Unser mE-Drink der Woche: Dry Martini

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Der Dry Martini gehört zu den absoluten Klassikern unter den Cocktails. Er zählt zu den minimalistischen Cocktails. Maximal vier Zutaten bestimmen das geschmackliche Endergebnis. Daher sollten diese Zutaten nach allen Regeln der Kunst ausgewählt und kombiniert werden. Die Grundlage für einen fantastischen Martini sind qualitativ hochwertige Produkte. Außerdem spielt die Temperatur eine entscheidende Rolle.

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Die Grundsatzfrage beim Dry Martini

James Bond mag seine Dry Martini geschüttelt. Jeder klassische Bartender würd wohl die gerührte Variante empfehlen. Doch worin liegt eigentlich genau der Unterschied?

Shaken

 Das Shaken dient im Prinzip dem Herunterkühlen des Drinks und dem Verwässern. Beides sind integrale Bestandteile eines Cocktails. Daher muss das Eis auch als Zutat bei einem Cocktail gewertet werden. Erst die richtige Menge an Schmelzwasser lässt die einzelnen Zutaten eine Einheit bilden. Beim Shaken entsteht im Unterschied zum Rühren mehr Schmelzwasser, da durch mehr Bewegung in der Flüssigkeit auch deutlich mehr Oberfläche im Drink generiert wird.  Es ist bekannt, dass Eis an der Oberfläche schmilzt. Aus diesem Grund wird beim Shaken auch eine extrem schnelle Abkühlung erzeugt.

Durch die große Menge an Bewegung gelangt eine erhebliche Menge Sauerstoff in das Getränk, was zwei Dinge bewirkt: Erstens wird der Cocktail leicht trübe und zweiten verändert sich der Geschmack und die Textur.  Der Cocktail wird durch das Shaken deutlich leichter und frischer.

Rühren

Bei einem gerührten Drink verhält es sich hingegen komplett anders. Schon allein der zeitliche Aufwand, den Drink annähernd genauso kalt zu bekommen ist deutlich höher. Durch die geringere Bewegung ist die Oberfläche der Flüssigkeit geringer. Deswegen sind gerührte Cocktails selten so kalt, wie es geschüttelte sind. Die Qualität des Eises spielt dabei eine wichtige Rolle! Auch wenn die Oberfläche zum Kälte-Transport wichtig ist, kann sie hier zu einer unnötigen Verwässerung führen. Idealer Weise werden Vollwürfel benutzt und auch nur so viele, wie tatsächlich durch die Flüssigkeit berührt werden.

Ein weiterer deutlicher Unterschied ist die Textur-Veränderung im Vergleich zum Shaken. Beim Rühren wird kaum Sauerstoff übertragen und kann somit nicht in den Drink gelangen. Dies führt im Falle eines Dry-Martini dazu, dass er deutlich fettiger und wuchtiger in seiner Textur ist. Es liegt deutlich mehr Dominanz auf den schweren Aromen des Wacholders als auf der Filigranität und der Säure des Wermut.

Die Zutaten des Dry Martini:

5 cl Gin
1 cl trockener Wermut
1 Zitrone oder 1 grüne Olive
Eiswürfel

Die Zubereitung des Dry Martini (gerührt):

Füllen Sie zunächst ein Glas mit Eiswürfeln. In dieses geben Sie den Wermut und Gin und verrühren alles. Anschließend füllen Sie alles, ohne die Eiswürfel, in ein (gekühltes) Cocktailglas. Zum Schluss können Sie entweder eine grüne Olive in den Drink geben oder ein Stück Zitronenschale über dem Drink auspressen und hinzugeben.

mE-Tipp:

Der Dry-Martini gehört zu der der Kategorie der 7-Minuten Drinks. Spätestens danach wird er warm und verliert seine Großartigkeit. Aber in diesen 7 Minuten können Sie wahre Aromen-Wunder erleben.

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Jan-David Lange, Bildquelle: istockphoto: brazzo / *Amazon-Partnerlink / pixabay: carlien