LVMH: Es leben die Amerikaner!

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Gerade in Zeiten mit sehr hoher Inflation bieten sich Aktien von Unternehmen an, die über Preissetzungsmacht verfügen. Also Konzerne, die beispielsweise höhere Rohstoffkosten über Preiserhöhungen an die Kunden weiterreichen können. Dazu gehört natürlich auch LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton SE (WKN: 853292 / ISIN: FR0000121014), denn dank der enormen Markenstärke (u.a. Louis Vuitton, Christian Dior, Tiffany) finden die Luxusartikel des Konzerns auch zu höheren Preisen reißenden Absatz, wie die jüngsten Geschäftszahlen zeigen.

US-Amerikaner gehen in Europa auf Shopping-Tour

Der Pariser Luxusgüter-Weltmarktführer konnte den Umsatz im dritten Quartal auf vergleichbarer Basis und bereinigt um Währungskurse auf Jahressicht um 19 Prozent auf 19,8 Mrd. Euro steigern. Die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten wurden damit klar getoppt.

In der wichtigsten Konzernsparte Mode und Lederwaren wurde im dritten Quartal im Jahresvergleich sogar ein Plus von 22 Prozent auf 9,7 Mrd. Euro verbucht. Branchenexperten hatten hier nur einen Anstieg von im Schnitt 16 Prozent erwartet. Zum starken Umsatzanstieg trugen die US-Amerikaner entscheidend mit bei. Denn dank der Stärke des US-Dollars im Vergleich zum Euro hat die Shopping-Lust von amerikanischen Touristen in Europa deutlich zugenommen.

LVMH erlebte im ersten Corona-Jahr 2020 einen geschäftlichen Rückschlag. Doch schon im darauffolgenden Jahr 2021 schlug der Luxusgüter-Weltmarktführer wieder den Wachstumskurs ein und verbuchte einen neuen Rekordumsatz von 64,2 Mrd. Euro. Geht es nach der Einschätzung von Branchenexperten, dürften auch das laufende Jahr sowie 2023 und 2024 mit Rekorderlösen abgeschlossen werden.

Beeindruckender Kursgewinn der LVMH-Aktie: plus 24 Prozent pro Jahr

Der schwache Euro bescherte LVMH im dritten Quartal eine Sonderkonjunktur. Denn viele Amerikaner nutzten die US-Dollar-Stärke zum günstigen Shopping in Europa. (Bildquelle: markteinblicke.de)

LVMH gehört damit derzeit zu den Profiteuren der Euro-Schwäche. Aber auch langfristig betrachtet zeigt die Umsatzentwicklung klar nach oben. Denn durch den steigenden, weltweiten Wohlstand insbesondere auch in den Schwellenländern können sich immer mehr Menschen auch Luxusgüter leisten, was der Branche in die Karten spielt.

Analysten zufolge dürfte der weltweite Umsatz mit Luxusgütern zwischen 2021 und 2022 von 249 auf 280 Mrd. Euro ansteigen. Auch in den kommenden Jahren dürfte sich das Wachstum fortsetzen. Statista rechnet bis zum Jahr 2027 mit globalen Luxusgüter-Erlösen von 347 Mrd. Euro.

Für LVMH sollte das anhaltend starke Geschäfte bedeuten. Nachdem der Konzern 2021 einen Rekordumsatz von 64,2 Mrd. Euro erzielte, rechnen Branchenexperten für das laufende Gesamtjahr 2022 mit einem weiteren neuen Spitzenerlös von 79,0 Mrd. Euro. Den Schätzungen nach wird der Umsatz im Jahr 2023 bei 84,3 Mrd. Euro liegen.

An der Börse notiert LVMH schon seit dem Jahr 2009 in einem übergeordneten Aufwärtstrend. Seitdem legte die Aktie im Schnitt um 24 Prozent pro Jahr zu. Dabei wurde zuletzt im Januar dieses Jahres ein neues Rekordhoch bei 759 Euro markiert. Nach einem Rückschlag bis zum Juni auf 536 Euro hat sich der Kurs bis Mitte Oktober zeitweise wieder bis auf rund 620 Euro nach oben gearbeitet. Das nächste Kursziel ist dementsprechend das Januar-Allzeithoch.

Analysten vergeben überwiegend Kaufempfehlungen

Auch die meisten Analysten sind sehr zuversichtlich gestimmt, was die weitere Kursentwicklung bei LVMH anbelangt. Aktuell empfehlen nur vier Branchenexperten die Aktie zu halten, während das Urteil acht Mal „aufstocken“ und 19 Mal „kaufen“ lautet.

Nach der jüngsten Zahlenbekanntgabe bei LVMH hat beispielsweise Goldman Sachs die bisherige Kaufempfehlung bestätigt, wobei das Kursziel von 780 auf 820 Euro angehoben wurde. Laut der Goldman-Analystin Louise Singlehurst haben die Franzosen im Bereich Mode und Lederwaren sehr positiv überrascht.

Der Wachstumskurs von LVMH schlägt sich auch an der Börse nieder. Langfristig legte der Aktienkurs im Schnitt um 24 Prozent jährlich zu. (LVMH-Chart: Börse Stuttgart)

Wer sich an der Börse mit einem Investment gegen die steigenden Teuerungsraten wappnen will, sollte sich dieses Indexzertifikat (WKN: DA0ABD / ISIN: DE000DA0ABD6) von Morgan Stanley auf den Europa-Inflation-Index näher ansehen.

In diesem Index sind neun Aktien enthalten, die einen Schutz vor hoher Inflation bieten können. Die Aktienauswahl umfasst aktuell LVMH, Shell, RWE, TotalEnergies, AXA, Deutsche Bank, Pernod Ricard, Allianz und Enel. Außerdem ist im Index auch Xetra-Gold enthalten, das vollständig mit physischem Gold hinterlegt ist.

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