Es lebe MATANA!

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Laut Einschätzung einiger Marktexperten hat FANG ausgedient und sollte durch MATANA abgelöst werden.

Geldpolitik im Fokus

Die wichtigsten Notenbanken der Welt, allen voran die Fed, hatten in den vergangenen Jahren eine extrem lockere Geldpolitik gefahren. Auf diese Weise sollten Krisen wie die Finanz- oder Eurokrise überwunden werden. Auch die wirtschaftlichen Folgen von COVID-19 konnten auf diese Art und Weise abgefedert werden.

Erst als die Inflation zuletzt auf neue Rekordwerte angestiegen war, fand bei den Währungshütern ein Umdenken statt. Inzwischen können Fed, EZB & Co ihre Geldpolitik nicht schnell genug straffen. Die zwischenzeitliche Nullzinspolitik hat in der Wirtschaft und an den Aktienmärkten allerdings ihre Spuren hinterlassen.

Tech- und Wachstumswerte an der Spitze der jahrelangen Börsenrallye

Die niedrigen Zinsen hatten dazu geführt, dass die positive Aktienkursentwicklung seit der der Finanzkrise 2008 von Wachstums- und Technologiewerten angeführt wurde. Unternehmen wie Apple (WKN: 865985 / ISIN: US0378331005), Facebook, Amazon (WKN: 906866 / ISIN: US0231351067) oder die Google-Muttergesellschaft Alphabet (WKN: A14Y6H / ISIN: US02079K1079) mutierten zu absoluten Börsenstars und Anlegerlieblingen.

Amazon hat nicht nur das weltweite online shoppen verändert… (Bildquelle: Pressefoto Amazon)

Welchen Stellenwert diese Unternehmen erlangten, zeigte sich unter anderem an dem Umstand, dass einige von ihnen einen Börsenwert von mehr als 1 Billion US-Dollar und teilweise sogar von mehr als 2 Billionen US-Dollar erreichen konnten. Die Inflation und höhere Zinsen sorgten zuletzt jedoch dafür, dass die Börsen insgesamt und vor allem Wachstums- und Technologiewerte Federn lassen mussten.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Faszination rund um diese Werte verflogen ist. Zumal sie von Zukunftstrends wie der Digitalisierung profitieren und auch in einer Zeit nach COVID-19 sowie mit einer erhöhten Inflation Chancen mitbringen sollten.

Apple gehört dazu

An den Börsen beschäftigt man sich gerne mit Akronymen. Da Wachstums- und Technologiewerte zeitweise für besonders viel Wirbel gesorgt hatten, erlangte FANG einen hohen Stellenwert in der Anlegergemeinde. Dieses steht für die vier Unternehmen Facebook, Amazon, Netflix (WKN: 552484 / ISIN: US64110L1061) und Google. Schon frühzeitig sollten Verbesserungen an der Zusammensetzung der “Tech-Elite” an den Börsen vorgenommen werden.

Die Produkte von Apple sind so beliebt, dass noch immer für deren Neuheiten die Menschen Schlange stehen. (Bildquelle: Pressefoto Apple)

Natürlich musste Apple als wertvollstes Unternehmen der Welt Teil dieser Elite sein. Entsprechend tauchte immer häufiger das Akronym FAANG, das neben Facebook, Amazon, Netflix und Google auch den iPhone-Konzern einschloss. In der Zwischenzeit hatten wir es jedoch auch mit zwei Namensänderungen zu tun.

Aus Google wurde Alphabet und aus Facebook Meta Platforms (WKN: A1JWVX / ISIN: US30303M1027), sodass schon allein aus diesem Grund Änderungen am FANG-Akronym angebracht waren. Ray Wang, Chefanalyst und Gründer von Constellation Research, einem auf den Tech-Bereich spezialisierten Forschungs- und Beratungsunternehmen mit Sitz im Silicon Valley, hatte gegenüber Yahoo Finance Live das Akronym MATANA ins Spiel gebracht.

Die Zukunft gehört MATANA

Unter MATANA verstecken sich einige altbekannte Tech-Stars, es kommen aber auch Neulinge hinzu. Zunächst einmal werden in diesem Fall der Social-Media-Gigant Meta und der Streamingdienst Netflix aus der FANG-Bestenliste gestrichen.

Beide hatten es zuletzt nicht mehr ganz einfach und dies nicht nur wegen der allgemeinen Branchenschwäche infolge höhere Zinsen, der Inflation, des abgeflachten COVID-19-Booms bei Internetwerten oder der drohenden Rezession. Meta hatte zuletzt beispielsweise mit Problemen wie Hate Speech, Fake News oder schärferen Datenschutzbestimmungen auf den Apple-Plattformen zu kämpfen.

Hinzu kamen die enormen Investitionen in den Bereich Metaverse. Diese drücken auf die Ergebnisse, während es unklar bleibt, ob die hohen Erwartungen an das Metaversum erfüllt werden können. Aus Sicht von Ray Wang müsste Meta noch mehr abseits der Werbung tun. Dies könnten seiner Ansicht nach VR-Brillen oder das Metaverse sein, allerdings seien wir noch weit davon entfernt, dass diese Bereiche entscheidendes zum Geschäftserfolg beitragen würden.

Microsoft, Tesla & Nvidia haben viel zu bieten

Netflix hatte seinerseits mit mehr Konkurrenz und schwächeren Zahlen bei den Abonnenten zu kämpfen. Darauf wird nun beispielsweise mit werbefinanzierten Angeboten sowie einem Kampf gegen das Password-Sharing reagiert. “Der Grund, warum sie (Anm. der Redaktion: Netflix) nicht mehr dabei sind, ist: Wie viele Abonnenten noch? Wie viele Abonnements wollen Sie noch abwickeln? Product Placement sollte das sein, wo sie sich positionieren, plus die Möglichkeit IP-Licensing. Schauen Sie sich an, wie Walt Disney (WKN: 855686 / ISIN: US2546871060) sein Geld verdient”, sagt Wang.

Der Microsoft Flagship-Store in New York. (Bildquelle: marktEINBLICKE.de)

Ersetzt werden Meta und Netflix durch Microsoft (WKN: 870747 / ISIN: US5949181045), Tesla (WKN: A1CX3T / ISIN: US88160R1014) und Nvidia (WKN: 918422 / ISIN: US67066G1040). Microsoft würde allein schon wegen der Stellung des Softwarekonzerns als langjähriger Tech-Riese dazugehören. Außerdem habe der Konzern laut Wang mehr als nur “Business-to-Business und Consumer” vorzuweisen. Microsoft sei für das Metaverse und die Cloud gut positioniert. Außerdem hätte der Konzern sein Gaming-Geschäft.

Neben der “Erfolgsgeschichte” Tesla verweist er schließlich auf Nvidia. Demnach hätte der Spezialist für Grafikprozessoren mehr als nur Chips zu bieten. “Sie sitzen an der Schnittstelle zwischen KI, dem Metaversum und der Zukunft des Computing”, sagt Wang. Außerdem sei die Art und Weise, wie Nvidia seine Partnerschaften eingeht so angelegt, dass das Unternehmen für eine ganze Weile dominierend sein wird.

mE-FAZIT

Unabhängig davon, ob man als Börsianer Anhänger von FANG, FAANG oder MATANA ist, lässt es sich sagen, dass die meisten Tech-Werte trotz der jüngste Delle infolge höherer Zinsen und der Inflation aufgrund der voranschreitenden Digitalisierung mittel- bis langfristig weiterhin Potenzial mitbringen.

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