Nike: Die Spannung steigt

Bildquelle: Nike Inc.

Nike (WKN: 866993 / ISIN: US6541061031) hatte zuletzt mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Am Dienstagabend wird es nach Börsenschluss darum gehen, wie sich der weltgrößte Sportartikelhersteller in seinem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2022/23 (Ende November) schlagen konnte.

Neue Strategie

Für Nike lief zuletzt nicht mehr alles ganz rund. Lieferkettenprobleme machten sich negativ bemerkbar. Darüber hinaus sogt die Inflation dafür, dass Konsumenten darüber nachdenken, ob sie wirklich ein weiteres Paar Sneaker benötigen. Hinzu kommt der starke US-Dollar. Doch ganz besonders im Fokus waren auf Anlegerseite zuletzt die Lagerbestände.

Im ersten Quartal hatte der Konzern dort einen Anstieg um 44 Prozent auf 9,7 Mrd. US-Dollar ausgewiesen. Am Markt wurde befürchtet, dass hohe Rabatte fällig werden mussten, um die Lager noch rechtzeitig vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft zu räumen. Daneben dürften Anleger auch die Fortschritte beim Online-Handel im Blick haben.

Hier geht Nike seit einiger Zeit neue Wege. Dabei sollen in Zukunft weniger Produkte über Händler wie Foot Locker verkauft werden. Stattdessen will Nike Schuhe und sonstige Sportausrüstung verstärkt direkt an seine Kunden verkaufen. In der Zwischenzeit kann es sein, dass das Großhandelsgeschäft darunter leidet.

China im Fokus

Im Vorfeld der Ergebnisvorlage am Dienstagabend hat sich die Anlegerstimmung rund um Nike etwas aufgehellt. Seit Anfang Oktober hat die Nike-Aktie knapp 30 Prozent an Wert gewonnen. UBS-Analyst Jay Sole hatte Mitte November gesagt, dass Nike in der Lage sei, die Probleme mit den hohen Lagerbeständen zu bewältigen.

Andere Marktexperten hatten wiederum auf die Wiedereröffnung der chinesischen Wirtschaft nach den Corona-Lockdowns verwiesen. Für Nike ist es positiv, dass die Pekinger Regierung nun allmählich von ihrer “Zero-COVID”-Politik abzurücken scheint. Schließlich ist China in den vergangenen Jahren für Nike und andere Sportartikelhersteller wie den deutschen Konkurrenten Adidas (WKN: A1EWWW / ISIN: DE000A1EWWW0) extrem wichtig geworden.

Entspannung bei den Lagerbeständen

Am Markt wird im Vorfeld der Zahlenvorlage mit einem Anstieg des Quartalsumsatzes auf währungsbereinigter Basis um 20 Prozent gerechnet. In Nordamerika soll der Zuwachs bei 21 Prozent liegen, das Plus in China soll jedoch lediglich 5,8 Prozent betragen. Es wird erwartet, dass die Bruttomarge um rund 200 Basispunkte im Vergleich zum Vorquartal auf 42,2 Prozent sinken sollte.

Der Grund dafür sollen Preisnachlässe zum Abbau der Lagerbestände sein. Bei den Lagerbeständen wird wiederum mit einem etwas schwächeren Wachstum als zuletzt gerechnet. Dieses soll im Jahresvergleich bei 24 Prozent liegen, nach +44 Prozent im Vorquartal. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird auf 0,66 US-Dollar geschätzt, gegenüber 0,93 US-Dollar im Vorquartal.

mE-FAZIT

Nike scheint die schwierige Marktsituation allmählich in den Griff zu bekommen. Der Sportartikelhersteller darf zudem darauf hoffen, dass in China weitere Erleichterungen bei den COVID-Restriktionen den Konsum ankurbeln.

Anleger, die auf mehrere Unternehmen setzen wollen, deren Geschäfte besonders hart durch die Corona-Pandemie zurückgeschlagen wurden und die nun von einer Erholung in besonderem Maße profitieren sollten, könnten einen Blick auf das Faktor-Zertifikat auf den Recovery Index® (WKN: MC6R9W / ISIN: DE000MC6R9W5) werfen. Neben Nike sind dort Unternehmen wie CTS Eventim, LVMH oder Lufthansa vertreten.

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