Apple setzt im PC-Markt ein Ausrufezeichen

Apple, iPhone
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Der weltweite PC-Markt hat derzeit mit einer Absatzflaute zu kämpfen, wie auch eine aktuelle Studie des US-Marktforschungsinstituts International Data Corporation (IDC) belegt. Laut der IDC wurden im dritten Quartal nach vorläufigen Zahlen weltweit 74,3 Millionen Desktop-PCs, Laptops und Workstations vertrieben, was im Jahresvergleich einen Rückgang von 15 Prozent bedeutet. Von diesem Abwärtstrend waren fast alle führenden PC-Hersteller betroffen. Besonders hart traf es beispielsweise HP (Absatzrückgang: -27,8 Prozent), Dell Technologies (-21,2 Prozent) und Lenovo (-16,1 Prozent).

Apple baut den PC-Marktanteil aus

Doch ein großer Player der Branche konnte sich sehr erfolgreich gegen die allgemeine Abwärtsentwicklung stemmen, nämlich Apple (WKN: 865985 / ISIN: US0378331005). Der International Data Corporation zufolge verzeichnete der Tech-Gigant mit seinen Macs und Macbooks im dritten Quartal sogar ein beeindruckendes Absatz-Plus von 40,2 Prozent. Damit war Apple der einzige große PC-Hersteller, der seinen Marktanteil ausbauen konnte. Der Marktanteil legte hier gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 8,2 auf 13,5 Prozent zu, womit Apple der derzeit viertgrößte PC-Hersteller der Welt ist.

Die Marktforscher vom IDC führen die derzeitige Schwäche des PC-Marktes vor allem auf eine nachlassende Kundennachfrage und anhaltende Lieferkettenprobleme zurück. Allerdings soll die Nachfrage nach PCs und Laptops trotz des jüngsten Einbruchs immer noch über dem Vor-Corona-Niveau liegen.

Laut dem IDC haben die großen PC-Hersteller die schwächere Nachfrage durch Preisnachlässe zumindest teilweise kompensieren können. Außerdem kam insbesondere Apple ein Nachfrageüberhang aus dem zweiten Quartal zugute, in dem wegen der Corona-Lockdowns in China weniger produziert und ausgeliefert wurde.

Geht es nach den Prognosen der Analysten, dürfte Apple das laufende Gesamtjahr 2022 mit neuen Rekordwerten beim Umsatz und beim Gewinn abschließen. Der Wachstumstrend wird sich demnach voraussichtlich auch in den kommenden Jahren fortsetzen.

Mehr iPhone-Besitzer als Android-Nutzer in den USA

Auch im Smartphone-Markt konnte sich Apple zuletzt vom schwächelnden Gesamtmarkt absetzen. Den Marktforschern von Counterpoint Research zufolge hat der Konzern im zweiten Quartal den US-Marktanteil auf über 50 Prozent ausgebaut, womit es in den Vereinigten Staaten nun erstmals überhaupt mehr iPhone-Besitzer gibt als Nutzer von Smartphones mit dem Android-Betriebssystem.

Nun konnte Apple auch im PC-Markt ein Ausrufezeichen setzen, was für das Unternehmen von großer Bedeutung ist. Denn Macs und Macbooks generierten im abgeschlossenen Gesamtjahr 2021 rund zehn Prozent des gesamten Konzernumsatzes. Die PC-Sparte ist dementsprechend zeitweise, hinter den Bereichen iPhone und Wearables/Home/Zubehör, das drittwichtigste Hardware-Segment des Konzerns.

Apple-Quartalszahlen im Fokus

Zwischenzeitlich verzeichnete die Apple-Aktie immer wieder scharfe Korrekturen. Diese legten aber stets die Grundlage für die nächsten Kurs-Rallyes. Allein seit 2012 ging es deshalb für die Dow-Jones-Aktie im Schnitt um 20 Prozent jährlich nach oben.

Das florierende Hardware-Geschäft dürfte sich auch in den neuesten Quartalszahlen niederschlagen, die Apple am 27. Oktober präsentieren wird. Analysten rechnen damit, dass der Umsatz im vierten Geschäftsquartal 2021/2022 (per Ende September) auf Jahressicht um 6,6 Prozent auf im Schnitt 88,9 Mrd. US-Dollar zugelegt hat.

Der Gewinn wird auf durchschnittlich 1,27 US-Dollar je Aktie geschätzt, nach 1,24 US-Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtgeschäftsjahr 2021/2022 würde das einen Umsatz von 392,8 Mrd. US-Dollar (+7,4 Prozent) und einen Gewinn je Aktie von 6,10 US-Dollar (+8,7 Prozent) bedeuten.

An der Börse markierte die Apple-Aktie zuletzt im August dieses Jahres ein neues Rekordhoch bei 173 Euro und wechselte dann in den Konsolidierungs-Modus. Weitere Allzeithochs dürften nur eine Frage der Zeit sein. Dafür spricht auch die langfristige Kurshistorie. Allein in den vergangenen zehn Jahren steht ein Kursplus von im Schnitt rund 20 Prozent jährlich zu Buche.

Wer das Einzelaktien-Risiko bei Apple vermeiden möchte, kann sich einmal das folgende Index-Zertifikat (WKN: DA0AB2 / ISIN: DE000DA0AB22) von Morgan Stanley auf den GAFAM Index anschauen. In diesem Index sind neben Apple auch noch die Technologie-Riesen Microsoft, Amazon, Alphabet (Google) und Meta Platforms (Facebook) enthalten.

Marc O. Schmidt / Bildquelle: marktEINBLICKE.de