Cannabis zurück im Anlegerfokus

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In vielen Ländern dieser Welt erwägen Regierungen, Cannabis zu legalisieren, nicht nur für den medizinischen Einsatz. Entsprechend gehört dieses Thema seit geraumer Zeit zu den an den Aktienmärkten gehandelten Wachstumstrends.

Wann kommt der erste legale Joint?

Die Bundesregierung möchte Cannabis legalisieren. In der Ampelkoalition hat man sich darauf verständigt, eine „kontrollierte Abgabe von Cannabis zu Genusszwecken an Erwachsene in lizensierten Geschäften“ zu ermöglichen. Innerhalb eines klar definierten gesetzlichen Rahmens sollen der Verkauf, Erwerb und Besitz von Cannabis zulässig werden. Vorrangiges Ziel und Leitgedanke des Gesetzgebungsverfahrens soll sein, für einen bestmöglichen Gesundheitsschutz der Konsumenten zu sorgen sowie den Kinder- und Jugendschutz sicherzustellen.

Ein Gesetzentwurf sollte ursprünglich noch in diesem Jahr vorgelegt werden. Es müssen viele Fragen geklärt werden. Beispielsweise in Bezug auf den Jugend-, Gesundheits- und Verbraucherschutz, den Anbau, Handel oder die Besteuerung. Einige einflussreiche Politiker sind in dieser Hinsicht jedoch bereits sehr optimistisch in Bezug auf den Zeitplan. Justizminister Marco Buschmann (FDP) sagte im Mai 2022 im Bundestag:

„Mein persönliches Ziel ist, dass wir im nächsten Jahr so weit sind, dass wir vielleicht den ersten legalen Joint verkaufen können.“ Problematisch könnten aber auch Fragen werden, die nicht nur Deutschland betreffen. EU-Recht und selbst internationale Verpflichtungen auf UN-Ebene, sich im Kampf gegen Drogenmissbrauch einzusetzen, könnten einer pauschalen Legalisierung im Wege stehen. Deutschland ist jedoch bei weitem nicht allein, wenn es darum geht, eine Cannabis-Legalisierung zu erwägen oder sogar bereits umzusetzen.

US-Regierung prescht vor

Befürworter eine Legalisierung von Cannabis und der generellen Entkriminalisierung des Marihuana-Besitzes hatten große Erwartungen an US-Präsident Joe Biden. Schließlich gehörte die Lockerung der Drogenpolitik in Bezug auf Marihuana zu seinen Wahlversprechen. Viele dieser Erwartungen wurden bisher jedoch enttäuscht. Nun, kurz vor den Midterms, wagte sich das Weiße Haus nach vorne.

Biden kündige eine Begnadigung aller US-Bürger an, die für Bundesdelikte in Zusammenhang mit dem Besitz von Marihuana verurteilt wurden. Darüber hinaus forderte er alle Gouverneure auf, dasselbe in Bezug auf solche Vergehen auf Ebene der Bundesstaaten zu tun. Außerdem soll eine neue Klassifizierung von Marihuana vorgenommen werden, die das Mittel im Zuge des Controlled Substances Act nicht mehr auf eine Stufe mit den gefährlichsten Substanzen wie Heroin, LSD, Fentanyl oder Methamphetamin stellt.

Als Begründung für die geplante Entkriminalisierung von Marihuana wird der Umstand angeführt, dass der Besitz oder der Konsum viel zu häufig das Leben von Menschen auf den Kopf gestellt und beispielsweise kriminelle Laufbahnen begünstigt hätten. Außerdem hätten Vorstrafen für den Besitz von Marihuana aus Sicht der aktuellen US-Regierung unnötige Hindernisse für Beschäftigung, Wohnraum und Bildungsmöglichkeiten geschaffen.

Entkriminalisierung von Marihuana

An den Aktienmärkten dürfte man angesichts solcher Aussagen hoffen, dass nun doch irgendwann die langersehnte Legalisierung auf Bundesebene erfolgt. Zuvor waren zahlreiche Bundesstaaten vorgeprescht und hatten somit auch dafür gesorgt, dass viele Unternehmen in den USA das große Geschäft rund um Cannabis gewittert hatten. Rahul Bhushan, Mitgründer des ETF-Emittenten Rize ETF, sieht in den jüngsten Aussagen von Joe Biden eine der umfassendsten Maßnahmen zur Cannabis-Legalisierung, die jemals von einem amerikanischen Präsidenten ausgegangen ist.

Er verweist auf einen Economist-Bericht, wonach die Ankündigungen von Biden weitreichenden Auswirkungen hätten. Demnach seien allein zwischen 1992 und 2021 rund 6.500 Menschen von Bundesgerichten für den Besitz von Cannabis zu Gefängnisstrafen verurteilt worden, tausende mehr dürften es in der Hauptstadt Washington, DC sein. Zwischen 2010 und 2018 habe es in den Vereinigten Staaten laut CNBC über sechs Millionen Verhaftungen für das gleiche Vergehen gegeben. Im Jahr 2018 seien im gesamten Land mehr Verhaftungen wegen Cannabis als für alle Gewaltdelikte zusammen vorgenommen worden.

Laut Bhushan gebe es für die vollständige Legalisierung von Cannabis nach Bundesrecht im Allgemeinen zwei Wege. „Entweder kann der Kongress ein Gesetz verabschieden und der Präsident kann es unterzeichnen oder die Regierung selbst kann Cannabis auf administrativem Wege von der Liste streichen. Wie es den Anschein hat, könnte der zweite Fall eintreten“, sagt er. Bei Rize ETF rechnet man nun damit, dass Investoren ihre Aufmerksamkeit wieder auf diesen Bereich richten werden, wenn das Thema Medizinisches Cannabis in den USA wieder in den Vordergrund rückt. Mit dem Rize Medical Cannabis and Life Sciences UCITS ETF (WKN: A2PX6U / ISIN: IE00BJXRZ273) hat man auch das entsprechende Investmentvehikel parat.

mE-FAZIT

Das Thema Cannabis ist seit vielen Jahren fester Bestandteil der Diskussion um Zukunftsmärkte und Megatrends. Allerdings sind wir weit von einer umfassenden weltweiten Legalisierung entfernt. So ist es auch zu erklären, dass die Aktien von Branchenvertretern teilweise deutlichen Schwankungen unterworfen sind und für die Aktiendepots von auf Sicherheit bedachten Anlegern kaum geeignet sind. Auch der jüngste Vorstoß der US-Regierung oder der Ampelkoalition bringt uns noch keine umfassende Legalisierung. Allerdings dürften besonders mutige Anleger weiterhin viel Freude an den entsprechenden Titeln haben.

red

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