuell von der Creditplus Bank, die für zwölf Monate 0,50 Prozent und für 24 Monaten 1,00 Prozent pro Jahr aufruft.

Direkt dahinter folgt die Deutsche Pfandbriefbank mit bis zu 0,80 Prozent pro Jahr. Wer mehr Zinsen abstauben will, wird bei ausländischen Anbietern fündig. Laut Biallo-Festgeld-Vergleich winken hier bei zweijähriger Laufzeit aktuell bis zu 1,30 Prozent pro Jahr.

Doch der Festgeld-Deal mit einem ausländischen Geldinstitut hat auch einen Haken: Hier müssen Verbraucher zum Teil auch Abstriche bei der Einlagensicherung in Kauf nehmen. In der Folge sollte man eine Regel beherzigen: Nicht mehr als 100.000 Euro bei einer Bank anlegen. Denn nur bis zu dieser Höhe sind Sparguthaben im Entschädigungsfall gesetzlich garantiert.

mE-Fazit

Festgeld ist für eine bestimmte Laufzeit eine solide Anlageoption, um Geld „zu parken“ und dabei zumindest künftig wieder etwas an Haben-Zinsen zu kassieren. Für eine langfristige Geldanlage handelt es sich dabei aber nicht und erst gar nicht um eine Option, um den eigenen Vermögensaufbau für die persönliche Altersvorsorge voranzubringen.

Um dieses zu erreichen geht der Weg für jeden Anleger ausschließlich über die Börse in Form von Aktien, Fonds oder ETFs – auch wenn es in Bezug auf die Liquiditätssicherung neben Termingeld wie Festgeld keine Alternativen gibt.

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