Siemens Energy: Was ist die DAX-Rückkehr wert?

Bildquelle: Pressefoto Siemens

Siemens Energy (WKN: ENER6Y / ISIN: DE000ENER6Y0) kehrt in den DAX zurück. Der Jubel hält sich jedoch in Grenzen.

Das Ding mit der Turbine

Bisher wussten nur wenige Bundesbürger etwas über eine Siemens-Energy-Turbine mit der Bezeichnung “Trent 60”. Doch nun steht diese im Mittelpunkt des Gasstreits zwischen Deutschland und Russland.

Der russische Staatskonzern Gazprom behauptet, dass ein Konstruktionsfehler an dieser Turbine für gefährliche Öllecks in der russischen Pumpstation Portowaja sorgen würde und man daher aktuell kein Gas durch Nord Stream I pumpen könne, bis der Fehler behoben ist. Dies ist jedoch nicht der einzige Grund, warum Siemens Energy aktuell im Fokus des Anlegerinteresses steht.

Siemens Energy schafft DAX-Rückkehr

Siemens Energy darf die Rückkehr in den deutschen Leitindex DAX feiern. Ab 19. September wird es so weit sein. Normaler Weise wäre dies ein Grund zum Feiern. Angesichts der aktuellen Marktstimmung rund um die unsichere Energieversorgung im kommenden Winter scheint sich der Jubel jedoch in Grenzen zu halten.

Zumindest konnte die Siemens-Energy-Aktie am Dienstagvormittag mit Kurszuwächsen auf die DAX-Rückkehr reagieren. Es ist jedoch nicht so, dass sich die Aktie von Siemens Energy mit einer steilen Kursrallye und einer deutlich in die Höhe geschossenen Marktkapitalisierung als Indexkandidat aufgedrängt hätte.

Schwache Kandidaten

Die Aktie von Siemens Energy verlor seit Beginn des Jahres 2022 knapp 36 Prozent an Wert, während der MDAX in der gleich Zeit rund 30 Prozent an Wert eingebüßt hatte. Es war also nicht eine starke Outperformance, die Siemens Energy in den DAX katapultiert hatte.

Vielmehr war es die Schwäche einiger bisheriger DAX-Mitglieder, die Siemens Energy die Rückkehr in die erste deutsche Börsenliga ermöglicht hatte. Allen voran die Schwäche von HelloFresh (WKN: A16140 / ISIN: DE000A161408).

Während Siemens Energy im bisherigen Jahresverlauf mit knapp 36 Prozent im Minus liegt, beträgt dieses beim Kochboxenversender HelloFresh rund 65 Prozent. Während dieser zuletzt auf eine Marktkapitalisierung von etwas mehr als 4 Mrd. Euro kam, lag diese bei Siemens Energy bei knapp über 10 Mrd. Euro. Auch damit bewegt sich Siemens Energy im unteren Viertel im DAX.

Problemkind Siemens Gamesa

Damit dieses Mal ein längerer DAX-Verbleib gelingt, muss Siemens Energy nicht nur die Herausforderungen rund um die deutsche Energieversorgung sowie die drohende wirtschaftliche Abschwächung meistern.

Zuletzt machte dem Konzern das Geschäft mit der Windenergie zu schaffen. Von Unternehmensseite hieß es, dass Siemens Gamesa weiterhin hohe Verluste in einem schwierigen Marktumfeld verzeichnen würde.

Angesichts der schlechten Leistung von Siemens Gamesa und der negativen Auswirkungen auf das Gesamtergebnis steht dort nun ein Sanierungsplan im Fokus. Auch, weil man ein Kaufangebot für alle ausstehenden Aktien von Siemens Gamesa mit der Absicht eines Delisting und der vollständigen Integration angekündigt hatte.

FAZIT

Das Geschäft mit der Windenergie bereitet Siemens Energy weiterhin Probleme. Mittel- bis langfristig sollte es jedoch Potenzial mitbringen. Schließlich müssen die Energiewende sowie das Erreichen der Unabhängigkeit von russischen Energieimporten vorangetrieben werden.

Bildquelle: Pressefoto Siemens