Metaverse: „Die vierte Welle“

Bildquelle: Pressefoto Facebook/Meta

Noch können nicht besonders viele Menschen etwas mit dem Begriff Metaverse anfangen. Dies dürfte sich jedoch ähnlich wie im Fall des Internets und anderer technologischer Fortschritte ändern und den beteiligten Unternehmen viele Chancen eröffnen.

Sprung ins kalte Wasser

Meta Platforms, Inc., ehemals Facebook, hatte sich nicht als erstes Unternehmen mit dem Thema Metaverse beschäftigt, allerdings zeigt sich der Social-Media-Konzern nicht nur angesichts seiner Namensänderung besonders wild entschlossen, das Metaversum zu erobern. Während die die Namensänderung bereits Ende Oktober 2021 erfolgte und Facebook nur noch zu einer Marke innerhalb des Meta-Platforms-Konzerns wurde, ging am 9. Juni 2022 eine weitere Ära zu Ende. Der Social-Media-Gigant machte aus dem früheren Börsenkürzel „FB“ an der Nasdaq nun „META“.

Anleger haben seit geraumer Zeit dagegen die enormen Investitionen im Blick, die Meta Platforms in den Wachstumsbereich Metaverse leistet. Schließlich drücken diese konzernweit kräftig auf die Profitabilität. Im Geschäftsjahr 2021 hatte Meta mit dem Bereich Reality Labs, in dem das Metaverse beheimatet ist, einen Verlust von mehr als 10 Mrd. US-Dollar eingefahren. Dort sind auch die Hard- und Software sowie Inhalte rund das Thema Augmented- und Virtual-Reality zusammengefasst.

In den kommenden Jahren dürften weitere Verluste angehäuft werden. Schließlich sind die Ziele ambitioniert. Im Jahr 2030 will der Konzern im Metaverse 1 Milliarde Nutzer begrüßen. Zudem soll sich eine ganze Wirtschaft entwickeln, die ein digitales Handelsvolumen von hunderten Milliarden US-Dollar generieren soll, während Meta dank der hohen frühen Investition auch First-Mover-Vorteile nutzen möchte. Es zeigt sich aber auch, dass dem Konzern noch ein sehr langer Weg bevorsteht.

Meta-was?

Viele, insbesondere ältere Menschen, haben bereits Probleme mit dem Internet umzugehen oder zu erklären, was das World Wide Web eigentlich ist. Ein umso größeres Problem dürfte es für diese Menschen nun sein, sich etwas unter dem Metaverse vorzustellen. Beim Digitalverband bitkom und der Initiative „Digital für alle“ wollte man auch deshalb ganz allgemein wissen, wie gut sich der deutsche Ottonormalverbraucher in Sachen Digitalisierung auskennt. Es sollte Anfang Juni unter anderem herausgefunden werden, wie vielen Menschen hierzulande Begriffe wie Quantencomputer, Kryptowährungen, Chat-Bots, Web3, Blockchain und eben auch Metaversum bekannt sind.

Die Ergebnisse dürften Meta und anderen Branchenvertretern kaum gefallen haben. Laut bitkom haben 75 Prozent der Deutschen noch nie vom Metaversum gehört. Während 15 Prozent den Begriff zwar schon einmal gehört haben, trauen sich nur 4 Prozent zu, ihn zu erklären, heißt es weiter. Dies muss für Meta allerdings noch kein Beinbruch sein. Schließlich gibt es Menschen, die selbst heutzutage noch mit dem Begriff Internet oder Social Media Probleme haben.

Welche Veränderungen in der Gesellschaft diese Technologien und unglaubliche Geschäftsmöglichkeiten sie jedoch für viele Unternehmen bedeutet haben, konnten wir in den vergangenen Jahren gut sehen. Zumal Meta mit seinem Vorstoß vielen Metaversum-Vertretern einen Schub versetzt haben dürfte, um nun richtig ernst in Sachen Metaverse-Investments zu machen. Auch deshalb dürfte die Zahl der Anlagealternativen in diesem Bereich weiter zunehmen.

Interessante Anlagealternative

Zu diesen Anlagealternativen gehört hierzulande seit Anfang September auch der Franklin Metaverse UCITS ETF (WKN: A3DRF9 / ISIN: IE000IM4K4K2). Der börsengehandelte Indexfonds bildet dabei den Solactive Global Metaverse Innovation Net Total Return Index ab. Dieser setzt sich aus Aktien von Unternehmen aus der ganzen Welt zusammen, die ein erhebliches Engagement im Metaversum und in unterstützenden Blockchain-Technologien haben oder voraussichtlich haben werden. Dieser neue ETF wurde am 7. September an der Deutschen Börse Xetra (XETRA) und am 9. September an der Borsa Italiana und der London Stock Exchange (LSE) notiert. Er wird von Dina Ting, Head of Global Index Portfolio Management, und Lorenzo Crosato, ETF Portfolio Manager bei Franklin Templeton, verwaltet.

Laut Franklin Templeton handelt es sich beim Metaversum um eine zukunftsweisende, virtuelle und hybride Realität, die auf digitalen Technologien basiert. Als interaktiver digitaler Raum sollte das Metaversum voraussichtlich viele Aspekte des Lebens beeinflussen. Dazu wird auch die Art und Weise gezählt, wie wir interagieren, Kontakte knüpfen, lernen, einkaufen, arbeiten und virtuell spielen. Zumal es Aspekte von Social Media, Online-Spielen und Augmented Virtual Reality-Anwendungen kombinieren würde. Es wird sogar als die nächste Entwicklungsstufe des Internets, wie wir es derzeit kennen, angesehen.

Dina Ting, Head of Global Index Portfolio Management bei Franklin Templeton, sagt: „Die Gesellschaft hat seit den frühen 1970er Jahren bereits drei grundlegende Veränderungen in der Art und Weise erlebt, wie Technologie funktioniert und wie sie zur Verfügung gestellt wird. Nun zeichnet sich diese spannende vierte Welle ab, die durch die Blockchain-Technologie ermöglicht wird.

Viele große Technologieunternehmen haben sich bereits auf das Metaversum als ihren nächsten großen Entwicklungsschwerpunkt ausgerichtet, so wie es viele zu Beginn des Internets taten.“ Es gebe offenbar enorme Möglichkeiten für Investitionen in diesem Bereich, wenn man bedenkt, dass der E-Commerce-Markt bis zum Jahr 2030 zwischen 2,0 und 2,6 Billionen US-Dollar wachsen könnte. Dabei bezieht sie sich auf eine Studie von Bloomberg Intelligence und McKinsey & Company aus dem Juni 2022.

mE-FAZIT

Auch wenn Unternehmen wie Meta derzeit noch ihre Profitabilität angesichts hoher Investitionen in das Metaverse drücken, verspricht die nächste Stufe des Internets auch reichlich Wachstumspotenzial.

red. mE

Bildquelle: Pressefoto Facebook/Meta