Neue Strategie für den Ölmarkt?

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Die Entwicklung der Ölpreise ist von vielen Faktoren abhängig. Zuletzt wirkten sich beispielsweise die Geldpolitik der Fed, der starke US-Dollar, die weltweiten Rezessionssorgen, das Verhalten der OPEC+, aber auch die Folgen des Krieges in der Ukraine besonders stark auf die Rohölnotierungen aus. Anlegern stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, mit ihren Investments möglichst flexibel zu reagieren.

Die ganz große Ölpreisrallye blieb im Frühjahr dieses Jahres aus. Neben dem starken US-Dollar hatten dafür unter anderem die Sorgen vor einer Rezession gesorgt. Grund genug für die OPEC+, aktiv zu werden. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die Maßnahmen der erweiterten Organisation erdölexportierender Länder wie gewünscht wirken werden.

Auf und Ab der Rohölpreise

Bereits vor Ausbruch des Krieges in der Ukraine hatten die Energiepreise einen steilen Anstieg erlebt. So hatte sich die Weltwirtschaft überraschend schnell von dem infolge der Corona-Pandemie erlittenen Konjunktureinbruch erholt. Dies hatte die Ölnachfrage rasch ansteigen lassen. Gleichzeitig wurden jedoch im Zuge der wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 einige Kapazitäten nach unten gefahren, sodass diese nicht schnell genug hochgefahren werden konnten. Dies sorgte für eine zwischenzeitliche Verknappung am Markt.

Beim Tanken ist das Auf und Ab der Preise deutlich zu spüren. (Bildquelle: Pixabay / Skitterphoto)

Als schließlich im Februar 2022 auch noch der Krieg in der Ukraine ausbrach und westliche Staaten Sanktionen gegen Russland verhängten, sorgte dies für zusätzlichen Preisdruck beim sogenannten Schmiermittel der Weltwirtschaft. Die EU hatte beispielsweise mit einem Embargo auf Öl-Importe aus Russland reagiert. Die Ölnotierungen der Sorte Brent kletterten Anfang März zeitweise auf rund 139 US-Dollar je Barrel. Einige Marktteilnehmer nahmen dies als Gelegenheit, bereits auf Notierungen oberhalb der Marke von 200 US-Dollar zu spekulieren.

Bloomberg hatte Mitte März berichtet, dass einige Rohstofftrader bereits kleinere Wetten auf einen Brent-Rohölpreis von mehr als 200 US-Dollar je Barrel platziert hätten. Schon Ende März sollte demnach diese Marke erreicht werden. Bekanntermaßen ist es dazu nicht gekommen. Selbst das im Jahr 2008 verzeichnete Allzeithoch bei 147 US-Dollar konnte nicht in Angriff genommen werden. Bis Ende September hatte sich die Situation merklich entspannt. Der Preis für das Fass der Sorte Brent fiel zwischenzeitlich auf knapp unter 84 US-Dollar.

Die Ölförderung im Meer ist nicht nur aufwändig, sondern auch teuer. (Bildquelle: Pixabay / raggio5)

Was macht der US-Dollar?

Der Preisrückgang von rund 40 Prozent innerhalb von rund sechs Monaten hatte verschiedene Ursachen. Eine davon war der starke US-Dollar. Rohstoffe wie Öl werden in der Regel in der US-Währung gehandelt. Bei einem stärkeren Greenback bedeutet dies, dass sich die Rohstoffbeschaffung verteuert. Ein wichtiger Grund für die US-Dollar-Stärke war die Geldpolitik der Notenbank Fed.

Diese hat frühzeitig den Kampf gegen die hohe Inflation aufgenommen und die Leitzinsen erhöht. Zuletzt erlebten Marktteilnehmer sogar drei sogenannte „jumbo hikes“, also Zinsanhebungen um 0,75 Prozentpunkte, in Folge. Dies brachte den Leitzins auf 3,75 bis 4,00 Prozent. Eine gleichzeitige Euro-Schwäche infolge des Krieges in der Ukraine verstärkte diesen Trend.

Inzwischen hat der Druck vonseiten der Fed jedoch nachgelassen. Die US-Währungshüter dürften die Leitzinsen nicht mehr in dem gleichen Tempo wie zuletzt anheben. Zudem scheint nun sogar eine sogenannte Zinswende in Sicht zu sein. Zumal sich Marktteilnehmer zuletzt über weitere positive Nachrichten in Sachen US-Inflation freuen konnten. Diese lag im Oktober bei 7,7 Prozent und damit nicht ganz so hoch wie befürchtet.

Volkswirte hatten zuvor einen Wert in Höhe von 7,9 Prozent in Aussicht gestellt, während die Teuerungsrate damit nun schon zum vierten Mal in Folge zurückgegangen ist. Auf diese Weise sinkt der Druck auf die Fed, die Leitzinsen allzu rasch erhöhen zu müssen, was auch dem US-Dollar-Auftrieb Schwung nimmt. Daher konnten zuletzt die Rohölpreise eine kleine Erholung verzeichnen.

Die Rohölförderung ist nicht nur allein für den Preis entscheidend. (Bildquelle: Pixabay / jp26jp)

Alles blickt auf die OPEC+

Im Fall der Sorte Brent ging es zeitweise wieder knapp an die Marke von 100 US-Dollar. Für die jüngste Erholung des Ölpreises hatte unter anderem die Organisation OPEC+ gesorgt.

Diese hat ihre Produktion entgegen den Forderungen der USA und anderer westlicher Länder ab November um 2 Millionen Barrel pro Tag (mb/d) gesenkt. Damit wollte man auf eine sinkende Nachfrage infolge der Rezessionssorgen, fallenden Preise sowie des stärkeren US-Dollar und der steigenden Zinsen in den USA reagieren.

Im Vergleich zu den zum Jahreswechsel 2021/22 sowie im Frühjahr dieses Jahres beobachteten Preissteigerungen fielen diese nach den jüngsten Maßnahmen der OPEC+ eher moderat aus. Dies bedeutet jedoch nicht, dass uns nicht doch noch stärkere Preisbewegungen erwarten könnten.

mE-FAZIT

Für Anleger bedeuten die jüngsten Marktturbulenzen, dass sie möglichst flexibel bleiben sollten. Für eine solche Flexibilität könnte das Open-End Partizipationszertifikat auf den Vontobel Oil-Strategy Index (WKN: VN6SG0 / ISIN: DE000VN6SG00) sorgen. Der Index investiert je nach Marktlage stärker in Aktien von Öl- und Gasunternehmen oder in Energiepreis-Futures. Bei den in Frage kommenden Ölwerten handelt es sich um Ölriesen aus Kanada und den USA.

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