Vermeiden Sie die Dispofalle

Bildquelle: pixabay / maria_domnina

Der Dispokredit gehört zu den Top 5 Finanzfehlern der Deutschen. Dennoch ist gerade vor Weihnachten die Zeit, in der viele ihren Dispokredit in Anspruch nehmen um Weihnachtsgeschenke zu kaufen oder in den Weihnachtsurlaub zu fahren. Trotzdem sollten Sie sich gut überlegen, ob in diesem Fall nicht eher ein Ratenkredit besser wäre.

Ein Überziehungskredit eignet sich, um kurzfristig Engpässe zu überbrücken. Mittel- oder gar langfristig genutzt, ist er jedoch im Vergleich teuer. Rund elf Prozent der Deutschen haben schon einmal einen Ratenkredit abgeschlossen, um den Dispo auszugleichen, zeigt eine aktuelle Umfrage der Postbank. Ein Überziehungskredit – auch Dispositionskredit oder kurz „Dispo“ genannt – kann eine schnelle, unbürokratische Hilfe sein.

Dispokredit steht (fast) allen zur Verfügung

Ein Dispokredit wird in der Regel automatisch bei einer Girokontoeröffnung gewährt. Bildquelle: Pixabay / flyerwerk

In der Regel wird bei der Eröffnung eines Girokontos direkt ein Überziehungskredit mit eingerichtet. Vorausgesetzt wird dabei natürlich Volljährigkeit und Bonität. Sollte das Guthaben auf dem Konto einmal nicht ausreichen, um eine offene Rechnung zu bezahlen oder Lastschriften zu begleichen, gewährt die Bank automatisch den fehlenden Betrag als Kredit. Diese bequeme Lösung hat jedoch ihren Preis. Der Zinssatz für diesen Kurzzeitkredit liegt spürbar höher als für einen konventionellen Privatkredit.

Ein Dispositionskredit eignet sich, um kurzfristig Engpässe zu überbrücken. Mittel- oder gar langfristig genutzt, ist er jedoch kostspielig, sagt Iris Laduch von der Postbank. Weiter führt sie aus, wenn die Rücklagen nicht ausreichen, sollten Verbraucher Anschaffungen nicht über den Dispo finanzieren, sondern mit einem günstigeren Ratenkredit bezahlen. Dieser kann auch eine Möglichkeit sein, das Girokonto wieder ins Plus zu bringen und so die Kosten für geliehenes Geld zu senken.

Suchen Sie nach Alternativen

Die Auslösung eines Überziehungskredits steht an vierter Stelle für den Verwendungszwecke eines Ratenkredites. Häufiger dafür werden nur die Finanzierung eines Autos oder Motorrads (37 Prozent), der Wohnungseinrichtung (19 Prozent) und Renovierung (13 Prozent) genutzt. Ist das Konto längere Zeit im Minus, sind Finanzinstitute gesetzlich verpflichtet, Kunden über kostengünstigere Alternativen zu beraten. Das ist der Fall, wenn der eingeräumte Dispositionskredit über einen Zeitraum von sechs Monaten ununterbrochen zu drei Vierteln ausgeschöpft wird.

Die Qual der Wahl

Wer ein günstiges Kreditangebot sucht, sollte sich am effektiven Jahreszins orientieren. Er gibt die jährlichen Gesamtkosten für ein Darlehen an, berücksichtig allerdings noch nicht optionale Leistungen wie eine Restschuldversicherung. Vergleichsportale im Internet bieten einen guten Überblick über Konditionen, jedoch sind die Angaben mit Vorsicht zu genießen.

Die tatsächlichen Darlehenskosten sind oft von der Bonität des Kreditnehmers abhängig. Daher sollten Verbraucher ein konkretes Angebot einholen, rät Iris Laduch.

Bildquelle: Bildquelle: pixabay / maria_domnina