Costco: Hoffnung auf Weihnachtsgeschäft

Bildquelle: unsplash / Omar Abascal

Angesichts der für den Handel sehr wichtigen Weihnachtszeit sowie der allgemeinen Bedeutung der US-Konsumenten für die Weltwirtschaft war der Blick auf die neuesten Geschäftsergebnisse bei Costco (WKN: 888351 / ISIN: US22160K1051) besonders interessant.

Die Märkte zeigten sich in den vergangenen Tagen in keiner allzu guten Verfassung. Am Donnerstagabend, nach US-Börsenschluss, durften Börsianer einen weiteren Eindruck davon bekommen, wie es um den US-Konsumenten bestellt ist. 

Eine besondere Bedeutung der Costco-Ergebnisse

Dieser musste sich in den vergangenen Monaten bei den Ausgaben für nicht lebensnotwendige Güter etwas zurückhalten, da ihm die Inflation, insbesondere bei Energie und Lebensmitteln zu schaffen machte. Im Anlegerfokus standen dieses Mal die neuesten Quartalsergebnisse der US-Großhandelskette Costco. Dabei wurden dieses Mal auch die Ergebniskennzahlen veröffentlicht, nachdem die Umsatzstatistiken für den abgelaufenen Dreimonatszeitram von Unternehmensseite bereits zuvor bekannt gegeben worden waren.

Zu dieser Jahreszeit kommt den Geschäftsergebnissen von Unternehmen wie Costco auch aus einem anderen Grund eine ganz besondere Bedeutung zu. Schließlich gilt es, die Kauflaune der US-Konsumenten vor allem mit Blick auf das wichtige Weihnachtsgeschäft zu überprüfen. Dieses startete offiziell am Freitag nach Thanksgiving, dem „Black Friday“. Einen ersten Eindruck von den Ergebnissen konnten Anleger noch vor Bekanntgabe der Quartalszahlen gewinnen. Dabei lagen die Erlöse im November bei 19,17 Mrd. US-Dollar, nach 18,13 Mrd. US-Dollar im Vorjahresmonat (+5,7 Prozent).

Costco-Chart: Börse Stuttgart

Ergebnisse bleiben unter den Erwartungen

Für das am 20. November 2022 beendete gesamte erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2022/23 hatten Analysten laut Refinitiv im Schnitt einen bereinigten Gewinn je Aktie in Höhe von 3,11 US-Dollar vorhergesagt. Im Vorjahreszeitraum lag der entsprechende Wert noch bei 2,98 US-Dollar.

Bei den Ergebnissen kam Costco allerdings nicht ganz an die Markterwartungen heran. Der Nettogewinn lag bei 1,364 Mrd. US-Dollar, nach 1,324 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EPS wurden von Unternehmensseite mit 3,07 US-Dollar angegeben. Bei den Erlösen konnte Costco ebenfalls nicht ganz an die Konsensschätzungen herankommen.

Vergleichbare Umsätze bei Costco im Fokus

Auf der Umsatzseite wurde von Analystenseite im Schnitt mit einem Anstieg auf 54,64 Mrd. US-Dollar gerechnet. Dies hätte einem Zuwachs von 8,5 Prozent gegenüber den im Vorjahr erzielten Erlösen von 50,4 Mrd. US-Dollar bedeutet. Hier hatte Costco bereits für einige Enttäuschungen gesorgt.

Für das abgelaufene Quartal wurden Erlöse in Höhe von 53,44 Mrd. US-Dollar ausgewiesen. Damit wurden die Markterwartungen verfehlt. Besonders im Fokus standen auch dieses Mal vor allem die vergleichbaren Umsätze in den USA. Schließlich ist hier eine bessere Vergleichbarkeit der Daten gegeben, da lediglich auf Filialen geblickt wird, die bereits seit mindestens 12 Monaten geöffnet sind.

Die vergleichbaren US-Umsätze lagen im Quartal bei +9,3 Prozent, das Wachstum schwächte sich im Monat November jedoch auf 6,0 Prozent ab. Auch ohne die Einbeziehung der volatilen Ölpreise sowie von Wechselkurseffekten nahm die Dynamik im November ab. Enttäuschend fiel zuletzt auch der Blick auf die Entwicklung der immer wichtiger werdenden E-Commerce-Umsätze aus.

Wie läuft das Weihnachtsgeschäft?

Die E-Commerce-Erlöse waren bereits für das erste Quartal um 3,7 Prozent zurückgegangen, während das Minus für den Monat November bei 10,1 Prozent lag. Wenn Costco nicht wie gewünscht von Online-Handel profitieren kann, muss das Unternehmen diesen aber auch nicht allzu sehr fürchten. So in etwa liest sich ein Teil einer Analyse bei Bernstein.

Analyst Dean Rosenblum hatte sich einige Werte aus dem US-Einzelhandelssektor vorgenommen, darunter auch Costco. Rosenblum ist für die Branche „vorsichtig optimistisch“. Neben „soliden“ langfristigen Fundamentaldaten seien sowohl der Lebensmittel- als auch der Baumarktsektor erstaunlich gut gegen das Vordringen der E-Commerce-Konkurrenz geschützt.

Zudem hätten die Auswirkungen von COVID die langfristigen Aussichten für die Branche verbessert, während die jüngsten Marktturbulenzen für günstige Einstiegsgelegenheiten gesorgt hätten. Im Fall der Costco-Aktie liegt das Rating ebenfalls bei „Outperform“, während das Kursziel 586 US-Dollar beträgt. Aktuell würde dies einem Kurspotenzial von mehr als 20 Prozent entsprechen. Darüber hinaus wird Costco mit Blick auf das derzeit vorherrschende schwierige Marktumfeld als ein „sehr begehrter Hafen im Sturm“ bezeichnet.

FAZIT

In dem aktuell von einer erhöhten Inflation geprägten Zeiten kann Costco mit niedrigen Preisen punkten. Außerdem sind die Kunden auch wegen der Notwendigkeit, Mitgliedschaften abzuschließen, teilweise zahlungskräftiger als bei anderen Einzelhändlern. Wer als Anleger jedoch das Einzeltitelrisiko scheut, könnte einen Blick auf das Indexzertifikat auf den Titan 20 Index werfen (WKN: DA0AAT / ISIN: DE000DA0AAT4). Bei der Titelauswahl wird für diesen Index auf Aspekte wie die Marktkapitalisierung, die 3- Jahres-Performance der Aktie oder die Analystenratings geschaut.

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