Märkte am Freitag: Farbe Rot dominiert

DAX erhöht Abstand zu 14.000er-Marke

Bildquelle: markteinblicke.de

Zum Ende der Woche der Notenbanken sorgt der große  Verfallstag an den Terminbörsen für weitere Unruhe. Der DAX vergrößerte den Abstand zur psychologisch wichtigen 14.000er-Marke. Am Ende fiel der Leitindex um 0,67 Prozent auf 13.893,07 Punkte. Am Donnerstag hatte der DAX bereits kräftig Federn lassen müssen, nachdem die EZB vor anhaltenden Inflationtendenzen gewarnt und andererseits ein Abbau der eigenen Bilanz angekündigt hatte. Die Wall Street verzeichnet zum Wochenschluss ebenfalls deutliche Abschläge. Der Dow Jones verliert 1,9 Prozent auf 32.775 Punkte und die NASDAQ büßt 1,3 Prozent auf 10.676 Zähler ein.

Notenbanken drosseln Zinserhöhungstempo

Die Fed hat bereits am Mittwoch das Tempo gedrosselt, am Donnerstag folgte die EZB. Der Leitzins wurde um 50 Basispunkte auf 2,50 Prozent erhöht. Für März 2023 wurde zudem angekündigt, nicht mehr alle auslaufenden Anleihen aus dem Kaufproramm APP zu erneuern. Anders gesagt: Papiere im Umfang von 15 Mrd. Euro pro Monat laufen aus.

Anleihemarkt vor Herausforderungen

“Die auslaufende Zentralbankunterstützung dürfte am Anleihemarkt in den kommenden Monaten sichtbar werden. Auch aufgrund des erwarteten deutlichen Anstiegs der Neuemissionen von europäischen Staatsanleihen dürfte 2023 ein weiteres herausforderndes Jahr für Anleiheinvestoren in der Eurozone werden. Die Renditen sollten weiter steigen.” So fasst es Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank zusammen.

Christina Lagarde brachte die Märkte am Donnerstag auf Trab. (Bildquelle: Pressefoto Europäische Zentralbank)

Handelt die EZB richtig?

Die Frage stellen sich viele Marktteilnehmer – nicht nur in Europa. Für die Helaba “dürfte die Richtigkeit der vorsichtigeren und an den Daten orientierten Gangart der EZB heute durch die Einkaufsmanagerindizes bestätigt werden.” An Daten stehen heute die Vorabschätzungen im Verarbeitenden und im Dienstleistungsgewerbe an. In Deutschland und der Eurozone liegen diese allesamt im Kontraktionsbereich und ungeachtet der teilweise erwarteten Verbesserungen der Dezemberwerte gegenüber dem November wird sich an dem getrübten Konjunkturbild wohl nichts ändern.

Laut Helaba hat EZBPräsidentin Lagarde auf die konjunkturellen Risiken bereits hingewiesen und dies als Argument für eine im Vergleich zu den letzten Monaten kleinere Zinserhöhung präsentiert, obwohl die Teuerungsrate noch an der 10-Prozent-Marke liegt. Zwar gibt es Hinweise darauf, dass die Teuerungswelle den Zenit erreicht hat, wie in den USA werden die Notenbanker aber mehr Klarheit darüber verlangen, dass die Inflation sich nachhaltig zurückbildet, so Helaba weiter.

DAX long DAX short
WKN VP1RJ9 VP5Q6K
Basispreis (Strike) 9.715,35 18.537,83
Knock-out-Barriere 9.800,00 18.360,00
Letzter Bewertungstag Open End Open End
Hebel 3,33 2,99
Kurs (16.12.2022 17:40) 41,52 € 46,74 €

adidas top, Vonovia flop

Die Gewinner- und Verliererliste im DAX ist nicht ausgeglichen. Größter Verlierer sind Papiere von Vonovia (-8,5 Prozent). Zuvor hatte die Investmentbank Stifel den gesamten Immobiliensektor auf “Neutral” herabgestufft. Ebenfalls schwächer tendierten Bayer und Sartorius. Die kurze Gewinnerliste wurde von adidas (+2,1 Prozent) angefürht. Gut lief es auch für MTU Aero Engines. Der Triebwerkshersteller profitiert von einer Analysteneinschätzung. DZ-Bank-Analyst Holger Schmidt bezeichnete die Aktie als Favoriten für das nächste Jahr und bestätigte die “Kaufen”-Einschätzung mit fairem Wert 230 Euro.