Geldanlage: Alter ändert die Prioritäten

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Die Rekord-Inflationsrate sowie steigende Zinsen beeinflussen bei vielen Sparern ihre Entscheidungen rund um das Thema Geldanlage. Welche Aspekt bei der Geldanlage besonders im Fokus stehen und wie sich die Ziele bei der Geldanlage je nach Alter unterscheiden, hat eine neue Umfrage unter die Lupe genommen.

Der größte Teil der Befragten mit 72 Prozent besitzt eine Geldanlage, in die regelmäßig einen festen Betrag eingezahlt wird. Von denen, die regelmäßig sparen, legen die meisten zwischen 100 und 250 Euro monatlich zurück (33 Prozent). Die private Altersvorsorge wird dabei mit 84 Prozent als Sparziel am höchsten priorisiert. Auf Rang zwei mit 79 Prozent der wichtigsten Gründe landet die Rücklage für Notfälle. Mit 78 Prozent kommt mit finanzieller Unabhängigkeit und Flexibilität ein weiteres wichtiges Sparziel.

Sicherheit, Rendite und Verfügbarkeit

Diese drei Faktoren sind besonders wichtig beim Thema Geldanlage. Allerdings verändert sich die Gewichtung der die Faktoren je nach Alter:

Für die jüngeren Generationen ist die Erzielung einer hohen Rendite wichtig. Wohingegen für die älteren Generationen die Verfügbarkeit des angelegten Geldes im Vordergrund steht. Bild- + Datenquelle: Union Investments

Sicherheit

Der vielleicht wichtigste Aspekte der Geldanlage ist die Sicherheit, besonders in turbulenten Zeiten wie diesen.  Vier von zehn Befragten (40 Prozent) geben an, auf jeden Fall mindestens den eingezahlten Betrag zurück bekommen zu wollen. Im Vergleich zum Vorquartal (37 Prozent) hat dieser Aspekt damit leicht an Bedeutung zugenommen. Überdurchschnittlich wichtig ist dieser Gesichtspunkt den Befragten im Alter zwischen 30 und 39 Jahren (46 Prozent), wohingegen die Bedeutung unter den 20- bis 29-Jährigen und 50- bis 59-Jährigen niedriger ist (jeweils 35 Prozent).

Rendite

Als weiteres wichtiges Kriterium bei ihrer Geldanlage nennen die Befragten die Erzielung einer Rendite, auch wenn dieser Aspekt mit aktuell 27 Prozent im Durchschnitt in den letzten drei Monaten etwas an Relevanz verloren hat  (Vorquartal 31 Prozent). Besonders für die jungen Sparer zwischen 20 und 29 Jahren ist dieser Aspekt mit 34 Prozent überdurchschnittlich wichtig. Interessant bei den Ergebnissen der Umfrage ist, dass je älter die Befragten werden, desto mehr nimmt die Wichtigkeit einer hohen Rendite mit der Geldanlage ab.

Verfügbarkeit

Die jederzeitige Verfügbarkeit der Geldanlage ist im Durchschnitt mit 18 Prozent der Nennungen gegenüber 16 Prozent im Vorquartal etwa gleich geblieben. Besonders wichtig ist Verfügbarkeit für die ältere Generation. Diese möchte mit 25 Prozent flexibel über die Geldanlage verfügen können. Für die jüngeren Generationen ist die jederzeitige Verfügbarkeit dagegen nicht ganz so wichtig. bei den 30-39 Jährigen wird der Wunsch danach sogar nur mit 12 Prozent angegeben.

Risikobereitschaft ist unter jungen Menschen höher als unter älteren

Die Bereitschaft, für eine angemessene Rendite zwischenzeitlich Kursverluste in Kauf zu nehmen bleibt weiterhin auf einem stabilen Niveau. 60 Prozent der Befragten zeigen sich bei Turbulenzen gelassen, wenn sie langfristig einen Gewinn erzielen können (Vorquartal 62 Prozent). Gerade jüngere Menschen zeigen sich mehr chancenorientiert. Unter den 20- bis 29-Jährigen liegt der Anteil derer, die sich entsprechend äußern bei 68 Prozent. In der Generation zwischen 50 und 59 Jahren sind mit 56 Prozent weniger Befragte bereit, Kursverluste hinzunehmen.

Fondssparpläne werden immer beliebter

Sparpläne von allen Altersgruppen genutzt. Bildquelle: markteinblicke.de

Der Anteil der Befragten, die angeben, man erziele mit Fondssparplänen die höchsten Erträge, steigt seit 2019 kontinuierlich an: Von 77 Prozent im ersten Quartal 2019 auf aktuell 86 Prozent. Bei dieser Aussage sind sich alle Altersgruppen einig.

Die Evolution des Sparens ist bei vielen Sparern angekommen. Fondssparpläne sind auch in diesen Zeiten ein guter Einstieg zum Vermögensaufbau, sagt Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment.

So kontinuierlich diese Zahl gestiegen ist, ist eine andere gesunken. Immer weniger Befragte geben an, dass man mit regelmäßigen Einzahlungen auf das Sparbuch oder Tagesgeldkonto die höchsten Erträge erzielt: im aktuellen Quartal beträgt dieser Anteil nur noch sehr geringe drei Prozent (10 Prozent im Vorquartal).

Auch das Wissen rund um das Fondssparpläne steigt. 81 Prozent haben schon einmal etwas über Fondssparpläne gehört, gesehen oder gelesen. Unter den 20- bis 29-Jährigen sind es jedoch mit 72 Prozent etwas weniger. Unter ihnen kennen sich die jüngeren Befragten nach eigener Einschätzung ganz gut damit aus, wie Fondssparpläne funktionieren. 47 Prozent im Alter zwischen 20 und 29 Jahren geben an, relativ genau zu wissen, wie diese Geldanlage funktioniert. Zum Vergleich: Unter denen zwischen 50 und 59 Jahren sagen dies nur 34 Prozent.

JDL

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